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Denn ... |
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Einfach mal dem Alltag entfliehen und ins Land der
Phantasie eintauchen. Gibt es einen schöneren Ort als im Kino. Wenn dann noch der
richtige Film läuft, kannst Du dort alles erleben.
Unsere Kino-Tipps helfen Dir bei der Filmwahl ...
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Prince of Persia - Der Sand der Zeit |
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| Hauptdarsteller: |
Jake Gyllenhaal, Ben Kingsley, Gemma Arterton, Alfred Molina, u.w. |
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| Regie: | Mike Newell | |
| Film: | USA 2009 Abenteuer, Fantasy; ca. 117 Min. |
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Popcorn-Kino-König Jerry Bruckheimer ("Armageddon", "Fluch der Karibik") präsentiert sein neuestes Werk für die Fast Food-Generation: fett, rasant und ohne großen Nährwert. |
In einer Zeit, als sich die Männer noch nicht das Brust- und Achselhaar
rasierten, kämpft der adoptierte Prinz Dastan gegen eine mörderische Intrige
seines machtgierigen Onkels Nizam und gewinnt im Wettlauf um einen magischen
Dolch das Herz der widerborstigen Prinzessin Tamina.
Die dünne Story liefert die Vorlage für jede Menge rasanter Action- und
Verfolgungsszenen. Der Film macht dabei nie einen Hehl aus der Tatsache, dass er
auf einem Videospiel basiert.
| Viele der von den Trendsportarten Parkour und Freerunning beeinflussten Szenen wirken, als ob das Spiel direkt auf die große Leinwand projiziert wurde. |
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Von der Suche nach möglichen Wegen bis zu den Jump’n’Run-Momenten huldigen sogar die Kamerafahrten dem erfolgreichen Spiel.
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Regisseur Newell spult den Film demnach ebenfalls wie ein Videospiel herunter: ein Level folgt dem nächsten (Flucht vor den Häschern, Straußenrennen, Verfolgungsjagd über den Dächern, Kampf mit den Assassinnen etc.). |
Und wie zufällig aktiviert man den magischen Dolch, indem man den Knopf am
Griff drückt - wie eben bei einem Joystick.
Bei einer Bruckheimer-Produktion weiß man, was einen erwartet und wird auch hier
nicht enttäuscht: eindimensionale Charaktere, rasante Actionszenen, die einem
mitunter bekannt vorkommen ("Indiana Jones") und das eine oder andere
Wortgefecht ("Die Maske des Zorro"). Die Halbwertszeit des Films tendiert
allerdings gegen Null. So schnell wie Jake Gyllenhaal über die Dächer flitzt, so
schnell hat man den Film auch schon fast wieder vergessen - trotz des
attraktiven Hauptdarstellers, der sich vom blassen Buben ("Donnie Darco") in
einen wuchtigen Kerl gewandelt hat.
Clint Metzger
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2012 |
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| Hauptdarsteller: |
John Cusack, Amanda Peet, Danny Glover, Woody Harrelson, u.w. |
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| Regie: | Roland Emmerich | |
| Film: | USA 2009 Action, Science Fiction; ca. 158 Min. |
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Der schwäbische "Master of Desaster" legt wieder einmal die Welt in Schutt und Asche - allerdings bombastischer und Furcht erregender als je zuvor. |
In allen Weltreligionen ist früher oder später von einem Weltuntergang die Rede. Bei den Maya endet am 21.12.2012 ein Weltzeitalter. Umwälzende Prozesse sollen dann für eine Erneuerung der Erde sorgen. Und tatsächlich: Aufgrund einer überaus seltenen Planetenkonstellation und einer Sonneneruption nie gekannten Ausmaßes erhitzt sich die Erdkruste und wird instabil. Innerhalb von nur drei Jahren wird sich diese neu ordnen und die Magnetfelder völlig verändern.
| Für die Menschheit bedeutet dies der Untergang: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Verschiebungen der Kontinente und Tsunamis löschen jegliches Leben aus. |
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Die Regierungschefs dieser Welt lassen in einer geheimen Aktion riesige
Schiffe bauen, die einer Arche Noah gleich neben Vertretern aller Tierarten auch
die Reichen und Mächtigen dieser Welt beherbergen soll. In das aufkommende Chaos
der Naturgewalten, in das die ahnungslose Bevölkerung versinkt, geraten auch der
leidlich erfolgreiche Schriftsteller Jackson und seine von ihm getrennt lebende
Familie.
Bei Emmerich weiß man, was man bekommt: Atemberaubende Action, ein paar witzige
Seitenhiebe und Kommentare, oberflächlich gezeichnete Charaktere und ein
unvermeidlich optimistisches, bisweilen pathetisches Happy End. Hat Emmerich in
"Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" noch einzelne Gebäude und
Wahrzeichen oder Stadtteile zerstört, so fährt er diesmal wahrlich schweres
Geschütz auf: er lässt die Metropolen Kaliforniens in Erdspalten oder ins Meer
versinken und überflutet den Himalaya.
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Die gigantische und verblüffend detailliert animierte Zerstörungsorgie presst den Zuschauer aufgrund der Bilderwucht tatsächlich in den Kinosessel. |
Wiedererkennungswert hat allerdings die Geschichte, dass Menschen angesichts
einer Katastrophe ihre eigenen Differenzen überwinden und zueinander finden.
Aber wenn man solch drastische Effekte verwendet, muss wohl auch das Drehbuch
manch Wink mit dem Zaunpfahl austeilen. Diesem geht in der letzten Stunde die
Luft leider zusehends aus und die Unwahrscheinlichkeiten nehmen erheblich zu,
doch der Dreh, dass einzig und allein Afrika die globale Katastrophe übersteht
und die Gestrandeten dort um Asyl suchen müssen, tröstet dann wieder ein wenig
über die etwas ärgerlichen Dialogzeilen hinweg, in denen die Darsteller
rührselige Plädoyers für die Menschlichkeit halten.
Clint Metzger
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Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 |
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| Hauptdarsteller: |
Denzel Washington, John Travolta, John Turturro, James Gandolfini, u.w. |
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| Regie: | Tony Scott | |
| Film: | USA 2009 Action, ca. 106 Min. |
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Jetzt ist man nicht einmal in der U-Bahn seines Lebens sicher: Gangster kapern einen Zug und verlangen fast Unmögliches. |
Jeden Morgen fahren rund fünf Millionen Menschen mit der New Yorker U-Bahn, die dank High-Tech-Technik in der Leitzentrale wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert. Ausgerechnet dieses Transportsystem unter der Erde des Big Apple sucht sich eine Bande von Gangstern für ihre Operation aus: Sie kapern einen Zug, koppeln ein Abteil samt Insassen ab und verlangen 10 Millionen Dollar Lösegeld innerhalb einer Stunde. Sonst sterben die Geiseln im Minutentakt.
| Zwischen dem Kopf der Bande und dem Fahrdienstleiter Garber entwickelt sich ein
Psycho-Duell. Und die Uhr tickt… |
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Die wahren Terroristen der modernen Zeitrechnung lauern nicht hinter Wüstenbunkern, sondern sitzen in schicken Büros der Welthauptstadt des Kapitalismus. Der Film ist daher kein exaktes Remake des Klassikers „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ aus dem Jahre 1974 mit Walter Matthau. Er ist eher eine zeitgenössische Adaption und erste Reaktion auf die Weltfinanzkrise.
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Regisseur Tony Scott („Top Gun“, „Der Staatsfeind Nr.1“) kritisiert ansatzweise die Verlogenheit einer Gesellschaft, die genau das verehrt, was sie in den Abgrund stürzt. |
Doch Scott wäre nicht Scott, wenn dies in seiner typisch brachialen Erzählweise unterginge: Schnitte im Millisekundentakt, Reißschwenks, eine wacklige Handkamera, Unschärfen und extreme Nahaufnahmen sorgen für eine Bilderflut, die alles überschwemmt. Action-Fans immerhin haben ihren Spaß und die beiden souveränen Hauptdarsteller umschiffen jede noch so heikle Drehbuchklippe.
Clint Metzger
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Pandorum |
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| Hauptdarsteller: |
Dennis Quaid, Ben Foster, Cam Gigandet, Antje Traue, u.w. |
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| Regie: | Christian Alvart | |
| Film: | D / GB / USA 2009 Science-Fiction-Thriller , ca. 108 Min. |
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Finanz-, Wirtschafts- und Klimakrise lassen die Horror- und Katastrophenszenarien Hollywoods wieder auferstehen. |
Noch bevor Roland Emmereichs „2012“ ins Kino kommt, entwirft sein deutscher Kollege Christian Alvart in seinem zweiten Hollywood-Film nach „Fall 39“ ein düsteres Zukunftsszenario.
| Die Astronauten Bower und Payton erwachen ohne Erinnerung an ihre Mission aus dem Hyperschlaf. Das riesige Schiff scheint verlassen. Kampfspuren lassen nichts Gutes ahnen. |
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Bower erinnert sich langsam an seine Fähigkeiten als Ingenieur und
versucht zu dem Reaktor des Schiffs zu gelangen, um das Energiesystem zu
stabilisieren. Payton geleitet ihn per Funk durch die dunklen Gänge. Auf seiner
Odyssee begegnen Bower Leichen, aggressive Besatzungsmitglieder und unheimliche
Wesen – unmenschlich stark und tödlich schnell.
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Mit der Zeit kehren die Erinnerungen zurück: Das Schiff ist nach dem Untergang der Erde als Arche Noah ins All geschickt worden, um auf einem weit entfernten, erdähnlichen Planeten eine neue Zivilisation aufzubauen. |
Doch die lange Reise
ging nicht spurlos an der Besatzung vorüber.
Christian Alvart schuf mit „Antikörper“ eine veritable Variante vom „Schweigen
der Lämmer“. Auch in „Pandorum“ kommt dem Zuschauer vieles – zu vieles – bekannt
vor: Man nehme düstere Raumschiffgänge à la „Alien“ und mixe sie mit mutierten
Wesen aus „The Descent“. Dann fügt man ein paar Ideen von „Predator“ hinzu und
würzt sie mit einer Prise Weltraumwahnsinn aus „Event Horizon“. Fertig ist der
neue Horror-Thriller.
Dass der Film so viele bekannte Versatzstücke des Genres enthält, muss nicht
wundern. Das liegt zu einem Großteil sicher an Produzent Paul W.S. Anderson, der
bei „Event Horizon“ und „Alien vs. Predator“ selbst auf dem Regiestuhl saß.
Anspruchslosen Actionfans wird’s gefallen. Originell ist das Werk allerdings nun
wirklich nicht.
Clint Metzger
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Selbst ist die Braut |
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| Hauptdarsteller: |
Sandra Bullock, Ryan Reynolds, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Betty White, u.w. |
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| Regie: | Anne Fletcher | |
| Film: | USA 2009 Komödie, ca. 105 Min. |
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Um ihre Ausweisung zu verhindern, zwingt Karrierefrau ihren Assistenten zur Heirat. Das kann nicht gut gehen… |
Wenn Margaret flotten Schrittes das Großraumbüro des Verlagshauses betritt,
stehen alle stramm wie beim Militär. Mit ruhiger Stimme lässt sie Köpfe rollen
und entscheidet über Karrieren. Seit drei Jahren führt ihr Assistent Paxton ein
Leben als Leibeigener - immer in der Hoffnung auf eine Beförderung und dass sein
Buch verlegt wird.
| Eines Tages wird Margaret damit konfrontiert, dass ihr Visum nicht verlängert wird und ihr die Ausweisung nach Kanada bevorsteht. Kurzentschlossen zwingt sie ihren Untergebenen zur Scheinehe. |
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Um den Ermittler der Einwanderungsbehörde von
ihrer flammenden Liebe zu überzeugen, lässt sich Margaret auf einen Besuch zum
90. Geburtstag von Paxtons Großmutter nach Alaska ein. In den kommenden drei
Tagen wird Margarets Welt völlig auf den Kopf gestellt. Und als das schmucke
Paar dann endlich vor dem dorfeigenen Priester steht (der gleichzeitig als
Shop-Verkäufer und Stripper die Damenwelt des Ortes betört), gibt’s den großen
Knall.
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Von Anfang an weiß man, wie sich der Film entwickelt. Aber langweilt man sich deshalb? Zum Glück nicht, denn mit leichter Hand setzt die Regisseurin ihre smarten Darsteller in Szene. |
Sandra Bullock beweist einmal mehr ihr Talent für burschikose Komödien und sieht umwerfen aus. Und Ryan Reynolds, der bislang eher als harter Junge glänzte („Blade 3“, „Amityville Horror“) kann man kaum widerstehen. Dazu glänzt Ex-„Golden Girl“ Betty White in der Rolle als resolute Oma, die den Jungspunden zeigt, wo’s langgeht. Witzige Wortgefechte und manch umwerfend komische Szene (im wahrsten Sinne des Wortes) sorgen für einen vergnüglichen Filmabend.
Clint Metzger
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Die Gräfin |
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| Hauptdarsteller: |
Julie Delpy, Daniel Brühl, William Hurt, Anamaria Marinca, u.w. |
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| Regie: | Julie Delpy | |
| Film: | D / F 2009 Historien-Thriller, ca. 95 Min. |
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Die ungarische Gräfin Bathory erliegt aus Liebeskummer einem Schönheitswahn und wird zur Serienmörderin. |
Legenden ranken sich seit Jahrhunderten um die Comtess Bathory. Was tatsächlich wahr ist, was erfunden oder als Teil einer Intrige inszeniert, das klärt sich mit diesem Film natürlich weiterhin nicht. Immerhin aber wird der Charakter der Gräfin näher durchleuchtet, als von manchen Eintrag in Geschichtsbüchern. Erzebet wächst in einer harten, unbarmherzigen Welt auf, die von Männern regiert wird. Dank ihrer Intelligenz, Schlagfertigkeit und ihres Selbstbewusstseins gilt sie bald als mächtigste Frau Ungarns. Während ihr Mann im Krieg mit den Türken steht, teilt sie das Bett mit ihrer lesbischen Dienerin und Vertrauten Darvulia. Im Hintergrund zieht sie geschickt die Fäden und sorgt dafür, dass sich der König bei ihr verschuldet.
| Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, begegnet sie dem fast 20 Jahre jüngeren Istvan, Sohn des Grafen Thurzo, dem sie unlängst zuvor einen Korb gegeben hat. |
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Die Liebe der beiden ist dem Grafen ein Dorn im Auge und so spinnt er eine Intrige, die zur Folge hat, dass sich Erzebet zu unrecht von Istvan verschmäht fühlt und in einem Anfall von Jugendwahn Jungfrauen umbringen lässt, um durch deren Blut neue Schönheit zu erlangen. Die Taten lassen sich nicht lange verbergen und am Ende wird die Gräfin Bathory enteignet und lebendig auf ihrem Schloss eingemauert.
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In keinem Buch über Serienmörder fehlt der Eintrag über Erzebet Bathory. Hat sie tatsächlich 600 junge Mädchen gefoltert und ermordet? Waren es "nur" 50? |
Oder ist das alles nur Teil einer Geschichte, die von machtgierigen
Männern erfunden wurde, um die alte Hierarchie wieder herzustellen? Julie Delpy,
die neben der Hauptrolle auch gleich noch die Regie, das Drehbuch und die
Musikkomposition übernahm, zeigt die Hauptfigur zwar als widersprüchliche und
vielschichtige Frau, die letztlich dem erliegt, was damals wie heute den Frauen
gemeinhin als größte Schwäche nachgesagt wird: dem Herzen und den Gefühlen. Sie
ist Täterin und Opfer zugleich.
Trotzdem bleibt am Ende ein leicht fader Nachgeschmack ob des erhobenen
feministischen Zeigefingers.
Clint Metzger
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Terminator – Die Erlösung |
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| Hauptdarsteller: |
Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Michael Ironside, u.w. |
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| Regie: | McG | |
| Film: | USA 2009 Science Fiction, ca. 115 Min. |
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Nachdem die Maschinen die Herrschaft übernommen haben, setzen sie zum vernichtenden Schlag gegen die Menschheit aus. |
Das Jahr 2018: Nach der nuklearen Apokalypse haben die Maschinen die
Kontrolle übernommen. Weltmetropolen liegen in Schutt und Asche. Die
Überlebenden rotten sich zusammen und leisten aus dem Untergrund heraus
verzweifelten Widerstand.
Einer davon ist John Connor, der sich im Laufe des Aufstandes zu einem Anführer
entwickelt. Als den Menschen ein Frequenz-Code in die Hände fällt, mit dem sie
die vernetzten Roboter lahm legen können, formieren sie sich zu einem
Großangriff gegen die Zentrale Skynet.
| Doch dann taucht Marcus Wright auf. Ein Mann, der einst zum Tode verurteilt wurde und der Connor davon in Kenntnis setzt, dass ein gewisser Kyle Reese sich in den Händen von Skynet befindet. |
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Connor und Wright begeben sich hinter die feindlichen Linien – ein Schritt,
auf den die Maschinen bereits gewartet haben.
Vor 25 Jahren inszenierte ein damals recht unbekannter James Cameron mit
Mini-Budget einen Klassiker des Sci-Fi-Genres. 1990 ließ er eine grimmige
Fortsetzung folgen, die nicht nur als bis dato teuerste Filmproduktion in die
Geschichte einging, sondern auch wegen ihrer bahnbrechenden Morphing-Effekte für
Aufsehen sorgte.
Jonathan Mostow inszenierte einen dritten Teil, der den spektakulären Vorgängern
allerdings nicht ganz das Wasser reichen konnte.
Nun wagt Regisseur McG einen Neuanfang. Ausgerechnet der Mann, der durch bunte
Musikvideos und Werbespots bekannt wurde und sich in der Filmszene mit den
beiden ebenso knalligen Verfilmungen von „Charlie’s Angels“ einen Namen machte,
soll nun das Erbe der einst düsteren Endzeitvision antreten?
Das Ergebnis kann sich erstaunlicherweise sehen lassen. Sieht man großzügig über
die kratergroße Lücken in der Logik und simple Anschlussfehler hinweg, von denen
sich der erste schon nach wenigen Minuten einschleicht, dann hat McG eine
moderne, rasante und buchstäblich bombastische „Mad Max“-Version entworfen. Mit
dem Entwurf des Titelvorspanns, in einzelnen Szenen, Gesten und Dialogen erweist
er seine Referenz an die beiden ersten Teile der Saga.
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Er begeht nicht den Fehler, die drei Vorgänger blind kopieren zu wollen. Der Film spielt erstmals nicht in der Gegenwart sondern in der Zukunft. Der Krieg hat erst begonnen. Die Figuren entwickeln sich. |
Und auch die Zukunft steht nicht fest. Sie wird erst noch geschrieben.
Passend zu der allgegenwärtigen Situation der Ungewissheit wählte McG den
Soundtrack der Grunge-Generation und baute den Frankenstein-Mythos ein.
Der neue Terminator-Film wird sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte
werden. Aber als immerhin dritte Variation des bahnbrechenden Erstlings hat er
das Zeug, die Serie neu zu beleben.
Clint Metzger
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Illuminati |
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| Hauptdarsteller: |
Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgard, u.w. |
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| Regie: | Ron Howard | |
| Film: | USA 2009 Thriller, ca. 140 Min. |
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Zum zweiten Mal schlüpft Tom Hanks in die Rolle des Professors Langdon. Diesmal hetzt er durch Rom, um eine Bombe zu entschärfen, die das Ende des Vatikanstaates und damit der katholischen Kirche bedeutet. |
Nach dem Tod des Papstes werden die vier Kandidaten für dessen Nachfolge entführt. Zu jeder vollen Stunde soll einer von ihnen sterben, bevor Punkt Mitternacht eine Anti-Materie-Bombe halb Rom pulverisiert
| Hinter der Aktion scheinen die Illuminaten zu stecken - ein Geheimbund von Wissenschaftlern, die einst versuchten, das Weltgeschehen und deren Entstehung auf rationale Weise zu erklären. |
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Für ihren Unglauben wurden sie von der katholischen Kirche verfolgt, ermordet und in den Untergrund verdrängt. Daraufhin schworen sie Vergeltung.
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Zusammen mit der Bio-Physikerin Vittoria Vetra begibt sich Symbolist Langdon auf eine atemberaubende Schnitzeljagd über die Plätze Roms, durch Kapellen und Kathedralen sowie verwinkelte, unterirdische Gewölbe. |
Sie können die ersten Morde zwar nicht verhindern, entdecken aber, dass die
wahre Gefahr nicht von dem Geheimbund ausgeht, sondern aus den Reihen der
Katholiken selbst stammt.
Die Verfilmung des Beststellers von Dan Brown bedient sich jeder Zutat, die ein
erfolgreicher Reißbrett-Thriller aus Hollywood benötigt: namhafte Darsteller,
sehenswerte Kulissen, temporeiche Action und ein buchstäblich bombiges Finale.
Trotzdem wirkt das Ganze wie die moderne Erwachsenen-Version eines
Drei-Fragezeichen-Falls. Dass dabei die Glaubwürdigkeit mehr als einmal auf der
Strecke bleibt, wird das Massenpublikum verzeihen. Schließlich sind wir alle
nicht ohne Makel. Und das mag vielleicht das Einzige sein, was von den zwei
Stunden Film etwas länger in Erinnerung bleibt: die leise Kritik an der
Scheinheiligkeit der Kirche.
Clint Metzger
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Glaubensfrage |
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| Hauptdarsteller: |
Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, u.w. |
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| Regie: | John Patrick Shanley | |
| Film: | USA 2008 Drama, ca. 104 Min. |
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Hat Pater Flynn einen Messdiener sexuell missbraucht? Das glaubt zumindest Schwester Aloysius und setzt alles daran, den ihr verhassten Priester loszuwerden. |
Im Jahre 1964 ticken die Uhren noch anders. Besonders hinter Kirchenmauern
herrschen Zucht, Ordnung und eiserne Disziplin, deren Einhaltung Schwester
Aloysius peinlich genau verfolgt. Es ist kein Wunder, dass sie von den Schülern
gefürchtet wird und als Drachen verschrien ist. Spangen im Haar oder das
Benutzen eines Kugelschreibers sind ihrem konservativen Glauben ein Gräuel.
Da ist es nur folgerichtig, dass ihr Pater Flynn ein Dorn im Auge ist, denn
dieser pflegt nicht nur einen herzlichen und offenen Umgang mit seinen Schülern,
sondern bekennt sich auch offen zu „Lastern“ wie drei Stück Zucker im Tee.
Nachdem der schwarze Schüler Donald während des Unterrichts in das Büro des
Priesters gerufen wird und er danach verstört wieder zurückkehrt, scheint
Schwester Aloysius ein sicheres Indiz für ein verwerfliches Vergehen gefunden zu
haben.
| Sie erschüttert den Glauben der jungen Nonne James und versucht, die Mutter des Jungen von ihren Vermutungen zu überzeugen, um den Priester anzuschwärzen.Und auch wenn Priester Flynn selbst für seine Versetzung sorgt, so werden bei ihr plötzlich selbst Zweifel laut. |
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Der Film basiert auf einem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten
Broadway-Theaterstück des Regisseurs. Auch wenn der Film ein brisantes Thema
anschneidet, so geht es letztlich nicht um den etwaigen Fall eines
Kindesmissbrauchs sondern um die komplexen und miteinander verwobenen Themen
von Glauben, Recht und Wahrheit. Wie die Filmfiguren, so wird der Zuschauer
von Anfang bis Ende mit seinen eigenen Wertungen und (Vor-)Urteilen
konfrontiert. Glauben heißt nicht Wissen. Recht hat nicht immer etwas mit
Moral zu tun. Und Wahrheit ist häufig das Ergebnis subjektiven Ermessens.
Doch Gefühle haben mit Tatsachen nur wenig gemein. So wird Schwester
Aloysius von Donalds Mutter nicht umsonst mit dem Satz konfrontiert: „Sie
haben eine Ahnung von Regeln, aber nicht vom Leben.“ Dieses ist im
Mikrokosmos des vermeintlich störungsfreien Kloster- und Schullebens der
60er Jahre in der Tat grundlegend anders als im Rest der Welt.
Wo feststehende Meinungen aufeinander prallen, ist kein Dialog und somit
kein Fortschritt und keine Entwicklung möglich. Beides ist jedoch notwendig,
von der Natur sogar vorgegeben. Offen zu sein für andere Sichtweisen, seine
eigenen Meinungen überdenken und nicht blind einem festen Regelwerk folgen –
das macht der Film in leisen, aber prägnanten Bildern und Worten deutlich.
Clint Metzger
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Spirit |
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| Hauptdarsteller: |
Gabriel Macht, Samuel L. Jackson, Eva Mendes, Scarlett Johansson , u.w. |
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| Regie: | Frank Miller | |
| Film: | USA 2008 Action, ca. 102 Min. |
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Frauen und Katzen sind seine ständigen Begleiter, eine rote Krawatte, die Augenmaske und ein Filzhut mit Krempe seine Markenzeichen: Der ehemalige Polizist Denny durchstreift als Spirit die Gassen von Central City, um sie vor Bösewichtern und dem größenwahnsinnigen Ganoven Octopus zu beschützen. |
Dieser hat es auf eine Amphore mit besonderem Inhalt abgesehen: dem Blut des
Helden Herakles, das ihn unsterblich machen soll. Dumm nur, dass die Kiste mit
dem begehrten Stück versehentlich von der Juwelendiebin Sand entwendet wurde,
die es eigentlich auf einen Goldschatz abgesehen hatte.
Spirit gerät mehr als einmal zwischen die Fronten und erfährt, dass seine eigene
Unverwundbarkeit das Resultat eines Experimentes ist, welches Octopus als
Gerichtsmediziner an ihm vorgenommen hat, nachdem er im Dienst erschossen wurde.
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Ein theatralischer, stellenweise fast schon hysterischer, absurd-komischer
und wilder Mix aus unterschiedlichen Filmstilen und -epochen, die sich nicht
immer zu einer Einheit zusammenfügen. Griechische Mythologie, Loreley-Saga,
Nazi- und Gentechnikwahn verpackt im Gewand eines Film noir und dem Look
eines modernen Comic-Strips – das war ein wenig zu viel des Guten. Die
Sinnsuche des Helden verläuft weitaus oberflächlicher als in Christopher
Nolans Batman-Filmen. Und die dünne Story selbst taugt eigentlich nur als
Vorwand, um eine Menge hübscher, weich gezeichneter Frauengesichter und
kernige Männer in Action zu inszenieren.
Clint Metzger
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Twilight |
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| Hauptdarsteller: |
Kristen Stewart, Robert Pattinson, Cam Gigadet, Jackson Rathbone, u.w. |
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| Regie: | Catherine Hardwicke | |
| Film: | USA 2008 Fantasy, ca. 121 Min. |
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Die junge (Isa)Bella verlässt die geliebte Hitze von Arizona und zieht zu ihrem Vater in ein Provinzkaff des ewig regnerischen Staates Washington. Doch schon nach kurzer Zeit taucht ein Lichtblick in Form des feschen Jungen Edward auf. |
Dumm nur, dass sich dieser als blutsaugender Untoter entpuppt.
| Bella ist von Beginn a fasziniert, hin- und hergerissen von dem blassen Typen. Er begegnet ihr mit äußerster Zurückhaltung und verblüfft mit unglaublicher Schnelligkeit sowie beeindruckender Kraft. |
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Nach und nach kommen sich die beiden näher und Edward offenbart sein Geheimnis: seit 1918 führt er im Kreise seiner untoten Familie ein Leben als Vampir – allerdings streng vegetarisch, das heißt es steht nur Tierblut auf dem Speiseplan.
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Als wäre das alles für Bella nicht ohnehin schon problematisch genug, wird’s gefährlich als ein weiteres Trio von Vampiren auftaucht. Und diese dürstet es nach Menschenblut. |
5,5 Millionen Exemplare hat Autorin Stephenie Meyer von ihrem gleichnamigen
Vampirmärchen verkauft. Doch was in literarischer Form noch spannend und
ergreifend wirken mag, kommt in diesen zwei filmischen Stunden eher unfreiwillig
komisch oder befremdlich rüber. Subtil ist an dem „Romeo und Julia“-Thema im
BRAVO-Fotoroman-Look jedenfalls überhaupt nichts. Die Maskenbildner haben ein
wenig zu sehr in die weiße Puderdose gegriffen und den Untoten ein Antlitz
verpasst, dem nur noch die rote Knollennase zum Clownsgesicht fehlt. Und auch
die Darsteller halten sich nicht dezent zurück, sondern agieren allzu
theatralisch. Aber was soll’s. Frisch verliebten Teenagern wird’s egal sein: in
dem Zustand sieht man sowieso alles durch die rosarote Brille.
Clint Metzger
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Der Sternwanderer |
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| Hauptdarsteller: |
Charlie Cox, Robert De Niro, Rupert Everett, Claire Danes, Michelle Pfeiffer, u.w. |
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| Regie: | Matthew Vaughn | |
| Film: | USA, 2007 Fantasy-Komödie, ca. 127 Min. |
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In der Nähe des Dorfes Wall hat die unüberwindbare Mauer, die England von dem geheimnisvollen Königreich Stormhold trennt, eine bewachte Lücke. Doch der neugierige Dunstan überlistet den alten Wächter, lässt sich in dem Zauberreich verführen und bekommt neun Monate später ein Baby namens Tristan in die Hand gedrückt. |
Die Jahre vergehen, Tristan ist inzwischen ein attraktiver Mann, allerdings unglücklich in seine Nachbarin Victoria verliebt. Eines Nachts sehen die beiden wie eine Sternschnuppe auf Stormhold fällt. Das ist Tristans Chance, denn Victoria verspricht ihn zu heiraten, wenn er ihr den Stern bringt. Tristan macht sich sofort auf den Weg, findet den Krater und stellt überrascht fest, dass der Stern eine hübsche Frau ist.
| Jetzt fängt das Abenteuer erst an, denn an der Sternfrau Yvaine sind viele dunkle Gestalten interessiert. |
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Die böse Hexe Lamia will Yvaine das Herz herausschneiden um wieder jung zu werden, die skrupellosen Söhne des gerade verstorbenen Königs benötigen ihren Schmuck um die Nachfolge antreten zu können und diverse Händler wittern ein gutes Geschäft. Auf ihrer Odysee durch Stormhold geraten Tristan und Yvaine in die Fänge des berüchtigten Luftpiraten Captain Shakespeare.
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Der entpuppt sich zum Glück als ziemlich tuntig, tanzt am liebsten in Frauenkleidern den CanCan, bringt aber auch dem tolpatischen Tristan das Fechten bei. |
Ist unser Held nach diesen Erfahrungen bereit sich dem finalen Kampf zu stellen und für seine Liebe zu kämpfen...?
Fantasy-Filme werden zur Zeit fast wie am Fließband produziert und ähneln sich immer mehr. Der Sternenwanderer schafft es aber immer wieder neu zu überraschen. sowohl mit seinen fantastischen Einfällen, als auch mit seiner humorvollen, fast selbstironischen Art, die trotzdem die Atmosphäre nicht zerstört. Da zeigt sich eben auch dass man neben Computereffekten auch gute Schauspieler benötigt, denn so werden z.B.durch Robert De Niros Talent die tuntigen Seiten des Captain Shakespeare komisch und nicht lächerlich.
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Chuck und Larry |
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| Hauptdarsteller: |
Adam Sandler, Kevin James, Jessica Biel, Dan Aykroyd, Steve Buscemi u.w. |
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| Regie: | Dennis Dugan | |
| Film: | USA, 2007 Komödie, ca. 98 Min. |
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Zwei Feuerwehrmänner geben sich das "Ja"-Wort. Aber keine Angst: Einen Kuss zwischen harten Kerlen wird es nicht geben, denn mehr als Lippenbekenntnisse und kumpelhafte Umarmungen hat Hollywood nach wie vor nicht zu bieten. |
Chuck und Larry sind Heteros in Reinkultur: Sie markieren als Feuerwehrmänner
die starken Helden. Chuck genießt sein Singledasein und treibt’s auch mal mit
fünf Mädels gleichzeitig. Larry dagegen trauert seiner verstorbenen Frau
hinterher und versucht mehr schlecht als recht seine beiden Kinder
durchzubringen. Als er feststellen muss, dass diese nur dann in den Genuss
seiner Lebensversicherung kommen, wenn er eine eingetragene Partnerschaft
vorzuweisen hat, ist guter Rat teuer. Doch wozu hat man Freunde? Zumal ihm Chuck
noch einen Gefallen schuldig ist.
Nach anfänglichem Geziere willigt Chuck ein. Zwei Unterschriften später sind sie
ein Paar. Und damit beginnen die Probleme. Die Behörden lassen die
Turteltäubchen überwachen, um einen Missbrauch finanzieller Leistungen zu
vermeiden. Was mit einfachen Befragungen beginnt, steigert sich bis zum
Durchwühlen des auffällig "unschwulen" Mülls. Anwältin Alex hat eine einfache
Lösung parat, um jeglichen Betrugsverdacht auszuräumen: Ab nach Kanada und
offiziell heiraten.
| Chuck und Larry geben sich das "Ja"-Wort. Und das bleibt nicht lange geheim. Plötzlich sehen sie sich offenen wie versteckten Anfeindungen im Beruf und Privatleben ausgesetzt. |
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Das bringt besonders Frauenheld Chuck auf die Palme, der sich fortan zu einer
Art Vorkämpfer für die Schwulen und Lesben entwickelt – und so manches
eindeutige Angebot ablehnen muss (genial: US-Popstar Dave Matthews als tuntiger
Verkäufer, der auch ohne Worte überzeugen kann).
Nachdem die beiden sowohl ihre Anwältin als auch die Kollegen von ihren
Neigungen überzeugt haben, gilt es nur noch, vor offizieller Seite (in diesem
Falle Richard Chamberlain) zu bestehen. Alles scheint glatt zu laufen - bis
Chucks und Larrys Chef den beiden scheinbar einen Strich durch die Rechnung
macht.
Nach einem schwachen Beginn, der kaum ein Klischee auslässt und die
Sandler-typischen Witze auskostet, die stets unter die Gürtellinie zielen,
entwickelt sich der Film dank des munter aufspielenden Darstellerensembles zu
einer lockeren Komödie mit einigen amüsanten Gags (die sicherlich auf das Konto
des "Golden Girls"-Autoren Barry Fanaro gehen) und nachdenklichen Untertönen,
die allerdings nicht thematisiert werden.
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Viel Potenzial steckt in den 98 Minuten. Doch viele der angesprochenen Probleme, Missstände und in der Gesellschaft herrschenden Vorurteile werden einfach nur eingeworfen und mit einem Satz scheinbar wieder aus der Welt geschaffen. |
Das ist zwar jenseits der Realität. Aber in diesem Falle wäre es dann auch ein völlig anderer Film geworden. So bleibt es am Ende gute Unterhaltung für Hetero-, Homo-, Bisexuelle und alles, was sich dazwischen befindet.
Bericht: Clint Metzger
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2:37 |
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| Hauptdarsteller: |
Joel Mackenzie, Sam Harris, Clementine Mellor, Teresa Palmer, u.w. |
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| Regie: | Murali K. Thalluri | |
| Film: | Australien, 2007 Drama, ca. 95 Min. |
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Genau um 2:37 Uhr wird die Leiche eines Teenagers in einer Blutlache auf der Toilette einer australischen Highschool gefunden. Wer ist es und wie konnte es dazu kommen? Dies versucht der Film in Rückblenden sowie mit Hilfe von Interviews im Doku-Stil zu ergründen. |
Porträtiert werden ganz unterschiedliche Schüler, deren Wege sich an diesem Tag immer wieder kreuzen, die befreundet sind, oder sich nur vom Sehen her kennen.
| Manche haben ganz offensichtliche Probleme, so wird der schwule Sean von einigen Jungs gemobbt, der körperbehinderte Steven sogar von Lehrern verspottet. |
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Andere, wie der strebsame Marcus, seine Schwester Melody, die hilfsbereite Kelly, der attraktive Sportler Luke und seine Freundin Sarah, geben in aufschlussreichen Szenen nur zögernd Preis was sie bedrückt oder versuchen dies absolut geheim zu halten.
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Durch die Interviews, die ein Mitschnitt eines Schulpsychologen sein könnten und die Handlung immer wieder unterbrechen, erfährt man mehr über die Psyche und Gedankenwelt der Protagonisten. |
Dabei übertreibt es Regisseur Murali K. Thalluri leider in verschiedener Hinsicht. Inzest und eine daraus resultierende Schwangerschaft, Gehbehinderung mit gleichzeitiger Inkontinenz, das sind nicht unbedingt die Standard-Probleme von Jugendlichen und so massiv muss es auch gar nicht kommen um selbstmordgefährdet zu sein. Zudem durchbrechen die Interviews zu oft die Handlung, hier wäre es besser gewesen mehr auf die talentierten Schauspieler und eine präzisere Darstellung der einzelnen Charaktere zu setzen.
Auch wenn die interessante Thematik nicht immer optimal umgesetzt wurde und einige Längen aufweist, so gelingt dem Regisseur doch ein packender Debütfilm jenseits des üblichen Highschool-Klamauks, der nicht Gefahr läuft in ein reines "wer ist der Selbstmörder"-Ratespiel abzurutschen. Die sich zeitlich überschneidenden, aus unterschiedlichen Blickwinkeln gedrehten Szenen verdeutlichen die persönliche Situation der Schüler, die mit niemandem wirklich über ihre Probleme sprechen können. Ein Drama, das vor allem durch das überraschende und drastische Ende zum Nachdenken anregt und zur Erkenntnis führt, dass man eben niemals einen Menschen wirklich kennt.
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300 |
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| Hauptdarsteller: |
Gerard Butler, Lena Headey, Dominic West, David Wenham, u.w. |
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| Regie: | Zack Snyder | |
| Film: | USA, 2007 Historien-Abenteuer, ca. 116Min. |
Griechenland, vor rund 2500 Jahren, zur Zeit der Perserkriege: Unter der
Führung des Gottkönigs Xerxes strebt das Persische Reich die Herrschaft über die
damals bekannte Welt an. Die Spartaner mit ihrem König Leonidas denken aber
nicht daran sich diesem zu unterwerfen und töten die Abgesandten des mächtigen
Herrschers. Leonidas glaubt sich für einen Krieg gut gerüstet. Nirgends gibt es
eine härtere und brutalere Militärausbildung, nirgends gibt es so bedingungslose
Kämpfer wie in Sparta. Schwächliche Säuglinge werden gleich über die Klippe
geworfen, Knaben ab 7 Jahren den Müttern weggenommen um sie für den Kampf zu
drillen, die Elitekrieger bilden schließlich eine verschworene Gemeinschaft.
Doch bevor er sein Heer in den Krieg schicken kann, muss Leonidas das Orakel
befragen. Die Priester sind allerdings korrupt, von Xerxes bestochen und
verweigern daher die Zustimmung.
Dem Spartaner König bleibt nur noch seine
300-Mann starke "Leibgarde" und sein Plan, die persische Übermacht an einem
schmalen Pass, den Thermopylen, aufzuhalten. Das Gemetzel kann beginnen.
Einfache Krieger, Reiterstaffeln, monsterhafte Tiere aus den entlegendsten
Gegenden, die diabolische Elitetruppe Persiens. Leonidas trotzt mit seinen Mannen der Übermacht, werden ihm auch Verrat und
Intrigen nichts anhaben können?
Der Film folgt konsequent seiner ganz eigenen Ästhetik: Grobkörnige, erdige Farben lassen viele Szenen fast wie Gemälde wirken, surreale Bilder sowie eine ungewöhnliche Kampf-Choreografie beeindrucken und die heldenhaften Posen der muskulösen Krieger, die allesamt mit freiem Oberkörper kämpfen, könnten auch aus einem schwulen Erotik-Photoband stammen.
Der Film schafft es somit sich von anderen Historienverfilmungen abzugrenzen. Insgesamt gesehen jedoch leider nicht nur positiv. Dies liegt im Zusammenspiel von Erzähler, Inhalt und Optik: Die Stimme aus dem Off fängt spätestens nach 15 Minuten mit dem sich ständig wiederholenden Gefasel von Ruhm, Ehre und Heldentod an zu nerven. Frauen dürfen nur stolz sein, wenn sie gesunde Kinder geboren haben. Passend dazu sind alle behinderten und (grotesk) entstellten Menschen charakterlos und feige, hier kann nur ein starker König mit seinen opferbereiten, durchtrainierten Getreuen pathetisch die Freiheit verteidigen.
Regisseur Zack Snyder gelingt es nicht diese Stimmung wenigstens einmal zu brechen, so entsteht zwar ein Film aus einem Guss, jedoch mit einer zweifelhaften Aussage. Eine allzu große Bedeutung sollte man dem Streifen aber nicht zu kommen lassen, sondern ihn als das sehen was er ist: Eine Comicverfilmung inspiriert von historischen Ereignissen.
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Alexander |
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| Hauptdarsteller: |
Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer, Jared Leto, u.w. |
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| Regie: | Oliver Stone | |
| Film: | USA/D 2004 ca. 176Min. |
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In einer Zeit, als die Landkarte noch zahlreiche weiße Flecken aufwies und die Menschen nicht unter Arbeitslosigkeit stöhnten, war es noch einfach, die Welt zu erobern. |
Und das gelang einem jungen Mann namens Alexander (Frauen- und Männerschwarm Colin Farrell als blonder Hengst) in eindrucksvoller Weise. Nachdem seine Mutter (Angelina Jolie als buchstäblich falsche Schlange) dafür gesorgt hat, dass Alexander den Thron besteigen kann, flüchtet dieser vor ihrer allzu großen Fürsorge gen Osten. Er kämpft gegen die Perser und erobert Babylon, kämpft an vorderster Front in Indien und wird letztlich von Verräter in den eigenen Reihen ermordet.
| Oliver Stone schuf einen überwältigenden Bilderbogen (wie man es von ihm nicht anders gewohnt ist). Komponist Vangelis untermalt die grandiosen Aufnahmen mit heldenhaften Hymnen (wie man es von ihm auch nicht anders gewohnt ist). Was dem Epos allerdings fehlt, ist ein Kern und die Substanz. |
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Die Figuren wirken oberflächlich. Alexanders Mutter
verschwindet einfach mal so für längere Zeit, ehe sie wieder plötzlich per Brief
auftaucht. Alexanders immer wieder beschwörte Absicht von der Einigung der
Völker Europas und Asiens wirkt wie eine leere Parole (und ähnelt damit immerhin
dem Geschwätz mancher Politiker unserer Tage). Und eine Schauspielergröße wie
Anthony Hopkins fungiert gar nur als Geschichtenerzähler, der die einzelnen
Episoden zusammenhält.
Viele Fragen bleiben offen. Es ist absolut unklar, wie Alexander Hunderttausende
von Männern für sein Ziel begeistern konnte. Wie errang er einen Sieg gegen die
Perser, obwohl diese angeblich in die Flanken seiner Armee einfielen? Warum wird
seine Zuneigung anderen Männern gegenüber nur mit Blicken und Worten angedeutet,
während er mit einer Frau, die er nur aus politischen Gründen geheiratet hat,
gleich heißen Sex hat?
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Und nachdem er in der ersten Hälfte einer Chronologie der Ereignisse treu bleibt, blendet Stone mitten in der Geschichte urplötzlich zurück und liefert die Episode um die Ermordung von Alexanders Vater nach, was zu diesem Zeitpunkt weder dramatisch noch inhaltlich von Bedeutung ist und den Film nur unnötig in die Länge zieht. Ein bildgewaltiger Historiendrama, das unter der Oberfläche seiner schönen Bilder leider nicht viel zu bieten hat.
Bericht: Clint Metzger
Als ich diesen Film in meinem Weihnachtsurlaub ausgesucht habe, habe ich einen historischen Action-Film im Stil von Troja erwartet. Aber diese Erwartungen wurden nicht erfüllt. Stattdessen habe ich eine beeindruckende Geschichtsstunde erlebt, na ja, eigentlich drei Geschichtsstunden. Ein historisches Epos, mit dem Oliver Stone versucht hat, das Leben des Eroberers und Königs Alexander realistisch und glaubhaft wiederzugeben.
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Liebe, Tragik, Spannung, blutige Feldzüge, opulente Kostüme, großartige Landschaften, faszinierende und fremdartige Orte mischen sich zu einem Bilderbogen, der mich niemals gelangweilt, und der mich nachdenklich gestimmt hat. |
Neugierig haben mich auch die hier und da zu lesenden
Kritiken und Interviews gemacht, bei der es um die homoerotische Beziehung von
Alexander zu seinem Freund und Kampfgefährten ging. Oliver Stone hat diese Seite
Alexanders realistisch wiedergegeben. Ich freue mich, dass es auch einmal einen
Helden gibt, der, mit allen seinen Stärken und Schwächen, einen Mann liebte.
Wenn dir 170 Minuten Kinounterhaltung nicht zu lang sind und du Gefallen an
einem historischen Stoff, politischen Intrigen und manchmal aufregenden und
blutigen Schlachten hast, dann solltest du dir diesen Film nicht entgehen
lassen.
Bericht: René Gäbler
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Männer wie wir |
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| Hauptdarsteller: |
Maximilian Brückner, Rolf Zacher, David Rott, Lisa Potthoff, u.w. |
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| Regie: | Sherry Hormann | |
| Film: | Deutschland 2004 Komödie, ca. 106 Min. |
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In diesem Ruhrpott-Örtchen dreht sich am Wochenende alles um Fußball. Als Torwart Ecki, gelinkt durch einen gegnerischen Spieler, den entscheidenden Ball nicht hält, ist die Chance für den Aufstieg dahin. |
In der anschließenden Feier kommt auch noch heraus, der junge Torwart steht auf Typen. Da ist das Getuschel im Dorf groß. Insbesondere Eckis Vater hat große Probleme mit der neuen Situation fertig zu werden.
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Seine alten Kameraden vom Fußballverein schneiden ihn bei jeder Gelegenheit. Gekränkt und trotzig fordert Ecki seine alte Truppe zur Revanche! |
Er wettet: Seine alte Mannschaft mit einer neuen Mannschaft, die nur aus Schwulen besteht, bei
einem Spiel in vier Wochen zu besiegen.
Zusammen mit seiner Schwester macht er sich in Dortmund auf den Weg 'seine'
Mannschaft zusammen zu suchen.
Doch das ist gar nicht so einfach... Zum Glück stehen ihm Karl, ein herunter
gekommener Fußballprofi, und Elke zur Seite.
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Die vier Wochen vergehen wie im Fluge und das entscheidende Spiel findet
tatsächlich statt...
Wer wird gewinnen - die Heten oder die Gays?
Wird Ecki und sein Freund vom Dorf und seinen Eltern akzeptiert?
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Erfolgsregisseurin Sherry Hormann (u.a. "Irren ist männlich") hat eine Komödie geschaffen, die frech, liebevoll und zum schmunzeln einlädt, der Humor wird jedoch nicht auf Kosten von Minderheiten erkauft.
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Durch die 11 Spieler eine Fußballmannschaft konnte sie die verschiedenen Charaktere des "Schwulen Mannes" wunderbar darstellen. |
Den Ungeouteten gibt's ebenso, wie den jungen türkischen Imbissverkäufer und den Bärentyp. Neben der guten Story, dürften bekannte Schauspieler wie Mariele Millowitsch und Rolf Zacher zum Erfolg des Films beitragen.
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"MÄNNER WIE WIR" sollte sich jeder im Kino ansehen, der gerne lacht und auf
Gefühle steht, naja und für Fußballfans ist er eh ein "Muss".
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a.
M.
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Agnes und seine Brüder |
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| Hauptdarsteller: |
Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup, Martin Weiß, Katja Riemann, u.w. |
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| Regie: | Oskar Roehler | |
| Film: | D 2004 Familien-Drama, ca. 115 Min. |
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Eine schrecklich nette Familie: Drei Brüder plagen sich auf der Suche nach dem kleinen, privaten Glück mit Problemen aller Art und Größenordnung herum. |
Und die führen zu absurden Situationen, die uns den alltäglichen Wahn unserer modernen Gesellschaft auf verblüffend einfache Weise vor Augen halten.
Da ist Bibliothekar Hans-Jörg, der noch als Kind ins Bett gepinkelt hat und jetzt als gehemmter Nachwuchsalkoholiker seinen gesteigerten Fortpflanzungstrieb in einer Runde anonymer Sexsüchtiger dämpfen will. Dann gibt es noch den Politiker Werner, der für die Einführung des Dosenpfands kämpft, während seine Ehe quasi nicht mehr existiert. In einem Haus mit der Nummer 13 kann es ja nur Unglück geben. Und so läuft Werner lieber eine Runde mit seinem Hund, als seinem Hasch anbauenden Sohn zu einem gewonnenen Preis zu gratulieren, und den nicht mehr stattfindenden Sex mit seiner Ehefrau versucht er durch das Grillen von Würstchen zu kompensieren.
| Zu guter Letzt gibt es da noch Agnes, der früher einmal Martin hieß und sich jetzt als lasziv auftretende Tänzerin durchs Nachtleben schlägt. |
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Alle drei kämpfen mehr mit sich selbst als mit den Unwägbarkeiten ihres
Alltags. Und zunächst scheinen sie alle zu scheitern. Hans-Jörg wird beim
Spannen auf der Damentoilette erwischt und verliert seinen Job. Werners Frau
schnappt sich den ältesten Sohn und zieht von jetzt auf nachher aus. Und Agnes
Verwandlung zieht ernsthafte körperliche Komplikationen nach sich.
Doch letztlich reicht die Tragikomödie ihren Protagonisten und uns doch noch
einen rettenden Strohhalm: Hans-Jörg findet seine große Liebe in einer
Pornodarstellerin. Die gemeinsame Sorge nach dem ausgerissenen Sohn schweißt die
Eheleute wieder zusammen. Und Agnes tritt in ein wahrscheinlich besseres Leben
nach dem Tod ein.
Regisseur Roehler ("Die Unberührbare") treibt sicher so manchen Gag auf die
Spitze (und lässt Werner während eines Telefonats mit Parteikollege Joschka auf
dem Fußboden seine Notdurft verrichten). Doch niemals macht er seine Figuren
lächerlich oder zielt unter die Gürtellinie. So wahnwitzig manch Szene und
Dialog erscheinen mag - so bewusst wird einem mit dem Lachen, dass das Groteske
gar nicht so weit von unserem heutigen, durch die Medien bestimmten Leben
entfernt ist.
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La Mala Educatión - Schlechte Erziehung |
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| Hauptdarsteller: |
Gael Garcia Bernal, Fele Martinez, Javier Camara, u.w. |
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| Regie: | Pedro Almodóvar | |
| Film: | Spanien 2004 Drama, ca. 98 Min. |
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Filmfestspiele von Cannes ist sein erzählerisch ausgereiftestes Werk, in dem er seinen Lieblingsthemen treu bleibt: Liebe, Lust und Leidenschaft. |
Almodovars Filme sind schrill, tragisch, komisch,
irritierend sexy und dramatisch. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen
Völlig überraschend erhält der erfolgreiche Regisseur Enrique Besuch von einem
Jugendfreund. Ignacio, seines Zeichens Schauspieler, händigt ihm ein Drehbuch
aus, das auf beider Kindheitserinnerungen beruht: Der gemeinsamen Zeit in einer
Schule, die von der zart aufblühenden Liebe der beiden Knaben und der
krankhaften Zuneigung des Priesters Manolo zu Ignacio geprägt war.
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Enrique ist begeistert und will die Erzählung verfilmen. Doch bei der Umsetzung kehren nicht nur Erinnerungen aus der Vergangenheit zurück. Er entdeckt auch, dass Ignacio nicht der ist, der er vorgibt zu sein. |
Enrique kommt einem tragischen Dreiecksverhältnis auf die
Spur, das tödliche Konsequenzen hat.
Almodovar hat eine dramatische Thriller-Oper in drei verschachtelten Akten
geschaffen. Dabei war ihm wichtig, dass die neu gewonnene Freiheit Spaniens nach
der Franco-Diktatur sicht- und spürbar wird (ja, auch durch die Darstellung von
heißem Männersex). Dies ist ihm dank überzeugender Darsteller, betörender Bilder
und einer formalen Verpackung in der Tradition eines "Film noir" auch bestens
gelungen.
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Die Musik deckt die gesamte Bandbreite großer Gefühle ab;
die Bilder umschmeicheln die Körper der erwachsenen Darsteller wie ein
zärtlicher Liebhaber; und Jean Paul Gaultiers Kostümentwurf für den hautengen
Dress der Zarah ist wie immer ein echter Hingucker.
Kein einfach zu konsumierendes, aber inhaltlich wie formal eindrucksvolles Kino
großer Gefühle.
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Sommersturm |
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| Hauptdarsteller: |
Robert Stadlober, Kostja Ullmann, Alicja Bachleda-Curus, Miriam Morgenstern, u.w. |
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| Regie: | Marco Kreuzpaintner | |
| Film: | Deutschland 2004 Coming-Out, ca. 98 Min. |
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Ein Ruderverein in Oberbayern. Tobi und Achim sind beste Freunde und machen jede Menge Mist zusammen. |
Achim hat sich in die hübsche Sandra verliebt, deren Freundin Anke will was von Tobi, doch der ist, was keiner weiß, total verliebt in Achim.
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Ein Sommerzeltlager samt Wettkampf steht an, auf das sich alle freuen. Schließlich verspricht das eine Menge Spaß, die Möglichkeit sich näher zu kommen und eine Mädchenmannschaft aus dem "sündigen" Berlin wird auch erwartet.
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Doch statt vollbusiger Mädels taucht die Jungs-Mannschaft "QueerSchlag" auf. Mit denen versteht man sich gleich prima, doch als klar wird, dass es sich um Gays handelt, ist die Irritation groß. |
Manche reagieren cool auf die unerwartet
unschwule wirkenden Typen, andere, wie Vereinspräsidenten-Sohn Georg, sind
empört und lästern.
Achim und Sandra kommen sich immer näher, das "Erste Mal" steht unmittelbar
bevor. Tobi reagiert immer eifersüchtiger, als er merkt wie aussichtslos seine
Liebe zu seinem Freund ist.
| Doch da gibt es auch noch den hübschen Leo von den "Queerschlägern", der Tobi mehr als nur sympathisch findet... |
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Kurz vor dem Wettkampf hat sich die Stimmung aus Lügen, Eifersucht und unterdrückten Gefühlen zugespitzt, als zusätzlich noch ein Gewittersturm über das Camp hereinbricht. Aber Gewitter haben ja schließlich auch eine reinigende Wirkung...
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Was andere Länder schon vorgemacht haben, hat jetzt endlich auch mal Deutschland geschafft: Ein realistischer Coming-Out Film über einen ganz normalen Jugendlichen, jenseits aller Klischees. In der schwulen Sportgruppe sind vom feminineren Typ über "Normalos" bis hin zum muskulösen Casanova ganz unterschiedliche Jungs vertreten. Regisseur Marco Kreuzpaintner gelingt mit tollen Schauspielern eine Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Der Film ist weder Komödie noch Tragödie und trotzdem mit viel Witz, Dramatik und Erotik, schließlich gibt's jede Menge hübsche, sportliche Jungs (und Mädchen) zu sehen. Solche Filme, in denen Schwule und Heteros gemeinsam einen klasse Kinoabend verbringen können wünscht man sich!
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Die Frauen von Stepford |
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| Hauptdarsteller: | Nicole Kidman, Bette Midler, Matthew Broderick, Christopher Walken, u.w. | |
| Regie: | Frank Oz | |
| Film: | USA 2004 Grusel-Komödie ca. 90 Min. |
Die ehrgeizige Joanna erleidet nach einem beruflichen Desaster einen Zusammenbruch. Jetzt möchte sie zusammen mit ihrem Mann etwas Ruhe in ihr Leben bringen, indem sie beide in den beschaulichen Vorort Stepfort ziehen.
Hier scheint die Zeit in den fünfziger Jahren stehen geblieben zu sein: Die
Frauen sind alle adrett gekleidet und ihre ganze Fürsorge gilt ihren
Göttergatten, die sich regelmäßig in einem sonderbaren Männerclub treffen.
Eigentlich möchte Joanna am liebsten schnell wieder verschwinden, doch mit zwei
weiteren Neulingen, der chaotischen Autorin Bobbie und dem schwulen Roger freundet sie sich schnell an. Alle anderen Frauen wirken sehr mechanisch und
versprühen schon mal Funken. Noch sonderbarer wird es, als der tuckige Roger plötzlich konservativer als sein biederer Freund wird und Joanna zur
ordnungsliebenden Übermutter mutiert. Wird unsere Heldin das gleiche Schicksal
ereilen?
In dem Remake von "Die Frauen von Stepford" verzichtet Regisseur Frank Oz weitgehend auf Horror und Grusel, dafür setzt er ganz auf Komik sowie auf die hochkarätige Besetzung. Auch wenn nicht alle Gags zünden und der Film manchmal so betulich wie ganz Stepford wirkt, bietet er doch einen unterhaltsamen Kinoabend inklusive einem humorvollen Plädoyer für mehr Individualismus.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex Mannheim.
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Mambo Italiano |
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| Hauptdarsteller: | Luke Kirby, Ginette Reno, Paul Sorvino, Mary Walsh, Peter Miller, Sophie Lorain, u.w. | |
| Regie: | Emile Gaudreault | |
| Film: | Kanada 2004 Coming-Out-Komödie, ca. 90 Min. |
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Angelo ist der Sohn italienischer Einwanderer in Montreal. Seine Eltern haben sich hier ihr "Little Italy" geschaffen, samt allen Eigenheiten, die eine richtige italienische Familie ausmachen. |
Dazu gehört natürlich ein ausgeprägter Familiensinn inklusive Überfürsorge und Bevormundung. Als der hübsche Angelo es wagt, sich eine eigene Wohnung zu suchen, ist das eine mittlere Katastrophe und seine neurotische Schwester Anna muss nun den täglichen Wahnsinn alleine mit Mama Maria und Papa Gino aushalten.
| Durch einen Zufall trifft Angelo seinen Jugendfreund Nino wieder, der inzwischen Polizist ist. Zwischen den beiden funkt es gleich, wenig später ziehen sie zusammen. | ![]() |
Doch während Angelo die Heimlichtuerei auf die Nerven geht, kommt für den Macho Nino ein Outing nicht in Frage.
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Aber es kommt wie es kommen muss, die ersten Gerüchte, die plötzlich ins Zimmer hereinplatzende Anna und als Angelo seinen Eltern auch noch sagt was Sache ist, weiß es gleich darauf Ninos Mutter. |
Dem wird das jetzt alles zu viel. Während sich die Mütter noch streiten, welcher Sohn wen besteigt, probiert es Nino mit dem anderen Geschlecht in Form von Ex-Mitschülerin Pina. Jetzt kann Angelo nur noch die Gay-Line helfen, aber wird er dort die Lösung seiner Probleme finden?
Mambo Italiano ist eine gelungene Komödie übers Coming-Out, die sich bei
allem Witz nie über Schwule lustig macht und auf eine liebevolle Art auch
die typisch italienische Familie karikiert. An manchen Stellen hat der Film
einen leichten "Pedro Almodóvar-Touch", wenngleich nicht ganz so schrill und
sicher auch etwas "braver" (FSK 6). Insgesamt ein absolut sehenswerter Film mit
Humor, Dramatik und sehr attraktiven Hauptdarstellern!
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex
Mannheim.
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Monster |
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| Hauptdarsteller: | Charlize Theron, Christina Ricci, Bruce Dern, u.w. | |
| Regie: | Patty Jenkins | |
| Film: | USA 2004 Drama, ca. 110 Min. |
In einer Szenebar lernt die abgehalfterte Hure Aileen zufällig die lesbische
Selby kennen. Für Selby ist es Liebe auf den ersten Blick, für die
selbstmordgefährdete Aileen ist die junge Frau ein letzter Strohhalm, an den sie
sich bald immer verzweifelter klammert. Doch die Beziehung steht unter keinem guten
Stern. Selby lebt vorübergehend bei christlichen Verwandten, die sie von ihrer
Homosexualität heilen sollen, Aileen ist psychisch am Ende und total pleite. Um
an etwas Geld zu kommen, fährt sie mit einem Freier in ein Waldstück. Doch der
will keinen schnellen Sex sondern entpuppt sich als völlig pervers. Durch die
Liebe zu Selby wieder zu etwas Lebenswillen gekommen, erschießt sie den Typen in
Notwehr und nimmt sein Geld an sich.
Doch das reicht natürlich nicht lange. Während Selby ihren Spaß haben will
und immer neue Forderungen stellt, versucht Aileen einen Job zu bekommen. Aber
niemand gibt ihr eine Chance und der Wunsch ein bürgerliches Leben mit ihrer
Freundin zu führen wird zur Utopie. Einzige Geldquelle sind neue Freier. Durch
die erste Tötung ist bei Aileen jedoch ein Damm gebrochen, ein Leben lang wurde
sie missbraucht und gedemütigt, jetzt ist die Zeit der Rache gekommen und diejenigen, die es ihrer Meinung nach "verdienen", sollen nun mit ihrem Geld und
Leben bezahlen. Ist es am Anfang noch ein (vermeintlicher) Kinderschänder,
werden die Opfer bald immer "harmloser". Was mit Aileens Männern geschieht
bleibt Selby nicht verborgen, sie ist schockiert, das Geld nimmt sie aber gerne. Als es die ersten Zeugen gibt,
zieht sich die Schlinge immer enger um das ungleiche Pärchen...
In den Medien wurde Aileen nach ihrer Verhaftung nur als Monster bezeichnet.
Regisseurin Patty Jenkins blickt jedoch tief in die Seele der Mörderin, lässt
sie ihre Geschichte erzählen, die unweigerlich zur Tragödie wird. Trotzdem
verharmlost der Film nicht die Taten, sondern zeigt diese in immer brutalerer
Weise.
Das intensive Spiel von Charlize Theron, die mit Mut zur Hässlichkeit und
großer Glaubwürdigkeit Aileen verkörpert, die auswegslos-stimmige Atmosphäre,
sowie die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, lässt Dich
diesen Film sicher nicht so schnell vergessen.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex Frankfurt.
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L.I.E. - Long Island Expressway |
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| Hauptdarsteller: | Brian Cox, Paul Franklin Dano, Billy Kay, u.w. | |
| Regie: | Michael Cuesta | |
| Film: | USA 2003 Drama, ca. 97 Min. |
Der 15 jährige Howie lebt in einem amerikanischen Vorort. Sein Vater ist zwar
ein wohlhabender Unternehmer, doch emotional kann er seinem Sohn kaum etwas
bieten und so vergnügt er sich auch schon kurz nach dem Unfalltod der Mutter mit
seiner neuen Freundin, oder macht sich um einen drohenden Prozess sorgen.
Geborgenheit sucht
Howie anderweitig. Er verliebt sich in seinen coolen Freund
Gary, hängt mit dessen Freunden rum und bricht aus Langeweile in Wohnungen ein.
Das Gary sein Geld auf dem Straßenstrich verdient, ahnt Howie nicht. Genauso
wenig weiß er, dass der alte Big John zu seinen Freiern zählt. Nachdem die Jungs
aus dessen Wohnung Pistolen geklaut haben, verrät Gary den ahnungslosen Howie an
Big John und flüchtet selbst kurz danach aus der Stadt.
Der undurchsichtige Big John findet Gefallen an Howie, setzt ihn jedoch unter
Druck die gestohlenen Sachen zurück zu bringen. Aber es kommt noch schlimmer:
Howies Vater wird verhaftet. Ganz auf sich alleine gestellt ist jetzt nur noch
Big John für ihn da, der auf seine ganz eigene Art auch ein cooler Typ ist.
Howie merkt schnell, dass Big John mehr von ihm will und spielt mit seinen
jugendlichen Reizen. Doch der Alte nutzt die Situation wider erwarten nicht aus,
beide haben gemeinsame Interessen und er versteht den Jungen mit seinen Problemen. Doch Big John wohnt mit seinem jungen Freund zusammen und der möchte
nicht einfach ausgetauscht werden...
Auch wenn die Geschichte ziemlich dramatisch klingt, sie wirkt nie konstruiert und kommt dankt der hervorragenden Schauspieler sehr authentisch rüber: Big John, dessen Neigungen sich hart an der Grenze zur Pädophilie bewegen, der pubertierende Howie, der auf der Suche nach Geborgenheit ist und der gerissene Gary sind ideal besetzt. Regisseur Michael Cuesta bewertet die Handlungen seiner Protagonisten nicht, er zeigt viel mehr ihre innere Zerrissenheit und überlässt es dem Zuschauer sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos
in Frankfurt a. M.
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Frida |
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| Hauptdarsteller: | Salma Hayek, Alfred Molina, Ashley Judd, Antonio Banderas, u.w. | |
| Regie: | Julie Taymor | |
| Film: | USA / Kanada 2002 Biografie, ca. 120 Min. |
Mexiko in den zwanziger Jahren: Die lebenslustige Frida wird bei einem
Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt. Ihr Bein ist zertrümmert und ihr
Körper wird von einer Eisenstange durchbohrt. Doch so schnell lässt sie sich
nicht unterkriegen, malt Bilder, erst nur auf ihr Gipskorsett, dann, immer noch
im Bett liegend, auf Leinwand. Mit eisernem Willen beginnt sie wieder zu laufen
und das geradewegs zu Diego Rivera, Mexikos berühmtesten Maler, denn er soll
über ihr Talent entscheiden. Diego ist begeistert und bald verlieben sich beide.
Obwohl nicht gerade mit Schönheit geschlagen ist der Künstler ein hoffnungsloser
Frauenheld, der nichts anbrennen lässt. Trotzdem, was Frida möchte erreicht sie
auch. Beide heiraten. Sie fordert Loyalität und Diego wird fortan immer zu ihr
stehen, treu sein kann er aber nicht. Die Jahre vergehen Diego hat inzwischen
auch Erfolg in dem USA, Frida begleitet ihn, doch als Kommunist eckt er dort
bald an. Zwischen dem Künstlerpaar ist inzwischen eine Art Hass-Liebe
entstanden, ihr "Fettwanst" hat ständig Affären, aber auch die bisexuelle Frida
hat welche, manchmal mit den Ex-Geliebten ihres Mannes und später sogar mit Leo
Trotzki, der vorübergehend bei ihnen wohnt.
Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich Fridas Gesundheit zusehends,
zahlreiche Operationen aufgrund ihres Unfalls, eine Totgeburt, Schmerzen und
Amputationen, Befreiung findet sie nur in ihrer Malerei. Trotz ihres großen
Talents steht sie aber künstlerisch immer noch im Schatten ihres Mannes. Erst am
Ende ihres Lebens erhält sie ihre erste große Ausstellung...
In der beeindruckenden Biografie der berühmten mexikanischen Malerin Frida
Kahlo überzeugt Hauptdarstellerin Salma Hayek in jeder Sekunde. Vom lebensfrohen
Teenager bis zum von Krankheit und Leiden geprägten Ende spielt sie mit
unglaublicher Intensität und wurde dafür zu Recht für den Oscar nominiert. Der
üppig ausgestattete Film ist sehr emotional, nie rührselig und wird bei aller
Tragik vom Lebenswillen Fridas geprägt. Er gibt einen faszinierenden Einblick in
die (Gedanken)Welt der Künstlerin und die bekanntesten Bilder erwachen hier
sogar zu Leben.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a.
M.
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Dem Himmel so fern |
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| Hauptdarsteller: | Julianne Moore, Dennis Quaid, Dennis Haysbert, u.w. | |
| Regie: | Todd Haynes | |
| Film: | USA 2002 Drama, ca. 110 Min. |
Eine amerikanische Kleinstadt in den 50er Jahren, die Häuser sind alle frisch
gestrichen, die Vorgärten gepflegt und selbst das Herbstlaub strahlt hier in
leuchtenden Farben. In dieser Spießeridylle, in der es schon als äußerst liberal
gilt, freundlich zum schwarzen Personal zu sein, wohnt das Traumpaar Cathy und
Frank. Sie kümmert sich um Haushalt, Kinder und diverse gesellschaftliche
Verpflichtungen, er arbeitet erfolgreich in einer Firma und verdient das Geld.
Doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Sexuell läuft schon lange
nichts mehr zwischen den beiden, denn Frank schaut lieber den Männern nach.
Dabei bleibt es natürlich nicht und eines Tages erwischt ihn seine Frau mit
einem anderen Typen im Büro. Cathy ist schockiert und drängt ihren Mann zu einem
Psychiater der Es wegtherapieren soll.
Zwischenzeitlich freundet sich Cathy mit dem schwarzen Gärtner Raymond an.
Beide haben die gleichen Interessen und bei ihm findet sie Verständnis. Doch ein
gemeinsamer Restaurantbesuch wird von einer Lokalreporterin beobachtet. Skandal!
Um die Situation zu entspannen fahren Cathy und Frank in Urlaub, doch dort
verliebt sich Frank in einen jungen Mann und auch Cathy kann Raymond nicht so
einfach vergessen. Werden sie es wagen zu ihrer jeweiligen neuen Liebe zu
stehen?
Todd Haynes karikiert in seinem Film die verlogene Spießerwelt, in der
Freundschaft endet, wenn es einer wagt die ungeschriebenen Regeln zu brechen.
Rassismus und Homophobie machen es fast unmöglich dem Himmel nahe zu kommen und
der Preis für die Liebe, die nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht, ist
hoch. Leider gibt es auf dieser Welt noch immer viel zu viel solcher Orte.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a.
M.
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Wie die Karnickel |
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| Hauptdarsteller: | Michael Lott, Sven Walser, Heinrich Schmieder, u.w. | |
| Regie: | Sven Unterwaldt jr. | |
| Film: | Deutschland 2002 Komödie, ca. 88 Min. |
Der heterosexuelle Holger ist Musiker, tollpatschig und ziemlich triebhaft.
Als seine Freundin durch Zufall ein Porno-Video bei ihm entdeckt, verlässt sie
ihn entrüstet. Zu gleicher Zeit zieht in der Nachbarwohnung der schwule Sigi ein, der ist genauso rattig, aber im
Gegensatz zu Holger lebt er seine
Wünsche nicht in der Fantasie aus, sondern setzt sie bei jeder Gelegenheit
gleich in Realität um. Davon wenig begeistert ist sein langjähriger Partner
Hubert und so ist Sigi ebenfalls wieder solo. Es braucht nicht lange bis
dessen lockerer Umgang mit dem Sex auf Holger abfärbt: Erst sind's Poster mit
großbrüstigen Pornostars, bald hat der bis dahin eigentlich brave Musiker eine
wilde Affäre mit einer extravaganten Operndiva.
Die Versuche sich wieder mit den Ex-Partnern zu versöhnen ist wenig erfolgreich.
Bei Sigi und Hubert verhindert das der von beiden begehrte Möbelpacker Benno (Alfonso Losa,
der "Carlos" aus dem Marienhof) nicht nur mit
Muskelspielchen, bei Holger und Vera verfehlt die Reizwäsche ihre Wirkung und ein
Artikel den Vera mit zwei Kampflesben (eine ist Frauenknast-Lesbe "Walter")
über ihre Beziehung verfasst, ist auch nicht für eine Versöhnung förderlich.
Kann es in einer Fernseh-Talkshow zur großen Aussprache kommen?
Nach dem "bewegten Mann" und "Kondom des Grauens" gibt es endlich wieder einen
Kinofilm nach einem Buch des schwulen Kult-Comic-Zeichners Ralf König. Die
Hauptdarsteller sind zwar nicht so bekannt, aber dafür bestens besetzt und in
einer Nebenrolle kann man den muskulösen Alfonso Losa bewundern. Es gibt jede
Menge Situationskomik, Klischees werden auf die Spitze getrieben und
gleichzeitig wird aber auch klar: Männer denken halt immer nur an das Eine und egal ob schwul oder hetero, sie
verhalten sich wie die Karnickel...
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a.
M.
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Sommer wie Winter - Presque Rien |
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| Hauptdarsteller: | Jérémie Elkaim, Stéphane Rideau, u.w. | |
| Regie: | Sébastien Lifshitz | |
| Film: | Frankreich 2000 Drama, ca.100 Min |
Der 18jährige Mathieu verbringt wie jedes Jahr mit seiner Familie die
Sommerferien am Strand. Doch diesmal gibt es einen entscheidenden Unterschied:
Mathieu verliebt sich in den attraktiven und erfahreneren Cédric. Natürlich
bleibt dies der Verwandtschaft nicht verborgen, aber trotz der etwas schwierigen
familiären Situation verläuft das Coming Out des eher verschlossenen Jungen
ohne größere Probleme. Regisseur Sébastien Lifshitz gelingt es dabei völlig
unverkrampft und mit vielen sehr erotischen Szenen die Liebe der jungen Männer
darzustellen.
Viele Urlaubslieben enden genauso schnell wie sie begonnen haben, aber die
beiden Jungs wollen Sommer wie Winter zusammenbleiben und ziehen nach Ende der
Ferien gemeinsam in eine andere Stadt. Doch nach gut einem Jahr zerbricht die
Partnerschaft und Mathieu muss auf schmerzahfte Weise erst einmal wieder zu sich
selbst finden.
Der Film konzentriert sich vor allem auf seinen Hauptdarsteller Mathieu. In drei
verschiedenen Zeitebenen erzählt Regisseur Lifshitz vom Beginn der Beziehung während
der Ferien, von Mathieus Klinikaufenthalt nach seinem Selbstmordversuch und von
seiner anschließenden Neuorientierung. Die äußeren Ereignisse sowie Mathieus
innerer Zustand setzen sich so allmählich wie ein Puzzle zusammen, ein Puzzle,
bei dem aber viele Teile bewusst weggelassen werden, sodass jeder die Möglichkeit
hat die Geschichte selbst zu vervollständigen. Aber keine Angst, ganz so
kompliziert wie es sich jetzt anhört ist der Film nicht und für manche Länge entschädigen die beiden attraktiven, überzeugend besetzten Hauptdarsteller.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Olympia Kinos
in Frankfurt a.
M.
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Shadow of the Vampire |
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| Hauptdarsteller: | John Malkovich, Willem Dafoe, Udo Kier, u.w. | |
| Regie: | Elias Merhige | |
| Film: | USA/Großbritannien 2000, 91 Min |
Der Film "Nosferatu", den Regisseur F.W. Murnau in den zwanziger
Jahren drehte, gehört zum Besten was das Vampir-Genre hervorgebracht hat. In
"Shadow Of The Vampire" sind wir bei den Dreharbeiten eines von
Authentizität besessenen Murnaus dabei. Statt Studioaufnahmen gibt es Außendrehs
in Osteuropa, die Statisten sind echte Bauern und der Vampir, ja auch der Vampir
ist echt! Der schon damals berühmte Regisseur hat nämlich einen alten
Blutsauger ausfindig gemacht und ihm als "Bezahlung" für seine
Mithilfe die Schauspielerin Greta versprochen. Die Crew hat davon natürlich
keine Ahnung und ist von diesem ungewöhnlichen Darsteller fasziniert. Doch
leider hat der Untote schon vorher Appetit, sodass bald der Kameramann ersetzt
werden muss. Auch den Filmleuten wird's langsam unheimlich und so manchem kommt
ein furchtbarer Verdacht in den Sinn, aber schließlich muss man als Künstler
auch bereit sein Opfer zu bringen...
"Shadow Of The Vampire" ist durchaus als eine Hommage an die großen
Filme der zwanziger Jahre zu verstehen. Geschickt mischt Regisseur Elias Merhige
immer wieder grobkörnige Schwarzweiß-Sequenzen in den Farbfilm und zeigt
nebenbei die technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Allerdings gelingt
die Gratwanderung zwischen schwarzer Komödie und Horrorfilm nicht ganz.
Trotzdem: Die eigentlich geniale Idee aus Nosferatu-Schauspieler Max Schreck
einen echten Vampir zu machen, die schauspielerische Leistung der Darsteller und
die perfekte Arbeit der Kostümbildner machen den Film sehenswert.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos
Orfeos Erben in Frankfurt a. M.
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Der Club der gebrochenen Herzen |
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| Hauptdarsteller: | Timothy Olyphant , Andrew Keegan, u.w. | |
| Regie: | Greg Berlanti | |
| Film: | USA 2000, ca. 95 Min. Komödie |
Endlich mal ein Film über Gays, der nicht auf Klischees
aufbaut oder sich über Schwule lustig macht.
Regisseur Greg Berlanti zeigt das Leben einer handvoll schwuler Freunde, die
alle Gäste oder Mitarbeiter des Lokals "Club der gebrochenen Herzen"
sind. Dabei beginnt der Film eigentlich auf der Geburtstagsparty von Dennis. Der
feiert seinen 28sten und wie das halt so ist, es bahnt sich ein weiterer
OneNightStand in seinem Leben an. Doch bevor es im Bett zur Sache geht, besinnt
sich Dennis eines Besseren. Als er dann runter in die Küche geht wartet dort
ein "Frischling", ein 23 jähriger Boy... Kann er Dennis aus seiner
Melancholie reißen ?
Viel Humor mit einen Tropfen Drama macht den Film für Homos, Lesben und Heteros
gleichermaßen interessant!
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos
in Frankfurt a. M.
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No One Sleeps |
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| Hauptdarsteller: | Tom Wlaschiha, Irit Levi, Jim Thalman, Richard Conti, u.w. | |
| Regie: | Jochen Hick | |
| Film: | BRD 2000, ca. 108 Min. Thriller |
Der Berliner Medizinstudent Stefan wird zu einem Vortrag über Aids nach San
Francisco eingeladen. Der attraktive schwule Mann ist der Sohn des Ostberliner
Wissenschaftlers Jakob Segal. Dieser vertrat die umstrittene These, dass das
HI-Virus in US-Genlabors erschaffen und an Häftlingen getestet wurde. Durch
Unwissenheit soll sich so die Krankheit in der Bevölkerung verbreitet
haben. Stefan möchte nun seinen Aufenthalt nutzen, um die Theorie seines Vaters
zu beweisen. Doch bald nach seiner Ankunft geschehen mysteriöse Morde an
HIV-infizierten Männern...
Was weiß der Ex-Sträfling Jeffrey, in den sich Stefan verliebt? Welcher
Zusammenhang besteht zwischen Puccinis Oper "Turandot" und den Morden?
Möchte die Kommissarin Louise Tolliver den Fall wirklich klären? Weiß der
zwielichtige Dr. Burroughs mehr als er sagt? Stefan sieht sich plötzlich vielen
Fragen ausgesetzt, kann niemandem mehr trauen und befindet sich mitten in einer
undurchschaubaren Verschwörung...
Regisseur Jochen Hicks ist mit seinem Film ist ein spannender Mix aus Thriller,
Lovestory und Schwulendrama gelungen, der zwar die Theorie von Jakob Segal in
den Mittelpunkt stellt, trotzdem aber nicht belehrend oder besserwissend wirkt.
Obwohl koproduziert mit arte und dem WDR, hat der Film nicht den typisch
deutschen "Filmförderungs-Touch", sondern ist ungewöhnlich fesselnd,
in sich stimmig und sehr authentisch.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos
Orfeos Erben in Frankfurt a. M.
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Tropfen auf heiße Steine |
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| Hauptdarsteller: | Bernard Giraudeau, Malik Zidi, Ludivine Sagnier, Anna Thompson, u.w. | |
| Regie: | François Ozon | |
| Film: | F, JAP 1999, ca. 90 Min. Drama |
Der junge Franz lernt den deutlich älteren Versicherungsvertreter Leopold kennen. Bald sind beide ein Paar und leben zusammen in Leopolds Wohnung. Doch der pedantische Versicherungsvertreter zeigt nach und nach sein wahres Gesicht und demütigt ständig den unsicheren Jungen, der immer mehr zum devoten Houseboy wird.
Als dann auch noch die reichlich naive Ex-Freundin von Franz, sowie Leopolds transsexuelle Ex-Geliebte auftauchen, eskaliert die Situation. Leopold vergnügt sich mit den beiden Frauen und Franz bleibt nur noch ein Ausweg...
Der französische Regisseur François Ozon hat ein fast vergessenes Theaterstück
von Rainer Werner Fassbinder wiederentdeckt und verfilmt. Er entwickelte daraus
ein intensives Kammerspiel, man riecht förmlich den Mief der spießigen 70er
Jahre Wohnung und obwohl der komplette Film nur in Leopolds Appartement spielt,
vermag die Handlung zu fesseln. Bei aller Ausweglosigkeit lässt es Regisseur
Ozon ("Sitcom") auch in diesem Film wieder nicht an ironischen und
grotesken Situationen fehlen.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos
Orfeos Erben in Frankfurt a. M.
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GODS AND MONSTERS |
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| Hauptdarsteller: | Ian McKellen, Brendan Fraser, Lynn Redgrave, u.w. | |
| Regie: | Bill Condon | |
| Film: | USA 1997, ca. 105 Min. Drama |
Der Film zeigt die letzten Tage des in die Jahre
gekommenen Hollywood-Regisseur James Wahle. In den 30er Jahren hatte er große Erfolge mit
seinen "Frankenstein"-Filmen. Nach einem leichten Schlaganfall wird sein
geistiger Zustand zunehmend schlechter. Immer wieder holen ihn Erinnerungen aus
seiner Vergangenheit ein.
Das er homosexuell ist hat er in seinem Leben nie verheimlicht. Er bäumt sich
noch einmal, auf als der attraktive Gärtner Boone bei ihm anfängt zu arbeiten.
Wahle fühlt sich geradezu erotisch angezogen von dem jungen Mann. Doch der ist nicht
schwul. Kann mehr zwischen ihnen entstehen als eine Freundschaft ?
Dramen haben naturgemäß etwas trauriges. Doch Regisseur Condon ist es gelungen
eine gute Mischung zwischen Ernst und humorigen Einlagen zu kreieren. Dabei
hat er die Materie Homosexualität nicht in den oft üblichen Klischees aufgezeigt, sondern stellt
das Thema normal und mit Witz dar. Der sportliche Brendan Fraser (als
Gärtner) zeigt viel Haut. Besonders amüsant ist die Szene in der Wahle einen
jungen Reporter dazu bringt sich im Strip-Poker-Stil auszuziehen.
Wer die Gelegenheit hat den Film in Frankfurt am Main zu sehen, der sollte den
Weg zu dem etwas abseits gelegenen Kino "ORFEOS ERBEN" nicht scheuen.
Das Kino bietet eine besondere Atmosphäre durch seine Mischung aus Gastronomie
und Lichtspielhaus. Die verstellbaren Kinostühle laden immer wieder zum Besuch
ein.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos
Orfeos Erben in Frankfurt a. M.
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Happy Texas |
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| Hauptdarsteller: | Jeremy Northam, Steve Zahn, William H. Macy, u.w. | |
| Regie: | Mark Illsley | |
| Film: | USA 1999, ca. 98 Min. Komödie |
Durch einen Zufall können die Häftlinge Harry Sawyer und Wayne Wayne Wayne Jr. aus
einem texanischen Gefängnis fliehen. Kurz darauf verschlägt es sie in das Provinzkaff
Happy. Dort hält man sie für das schwule Paar Steve und David, das die Dorf-Kinder
für einen Tanzwettbewerb fit machen soll. Den beiden bleibt nichts anderes übrig als
mit zu spielen. Die zwei Ganoven haben auch bald einen Blick auf die örtliche Bank und
zwei jungen Frauen geworfen. Doch bald wird es kompliziert: Der Sheriff verliebt sich in
"Steve" und ein weiterer Ausbrecher taucht in Happy auf...
Happy Texas lebt vor allem von der Situationskomik und schafft es, auf klischeehafte
Schwulenwitze zu verzichten. Das manchmal die Mikrofone am oberen Bildrand zu sehen sind,
sorgt allerdings eher für unfreiwilligen Humor. Die schauspielerische Leistung der
Hauptdarsteller machen solche handwerklichen Mängel jedoch wieder wett, so daß der
kurzweilige Film durchaus zu empfehlen ist.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos in Frankfurt a.
M.
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Get Real - Von Mann zu Mann |
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| Hauptdarsteller: | Ben Silverstone, Brad Gorton, Charlotte Brittain, u.w. | |
| Regie: | Simon Shore | |
| Film: | GB 1998, ca. 110 Min. Coming Out Film |
Was gibt es für Möglichkeiten, wenn man in einer konservativen
englischen Kleinstadt wohnt und merkt, daß man schwul ist? Sicherlich nicht viele und so
pilgert der hübsche 16jährige Steven immer wieder zur einschlägigen Toilette im
nahegelegenen Park. Hier die große Liebe zu finden ist natürlich nicht ganz einfach,
doch eines Tages lernt er dort John, den attraktiven Sportler und Mädchenschwarm der
Schule kennen. Beide verlieben sich ineinander.
John hat allerdings große Probleme sich seine Homosexualität einzugestehen und panische
Angst davor, daß andere "etwas merken" könnten. Auch Steven hat außer der
pummeligen Nachbarstochter Linad niemanden, dem er sich anvertraut. Als John eines Tages
seine Liebe zu seinem Freund auf brutale Weise verleugnet, wird Steven klar, daß es so
nicht weiter gehen kann...
Ein toller Film aus Großbritannien, der mit überzeugenden Schauspielern auf humorvolle
und ernsthafte Weise glaubhaft von den Problemen des Coming-Outs erzählt.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Olympia Kinos in Frankfurt a.
M.
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Trick |
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| Hauptdarsteller: | Christian Campbell, John Paul Pitoc, Tori Spelling, u.w. | |
| Regie: | Jim Fall | |
| Film: | USA 1999, ca. 90 Min. Gay- Komödie |
Der große Erfolg ist dem schwulen Musical-Komponisten Gabriel
bisher nicht geglückt und so landet der hübsche, aber etwas schüchterne Single eines
Abends mal wieder etwas gefrustet in einer New Yorker Szene Bar. Dort tanzt auch der
muskulöse und wahnsinnig attraktive Gogo-Boy Mark. Gabriel verguckt sich sofort ihn den
coolen Typen und als er Mark auf dem Weg nach Hause zufällig trifft ist eines klar:
Beide wollen es und zwar sofort. Doch das ist gar nicht so einfach, denn in Gabriels
Wohnung nervt erst seine chaotische "beste Freundin" Katherine und dann kommt
auch noch sein Mitbewohner mit Partnerin. Damit beginnt eine Odyssee durch die Nacht, bei
der sich die beiden immer besser kennen lernen...
Eine wirklich humorvolle und gelungene Komödie mit tollen (und attraktiven)
Hauptdarstellern, schrillen Typen, Erotik und vielen originellen Einfällen. Ein Film
nicht nur über, sondern auch für Schwule, bei dem aber alle, unabhängig von ihrer
geschlechtlichen Ausrichtung, ihren Spaß haben werden.
Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos in Frankfurt a.
M.
Viel Spaß im Kino wünscht Euch TIM. - Alle Angaben ohne Gewähr. -