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GayGames 2010 - Köln im Ausnahmezustand |
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Ein Hauch von Olympia wehte über der Domstadt, als am 31. Juli ab 19.30 Uhr das
RheinEnergieStadion zur Eröffnungsfeier der achten GayGames lud.
Rund 9.400 Athleten aus 70 Nationen marschierten unter dem Applaus von rund
10.000 Zuschauern ein, schwenkten stolz Fähnchen oder Luftballons und
verkörperten stolz das Motto dieser Spiele: "Be part of it!".
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Die größte Delegation stammte nicht wie erwartet aus den USA. Die Wirtschaftskrise hat viele Nordamerikaner davon abgehalten, sich den weiten Weg über den Teich zu gönnen. |
Die knapp 800 US-Boys und Girls wurden demnach zahlenmäßig von dem fast
1.000 Teilnehmern zählenden Kölner Sportclub SC Janus übertroffen (auch wenn
darunter viele Helfer waren). Die Franzosen traten in einheitlicher
Sportkleidung in Landesfarben auf – eine Aktion, die von der französischen
Sportministerin finanziert wurde und damit ein weiterer Beweis für die
zunehmende Akzeptanz von Schwulen und Lesben sowie der Bedeutung dieser Spiele
ist.
Die Rede des Bundesaußenministers und Schirmherren der GayGames in Köln Dr.
Guido Westerwelle wurde anfänglich mit Pfiffen begleitet. Doch als der
Vizekanzler den Opfern der Tragödie von Duisburg sein Beileid aussprach, im
weiteren Verlauf für eine tolerante Gesellschaft plädierte, in der Sport als
Integrationsfaktor dient und offen Kritik an Ländern dieser Welt übte, die unter
dem Deckmantel der Religion Homosexualität mit Gefängnis, Folter und Mord
bestrafen, verstummten auch diese Kritiker.
| Der australische Kunst- und Turmspringer Matthew Mitcham, Goldmedaillengewinner von Peking 2008, sprach den Eid für die Athleten, das Feuer wurde entzündet und mit einer emotionalen Show, die buchstäblich viel Feuer enthielt, wurde die Bühne für sportliche Höchstleistungen eröffnet. |
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Taylor Dayne, Disco-Star der späten 80er Jahre sang die Hymne der Spiele „Facing A Miracle“ und gab natürlich auch ihre größten Hits wie „Tell It To My Heart“ oder „Can’t Get Enough Of Your Love“ zum Besten.
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Danach standen bis zum 7. August nicht nur Partys, Shopping und Kulturevents auf dem Programm sondern in erster Linie natürlich spannende Wettkämpfe in 35 Sportarten. Geboten wurden nicht nur populäre Wettbewerbe wie Schwimmen, Leichtathletik, Badminton, Volleyball oder Fußball. |
Auch manch ungewöhnliche Disziplin wie Bridge, Schach, Bowling oder der in den Niederlanden ausgetragene Segelwettbewerb machten die Spiele abwechslungsreich für Aktive und Zuschauer.
| Der Wettergott meinte es gut mit den Teilnehmern. Abgesehen von einigen leichten
Regenschauern blieb es bei angenehmen Temperaturen trocken, sodass auch
Outdoor-Sportarten wie Tennis mit über 600 TeilnehmerInnen nach Plan
durchgeführt werden konnten. |
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Die Kölner Innenstadt verwandelte sich zu einer einzigen Partyzone. Zahlreiche
Stände und Musikbühnen am Neumarkt ließen schon zur Mittagsstunde ausgelassene
Stimmung aufkommen. In den Abendstunden war in den Kneipengassen fast kein
Durchkommen mehr. Nahezu an jedem Tag wurden Kulturveranstaltungen angeboten,
die sich von Themenführungen wie „Homosexualität im Tierreich“ im Kölner Zoo,
Wanderungen in der Eifel über Open Air-Kino bis zu Bootsfahrten, einer geführten
Motorradtour durch das Bergische Land für Frauen oder Chorworkshops erstreckte.
Und die Hotels und Geschäfte der Stadt zeigten ebenfalls Flagge: an nahezu jedem
Fahnenmast wehte neben der Deutschland- und Europaflagge auch das
Regenbogenbanner.
Im Rahmen einer Abschlussfeier am 7. August wurde die Fahne der Gastgeberstadt
der nächsten GayGames übergeben: Cleveland/Ohio, die im August 2014 zusammen mit
der Nachbarstadt Akron erneut die Sportler dieser Welt einladen.
Köln hat sich als perfekter, weltoffener Gastgeber präsentiert. Von der
Organisation der Anmeldungen im Vorfeld, der Wettbewerbe bis zum umfangreichen
Rahmenprogramm verlief alles reibungslos. Und die Kölner selbst bewiesen echte
Gastgeberqualitäten. Hier hat man sich tatsächlich zu Gast bei Freunden gefühlt.
Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Neugier wurden nicht nur den einheimischen
Sportlern entgegengebracht. Auch die Teilnehmer aus China, den Vereinigten
Arabischen Emiraten, Pakistan, Kolumbien, Ghana oder Russland wurden freundlich
empfangen.
Köln hat eine schöne Visitenkarte der schwullesbischen Sportlerwelt abgegeben.
Bericht: Clint