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Premiere
König der Löwen
Hamburg


Hamburg hat einen neuen König

Besser kann man die neue Produktion im Theater im Hamburger Hafen in nicht beschreiben. Mit Disneys König der Löwen hat Hamburg wirklich ein Musical mit Weltformat erhalten.

Auf der einen Seite ist es eine geniale Unterhaltung für Familien mit Kindern, auf der anderen Seite ist es aber auch durchaus ein Musical für Erwachsene. 

Denn wenn man ein wenig das farbenfrohe Disneyambiente abschüttelt, erkennt man durchaus auch ernstere Hintergründe in dem Musical, wie es bei Fabeln ja auch üblich ist.

Eine Inhaltsangabe zu König der Löwen wird wohl nicht nötig sein, da das Musical nach dem erfolgreichsten Disneyfilm aller Zeiten adaptiert wurde. Zusätzlich zu der Musik aus dem Film, wurden noch neue Lieder speziell für das Musical geschrieben.

Diese Lieder verbinden auf das perfekteste westeuropäischen Pop, die Musik ist unter anderem von Sir Elton John, mit südafrikanischer Musik, wofür sich Lebo M, ein südafrikanischer Komponist, einsetzte. 
Diese Musikmischung plus die phantastischen Kostüme, die jeweils immer halb Mensch halb Tier sind, machen den Charme des Musicals aus und versetzen die Zuschauer für knapp drei Stunden in die Savannen Afrikas.

Wenn man dann ein wenig auf die Kostüme achtet, sieht man meiner Meinung nach absichtlich eingebaute Seitenhiebe auf Deutschland, die zum Nachdenken anregen können. Die bösen Hyänen zum Beispiel haben Springerstiefel an und sind Scar, dem bösen Onkel von Simba, hörig. Das könnte man durchaus als Anspielung auf die Neonazis in Deutschland sehen.

Aber auch der Humor kommt in diesem Musical nicht zu kurz. Ziemlich gut gemacht sind die Sprüche und Witze der Hauptfiguren, die mit viel Pep und Temperament durch das Stück führen und die insgesamt drei Stunden sehr kurzweilig gestalten. 

Einziger Wermutstropfen: Aufgrund einer leichten Mikrophonstörung kam am heutigen Tag die eigentlich tolle Stimme des erwachsenen Simbas nicht richtig zum Ausdruck.

König der Löwen eines der besten Musicals welches ich je gesehen habe, das zeigt auch die Reaktion des Publikums, das heftigen Szenenapplaus gegeben hat.

Auch das am Ende die 1867 Menschen im Theater dem Ensemble minutenlangen stehenden Applaus gespendet haben, spricht für die hohe Qualität des Musicals. Alleine schon deswegen, weil Hamburg eine Stadt mit sehr erfahrenem Publikum ist, das durchaus gute von schlechten Produktionen unterscheiden kann.

Ab ca.2 Stunden vor Vorstellungsbeginn kann man mit einer Shuttlefähre von den Landungsbrücken zum Theater fahren und dort im Restaurant Skyline essen, mit phantastischer Aussicht auf die Elbe und Hamburg. 

Wer allerdings Karten für das Musical haben möchte, der muss sich schon bis März gedulden, da bis dahin das Theater fast täglich zu hundert Prozent ausgelastet ist. Karten kann man in Hamburg im Hauptbahnhof, an den Landungsbrücken, in der Passage am Park Hyatt Hotel auf der Mönckebergstraße oder in allen Reisebüros kaufen. Diese kosten im Vorverkauf zwischen 33 und 135 Euro, am Vorstellungstag selber gibt es Fanplätze (Stehplätze) zum Preis zwischen 14 und 20 Euro.

Und welchen Eindruck macht das Musical einen Monat später?

König der Löwen ist und bleibt ein Musical der absoluten Spitzenklasse. Dafür spricht alleine schon die Tatsache, dass es jeden Abend ausverkauft ist und die Zuschauer mit Standing Ovations reagieren. Inzwischen kann man die Stimme des erwachsenen Simba in vollem Umfang genießen. Er hat eine wahnsinnig geniale Stimme und bewegt das Publikum jeden Abend genauso wie der Rest der Cast.

Auch muss man sagen, dass - und das ist ein Geheimtipp - die Stehplätze, vor allem auf der linken Seite, hervorragende Plätze sind. Man hat eine sehr gute Übersicht über das Geschehen und spart sich obendrein noch sehr viel Geld. Sie kosten inklusive Vorverkaufsgebühr nur zwischen 14 und 20 Euro. Die Karten sind am Aufführungstag im Levantehaus, in der Touristinformation am Hbf, im Vorverkaufsbüro der Stage Holding an der Landungsbrücke 1 und an der Theaterkasse zu erhalten. Ich kann abschließend wirklich nur jedem raten sich dieses Musical anzusehen, man wird hinterher von dem Charme und der Geschichte gefesselt sein.

Bericht: Mathias Plös