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Bilder-Lovestory |
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Es war mal wieder so ein Tag, den ich schon beim Aufstehen nicht gerade sehr glücklich schätzte. Es war ein Tag der Verzweiflung, ein Tag wie er sich halt auf dem Lande so ergibt und was für mich noch schlimmer war, immer noch ohne Begleitung. Ich fragte mich oft warum ich so alleine durchs Leben gehen musste. Nun gut irgendwie musste ich doch den Tag, der mich doch mit einem leichten Sonnenschein anlächelte, so gut wie möglich gestalten. Also beschloss ich mich in mein Auto zu setzten und die rund 20 km nach Aachen zu fahren.
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Schon auf der Hinfahrt hatte ich so ein Gefühl, dass ich doch das Richtige unternehmen würde. Meine Gedanken wurden durch das Klingeln meines Handys unterbrochen. "Oh Mann, das geht ja schon gut los, ein Anruf ohne Rufnummer" dachte ich und lies mich überraschen, wer es sein könnte. Meine Freude hielt sich in Grenzen, es war ein guter Bekannter, dem es anscheinend genau so ging wie mir. Ist immerhin ein kleiner Trost, ich steh' nicht alleine da mit meinen Problemen, ihm ging's doch ähnlich. Kurzum beschlossen wir einen Tag der einsamen Herzen zu machen, um uns gegenseitig etwas das Leben zu erleichtern. Aber ich hatte bis dahin noch fast drei Stunden Zeit, in denen ich nichts, aber auch gar nichts zu tun hatte. Naja, so konnte ich wenigstens noch in Ruhe einen Parkplatz suchen...und das in Aachen *schrei*.
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Ich hatte Glück, da fuhr doch etwa 50 Meter vor meiner Nase ein Pkw aus
einer
Parklücke, jetzt aber schnell, nicht das noch ein anderer PKW Fahrer mir zuvor
kommt. Aber ich glaube die anderen Verkehrsteilnehmer hätten sich gar nicht getraut
mir die
Parklücke wegzunehmen, weil ich so ein ernstes Gesicht machte, ich
glaube ich hätte sogar selber Angst vor mir bekommen, wenn ich mich gesehen
hätte.
Nun musste ich aber schnell zusehen wieder ein fröhlicheres Gesicht aufzusetzen, es sollte ja
keiner merken, dass ich fast in mir zerfiel.
Im Radio
lief noch Cher, da konnte ich noch nicht aussteigen, nein ich musste es
unbedingt noch
zu Ende hören.
Aber jetzt wurde es Zeit, dass ich mich mal an die frische Luft ging,
sofern man Stadt- Luft überhaupt als frisch bezeichnen kann. Auswahl um die Zeit tot zuschlagen war ja genug, ich schlenderte so
durch eine
Einkaufzone, schaute mal hier, mal da, aber nichts hat mich wirklich
interessiert,
beobachtete so einige Menschen (liegt wohl an meinem Beruf), und malte mir im
Inneren ein
Bild was demjenigen so durch den Kopf gehen könnte. Mir kamen
die
unglaublichsten Fantasien, aber Halt, Stopp, was ging denn da in noch weiter Ferne???
Ein
recht gut aussehender Junge, so in meinem Alter! Meine Augen wichen nicht mehr von ihm. Ich überlegte, was der Junge wohl
jetzt denkt...
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Er machte mir einen recht verwirrten Eindruck. "Er ist bestimmt nicht von hier", dachte ich so in mich hinein, er schaute orientierungslos und etwas schüchtern umher. |
Er sah ja nicht schlecht aus, mit seinen dunklen Haaren mit den leicht Hellblond gefärbten Spitzen Seine Augen, die ich inzwischen erkennen konnte, ein Augenschlag, der aber von leuchtend braune Augen überdeckt wurde, ein leicht aufgezogenes Lächeln auf den Wangen. Mir ging so einiges durch den Kopf, wie "Den mal nackt sehn", "Ob der schwul ist?" Ich schaute mir ihn schnell mal von oben bis unten an "Mann, sieht der gut aus" dachte ich bei mir. Einfach nur süß!
Ich war total geblendet. Ich merkte, dass in meinen Gedanken etwas war, was da nicht hin gehörte, eine zärtliche Stimme! Ich bekam nur mit "Hallo jemand da?" Ich war irgendwie leicht neben der Kappe, dachte zuerst er hat einen anderen angesprochen, aber nein, er meinte mich.
| Ich antwortete etwas irritiert "ja so halb". Daraufhin er "Du sag mal, kannst Du mir vielleicht sagen, wo ich hier die Pontstraße finde?" | ![]() |
Er kannte sich hier also tatsächlich nicht aus. Ich antwortete ihm "Na klar kann ich dir das sagen, aber du kannst auch ein Stück mitkommen, ich muss fast in die gleiche Richtung!" Was ich mir dabei gedacht habe weiß ich bis heute noch nicht, lag wohl an meiner Langeweile, etwas Unterhaltung konnte ja nicht schaden. So gingen wir jetzt beide Richtung Pontstraße.
Um ein Gespräch zu beginnen, fragte ich einfach mal so drauf los.
"Von wo kommst du denn?"
"Aus Mönchengladbach" antwortete er knapp.
"oh, so weit weg?"
"Ja, ich habe hier in Aachen noch einen Termin,
sonst
wäre ich auch nicht hier", meinte er mit einem leichten Grinsen. Irgendwie
kam ich mir etwas blöde vor, einen Jungen in Aachen zu begleiten, den ich
nicht mal
kannte. Ich weiß gar nicht was wir noch alles geredet haben, ich weiß nur das ich
ihn mal
gefragt habe, ob er noch etwas Zeit hätte was Trinken zu gehen.
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Dabei dachte ich "Oh Mann Rainer, Du fragst einen Jungen ob er was mit dir trinken geht, obwohl du ihn gar nicht kennst". Aber ich hatte ja nichts zu verlieren, schließlich war ja noch genug Zeit. Er meinte nur leicht schüchtern "Ja klar, warum nicht, ich hab noch etwa eine Stunde Zeit". Sein Lächeln wurde immer größer, und meines auch. Wir beide schlenderten jetzt so vor uns her, aber irgendwie kam nicht so das richtige Gespräch auf.
"Du ich habe da vorne an der Ecke ein Cafe gesehen, sollen wir dort hinein gehen?" meinte ich zu ihm. "Ja klar, sieht doch recht nett aus".
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Oh Mann, war's da drin voll. Aber wir hatten dennoch einen kleinen Tisch in der hinteren Ecke gefunden und gingen zielstrebig darauf zu. |
Ich weiß gar nicht mehr ob
ich wieder so
einen bösen Blick drauf hatte, denn er meinte "Du sag
mal warum
guckst denn jetzt so böse?" Ich merkte wie mein Kopf anfing zu glühen, nein
bitte jetzt
nicht rot werden... Zu spät! Eh ich etwas sagen konnte meinte er zu mir "Du wirst ja
ganz rot" und
fing leicht an zu lachen. Wie peinlich, ich werde rot vor einem Typ, den ich noch nicht mal mit Namen kenne! Es war jetzt ein kurzer Augenblick mit einem großen "?" in der Luft. Jeder
fiel in seine eigenen Gedanken, wobei wir uns auch in die Augen schauten, auch was tiefer.
Aber ich glaube nicht, dass einer von uns mit dem Gedanken spielte, ob der
andere schwul sei.
Mir war's schon recht komisch, mit jemandem am Tisch zu sitzen, den ich gerade mal 10
Minuten kannte. Wir wußten noch nicht mal unsere Namen. Also fragen. Aber das dachte er wohl
in diesem Moment ebenfalls, denn gleichzeitig begannen wir mit "Wie heißt du
eigentlich?". Das
war recht lustig, weil wir beide die gleichen Wörter benutzten.
"Sascha"
"Rainer"
"Sascha, ist doch ein schöner Name, oder meinst Du nicht", warf ich
ihm an den
Kopf, ehe er was sagen konnte. "Ja geht, aber Rainer ist auch nicht schlecht",
meinte er zurück. Das Problem mit dem Gesprächsthema
war wohl
vergessen, wir verstanden und ganz gut, sogar so gut, dass wir uns beide fest
gequatscht hatten,
wir sprachen über Gott und die Welt, ja so verquatscht, dass Sascha seinen Termin
und ich
meine Verabredung verpassten. Doch das ist uns erst später aufgefallen. Da kam
doch ein
Anruf auf meinem Handy. "Oh nein, nicht jetzt ein Anruf", dachte ich
so für mich, doch es nützte nichts, es klingelte fleißig vor sich hin.
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Beim Abheben war ich doch recht erstaunt, es war mein Kumpel, mit dem ich mich eigentlich treffen wollte. Was soll ich jetzt nur sagen? Ich würgte ihn einfach kurz ab und sagte, dass es bei mir noch einige Zeit dauern würde. Sascha fragte richtig neugierig "Du wer war das denn?" worauf ich ihm nur antwortete "Ein guter Bekannter von mir, mit dem ich eigentlich verabredet war, aber jetzt ist es eh zu spät". Ich konnte es noch nicht ganz aussprechen, da fiel er mir ins Wort "Oh scheiße, mein Termin, ich sollte vor einer Stunde da sein", aber irgendwie lächelte er jetzt gerade wieder sehr nett und meinte weiter "Weißte was, ich sag einfach ab, wir unterhalten uns gerade so nett" Ich war recht erstaunt. Er griff zu seinem Handy und fing an zu telefonieren. Ich versank wieder in meine Gedanken, mir ging so einiges durch den Kopf. "Wieso sagt der jetzt seinen Termin ab, warum geht der nicht einfach hin"... nur die Frage ob er schwul ist, daran habe ich nicht gedacht. Aber diesmal passte ich auf, dass er mich nicht noch mal so in Gedanken erwischte. Achtung, er hatte aufgelegt, schnell kam ich wieder in die Realität zurück. Er meinte nur "war eh ein doofer Termin, so richtig Lust hatte ich auch nicht dahin zu gehen". Worauf ich nicht viel sagen konnte, nur "Das musst Du wissen, will Dich nicht aufhalten". So kamen wir wieder ins Gespräch.
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Die Zeit rannte uns davon, es fing sogar schon an dunkel zu werden und unser Deckel war schon gut voll geschrieben mit Getränken. Jetzt kam der Moment des Aufbrechens. Sascha meinte leicht traurig "Du Rainer, ich will nicht unverschämt sein, aber sollen wir mal bezahlen? Mein Zug fährt gleich!". Natürlich hatte ich auch nichts dagegen, ich wollte Sascha ja nicht aufhalten. Beim Verlassen des Cafes meinte ich nur "Sascha, weißte was, ich komm noch mit zum Bahnhof, ich hab mein Auto da stehen". Er freute sich und meinte "Ja das ist gut, dann verlaufe ich mich nicht wieder". Es sah so aus, als ob er das Gefühl hatte mich aufzuhalten. Um die Situation zu entspannen sagte ich "Schließlich haben wir ja den ganzen Nachmittag zusammen verbracht".
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Sein wirklich süßes Lächeln wurde noch größer und schöner. Ich wusste nicht woran ich bei Sascha war, ich traute mich einfach nicht ihn zufragen ob er schwul sei, und ich guckte rüber zu ihm, er war aber auch nicht mehr der Fröhlichste, "Warum nur" fragte ich mich innerlich, mir gingen mal wieder einige Gedanken durch den Kopf. Was mache ich, warum begleite ich Sascha, was geht mir nur durch den Kopf?? Ich weiß es nicht.
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Am Bahnhof meinte ich noch "So da sind wir" und ein ganz leises "Schade" kam noch hinten dran! Aber Sascha meinte "Warum schade?" |
-NEIN-, er hatte es doch noch gehört und meinte weiter "Wir können uns doch noch mal wiedersehen, mir hat der Tag mit Dir sehr gut gefallen". Jetzt kam bei mir zugleich die Frage auf, was er mit Wiedersehen meinte und sagte zu ihm ,"Klar, würde mich freuen, auch mir hat's gut gefallen". Ich ging noch mit bis zum Bahnsteig, wo sein Zug schon stand. "Du Sascha gib mir doch mal deine Handy Nummer, für das Wiedersehen" sagte ich mit rotem Kopf und gab ihm meine Visitenkarte. Sascha gab ebenfalls seine Karte und meinte "Rainer, Du wirst ja schon wieder rot" und lachte. Ich dagegen fand das nicht lustig.
| Nun stand er da so halb im Zug und nicht gerade erfreut. Er schaute mir noch mal ganz tief in die Augen, ich hatte das Gefühl er wollte mir was sagen. | ![]() |
Ich fragte ihn "Was ist los, du wirkst so traurig" er meinte "Ja Rainer..." unterbrochen wurde er von der Durchsage "Bitte Vorsicht an Gleis 9, die Türen schließen automatisch blablabla..." Die Türen gingen zu und ich dachte oh Mann, warum musste das jetzt so schnell gehen, jetzt weiß ich nicht was Sascha mir noch sagen wollte, wir haben uns nicht mal auf Wiedersehen sagen können! Mir kam es vor, als hätte ich ihn zum letzten Mal gesehen.
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Der Zug setzte sich in Bewegung, da ging ein Fenster auf und Sascha rief mir noch hinter her "Ich melde mich, hab ja deine Nummer, Ciao" |
Ich konnte ihm gerade noch nachwinken, nun stand ich da, wieder alleine auf dem Bahnsteig, leicht traurig, ja sogar eine kleine Träne lief über meine Wange.
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Erst durch eine SMS wurden meine Gedanken unterbrochen. Ich machte mich auf den Weg nach draußen, ich glaube man konnte mir ansehen das ich total traurig war. |
"Mmhh" dachte ich, die Nummer kennste aber nicht. Beim Lesen des Textes "Du ich hab doch gesagt, dass ich mich melde", wusste ich wer es war: Sascha! Dabei war es noch nicht mal eine Minute her, dass wir uns gesehen hatten. Natürlich schrieb ich sofort zurück, ich war wieder etwas glücklicher. Nur da war doch noch etwas was Sascha mir sagen wollte, bevor die Türen zu gingen. Also fragte ich gleich mal per SMS nach. Doch es kam nur zurück "Das kann ich dir jetzt nicht sagen, sag ich Dir, wenn wir uns wieder sehen, ok?"
| Mmhh was das nur sein könnte, es folgten noch einige SMS, das ging eigentlich die ganze Nacht so hin und her. | ![]() |
Aber das schlimmste für mich war, ich wusste nicht ob Sascha schwul ist. Es sprach einiges dafür, aber auch einiges dagegen. Diese Frage ging mir nicht mehr aus den Kopf, ich hatte richtig viele Schmetterlinge im Bauch. Wir beschlossen uns am nächsten Tag wieder zu sehen.
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Sofort beim Wiedersehen fragte ich Sascha "Du wolltest mir noch was sagen?", er antwortete nach etwas hin und her "Du Rainer ich bin schwul".
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Mir fiel ein Stein vom Herzen... und jetzt sind wir schon 10 Monate glücklich zusammen!
Bericht: Tom
Bilder: Bill