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Denn ...     

[KINO IST DAS GRÖSSTE]

Einfach mal dem Alltag entfliehen und ins Land der Phantasie eintauchen. Gibt es einen schöneren Ort als im Kino. Wenn dann noch der richtige Film läuft, kannst Du dort alles erleben.
Unsere Kino-Tipps helfen Dir bei der Filmwahl ...

 

Die drei Musketiere 3D SeitenanfangSeitenanfangDer MandantSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Logan Lerman, Milla Jovovich, Christoph Waltz, Orlando Bloom u.w.

  Regie: Paul W.S. Anderson
  Film: GB / D 2011
Abenteuer, ca. 111 Min.

Kernige Kerle mit klirrenden Klingen – ein Klassiker wird neu belebt.

Im 17. Jahrhundert ist der Frieden in Europa in Gefahr. Der heimliche Herrscher Frankreichs Kardinal Richelieu hintergeht unter Mithilfe der intriganten M’Lady de Winter den naiven König Louis XIII. Um den drohenden Krieg mit England zu verhindern, greifen die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis mit Unterstützung des jungen D’Artagnan zu den Schwertern.

Derzeit ist es Mode, alte Filmstoffe neu zu leben. Was mit "Star Trek" und "Batman" gelang, soll nun auch "Superman" widerfahren. Science Fiction-Spezialist Anderson ("Resident Evil") hat sich nun eines eher klassischen Stoffes angenommen. Das Resultat überzeugt leider nicht vollständig.

 

Absolut sehenswert sind die Kulissen der Schlösser und Burgen Bayerns, denn die Dreharbeiten fanden zum größten Teil in der historischen Altstadt Bambergs, der Residenz und der Festung Marienberg in Würzburg, in Burghausen, im Neuen Schloss auf der Insel Herrenchiemsee und im Schloss Schleißheim bei München statt.

 Schauspielerisch sticht erneut Christoph Waltz heraus, der es erneut schafft, Komik und Boshaftigkeit zu verbinden, ohne mit der Wimper zu zucken.

Manche Effekte und Hintergrundmalereien sind leider auch für das ungeübte Auge deutlich als Trick erkennbar. Anderson strapaziert zudem die Logik und Gesetzmäßigkeiten der Physik derart, dass man jeden Moment erwartet, Baron Münchhausen auf seiner Kanonekugel durchs Bild fliegen zu sehen. Der Mix aus historischen Kostümen und Kulissen, modernem Witz und aufgepeppten Technikspielzeugen hinterlässt so leider einen unausgegorenen Eindruck.

Clint Metzger


Der Mandant SeitenanfangDie drei Musketiere 3DTransformers 3 3-DSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy u.w.

  Regie: Brad Furman
  Film: USA 2011
Thriller, ca. 119 Min.

Strafverteidiger Haller scheint den Fall seines Lebens gewinnen zu können. Er verteidigt den jungen Louis Roulet, Sohn einer reichen Beverly Hills-Familie, der wegen versuchter Vergewaltigung und Körperverletzung angeklagt ist.

Doch je intensiver er sich mit dem Fall beschäftigt, desto gefährlicher wird die Sache für ihn, denn die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Schuld und Unschuld verwischen schnell.

Zum zweiten Mal nach "Die Jury" schlüpft McConaughey wieder in die Rolle eines Anwalts. 2005 noch erhielt er den Titel des "Sexiest Man Alive".  

 

Nicht verwunderlich, dass er kurze Zeit später als Testimonial für Dolce & Gabbanas Duftkreation "The One" Werbung machte. In "Der Mandant" macht er zwar nach wie vor eine gute Figur im Anzug, zeigt aber dennoch eine nicht ganz astreine, ausgezehrte und von den Härten des Justizsystems gezeichnete Figur, die das Demokratieverständnis nach eigenen Regeln auslegt und auch mit den Gesetzen der Straße vertraut ist.

 

 Der Antrieb, seinen Mandanten zur Strecke zu bringen, kommt letztlich weniger aus dem Pflichtgefühl heraus, einen Schuldigen zu bestrafen, sondern einen eigenen Fehler aus der Vergangenheit. wieder zu korrigieren

 Dass Korruption in Polizei- und Anwaltskreisen eine gängige Methode zur Vereinfachung mancher Prozesse ist, wird ebenso beiläufig wie kaltschnäuzig kommentiert.

Regisseur Furman gelang ein geradliniger Justiz-Thriller nach einem Roman des Bestseller-Autoren Michael Connelly, der seine Spannung aus den geheimen Winkelzügen der Protagonisten bezieht, die vor Gericht ein Team bilden, sich aber hinter den Kulissen am Ende bis aufs Blut bekriegen.

Clint Metzger


Transformers 3 3-D SeitenanfangDer MandantKung Fu Panda 2 3DSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley, Patrick Dempsey, Frances McDormand u.w.

  Regie: Michael Bay
  Film: USA 2011
Action / Science-Fiction, ca. 156 Min.

Die Schlacht zwischen den friedvollen Autobots und den kriegerischen Decepticons geht in eine neue Runde.

Als ein verschollen geglaubter Transformer, der in einem Raumschiff auf der erdabgewandten Seite des Mondes im Jahre 1962 abgestürzt ist, wieder zu neuem Leben erweckt wird, entbrennt in Chicago eine Schlacht um das Schicksal der Menschheit.

Und Sam Witwicky kämpft sich wieder mitten durch das Getümmel.

 

 

Die Kinokassen klingelten bei den beiden ersten Teilen derart häufig, dass ein dritter Teil nur eine Frage der Zeit war. Am Erfolgsrezept änderte Regisseur Bay denn auch herzlich wenig: ein paar pseudo-witzige Sprüche, grandiose Animationen, sinnentleertes Geballer und jede Menge Explosionen, die jedem Gesetz der Physik widersprechen sowie heiße Boliden und eine Blondine mit Schmollmund – mehr braucht es nicht, um besonders die männlichen Kinobesucher im Alter zwischen 12 und 29 Jahren ins Kino zu locken.

 

Zwar platziert Michael Bay („Pearl Harbor“) auch hier wieder in fast jeder Szene Schleichwerbung und feiert nebenbei einen pathetischen Abgesang auf das US-Raumfahrtprogramm, aber im Gegensatz zum völlig missratenen zweiten Teil tragen hier immerhin die Charaktermimen Frances McDormand und John Malkovich sowie der herrlich überdrehte Ken Jeong dazu bei, dass das mehr als zweistündige Krawall-Spektakel tatsächlich auch ein paar gelungene Momente zu bieten hat.

Clint Metzger


Kung Fu Panda 2 3D SeitenanfangTransformers 3 3-DFluch der Karibik 4Seitenende
        
  Synchronstimmen : 

Hape Kerkeling, Gottfried John, Bettina Zimmermann, Cosma Shiva Hagen u.w.

  Regie: Jennifer Yuh Nelson
  Film: USA 2011
Animation, ca. 91 Min.

Drei Jahre nach dem ersten bärigen Abenteuer sorgt Panda Po wieder für gehörige Turbulenzen und Chaos im Reich der Mitte – und erneut für jede Menge Spaß im Kino.

Panda Po und seine Freunde verteidigen das Tal des Friedens gegen jeden Störenfried. Doch eines Tages scheint das Ende Chinas fast besiegelt. Der machtbesessene Pfau Shen will das Land mit Hilfe einer mächtigen Waffe unterwerfen und zieht bei seinem Eroberungsfeldzug eine Schneise der Verwüstung hinter sich. Po bleibt da bei den anstehenden Gefechten nicht einmal mehr Zeit zum Essen.

Er muss sich nicht nur dem Kampf mit dem eitlen Federvieh stellen. Er wird zudem mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

 

Die Fortsetzung des Animationsspektakels aus dem Hause DreamWorks („Shrek“) ist noch rasanter als der Vorgänger geraten. Die Animationen sind wieder nahezu perfekt und die 3D-Technik wirkt im Gegensatz zu vielen Realverfilmungen nicht künstlich oder aufgesetzt.

  Im Gegenteil: Die Aufnahmen der Tiere, Landschaften und manch Effekt verfügen über verblüffenden Detailreichtum und Tiefe.

Der Story wurde ebenfalls ein wenig mehr Tiefe gewidmet als im ersten Teil. Lediglich die Nebenfiguren bleiben nach wie vor leider ein wenig blass. Die Hauptperson ist eindeutig Panda Po – und der verfügt nach wie vor in kleiner wie großer Version über einen enorm hohen Knuddel- und Sympathiefaktor.

Clint Metzger 


Fluch der Karibik 4 - Fremde Gezeiten 3D SeitenanfangKung Fu Panda 2 3DTron - LegacySeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Johnny Depp, Geoffrey Rush, Penélope Cruz, Ian McShane u.w.

  Regie: Rob Marshall 
  Film: USA 2011
Abenteuer, ca. 141 Min.

Neuer Regisseur, neue Darsteller und ein kleineres Budget, aber immerhin wieder mit Johnny Depp als tuntigem Piratenkapitän: Vier Jahre nach dem letzten Abenteuer macht Jack Sparrow wieder die Weltmeere unsicher.

Diesmal ist er auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend. Das nötige Schiff dazu verschafft ihm seine einstige Flamme Angelica.

Dumm nur, dass es sich dabei um den Segler des berüchtigten Captain Blackbeard handelt, als dessen Tochter sich die rassige Latina ausgibt.

 

 Und der geht weder mit Jack, noch mit dem Rest seiner Mannschaft zimperlich um. Im Wettlauf gegen die Spanier kreuzen gefährliche Meerjungfrauen und ein alter Bekannter, der noch eine Rechnung mit Blackbeard offen hat, Jacks Weg.

Der konfuse dritte Teil einer der erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten wurde den Erwartungen nicht mehr ganz gerecht.

  Mit dem vierten Teil soll die Serie daher neu belebt werden und als Startschuss einer neuen Trilogie gelten.

Johnny Depp gibt ein weiteres Mal einen umwerfend komischen Piraten mit gespreizten Fingern, dickem Make Up und manch grazilem Hüpfer. Die beiden Hawaii-Inseln Kauai und Oahu dienen als ansehnliche Kulissen. Die Kampfszenen sind flott choreografiert und fotografiert.

Mit anderen Worten: Der Fan bekommt genau das, was er sich vorgestellt hat: leicht zu konsumierendes Popcorn-Kino, das am Hollywood-Reißbrett entworfen wurde.

Clint Metzger
Bilder: Disney Enterprises, Inc.


Tron - Legacy SeitenanfangFluch der Karibik 4The Green Hornet 3-DSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Jeff Bridges, Garrett Hedlund, Olivia Wilde, Bruce Boxleitner u.w.

  Regie: Joseph Kosinski
  Film: USA 2010
Science-Fiction, ca. 127 Min.

Fast 30 Jahre nachdem Disney mit „Tron“ einen Meilenstein des Animationsfilms gesetzt hat, kommt nun die Fortsetzung.

Die Geschichte ist simpel: Nachdem der Videospiel- und Cyberspacegigant Kevin Flynn plötzlich verschwindet und Jahre später eine Pager-Nachricht von ihm auftaucht, macht sich sein Sohn Sam auf die Suche nach ihm. Dabei gerät er in eine virtuelle Welt, die von einem Flynn-Double beherrscht wird, das mit Hilfe einer Programmarmee die reale Welt erobern will.

 Die Flynns nehmen den Kampf von Mensch gegen Maschine, von User gegen Programm auf.

 

 Visuell bestechend erweist der Film dem Vorgänger von 1982 zahlreiche Reverenzen. Das Wettrennen mit den leuchtenden Motorrädern findet ebenso eine Neuauflage wie der Wettkampf mit den tödlichen Diskus-Geschossen.

Neu ist eine Verfolgungsjagd mit Fluggeräten. Auch die Synthie-Musik der französischen Gruppe „Daft Punk“ erinnert an die Science Fiction-Ära der 80er Jahre.

Regiedebütant Joseph Kosinski, der zuvor Werbespots für Computerspiele gedreht hat, schuf eine faszinierende, aber sterile Cyberwelt auf dem aktuellsten Stand der Filmtechnik, die bei älteren Kinofans in manchen Momenten Nostalgie aufkommen lässt, thematisch aber nicht viel Neues bringt und nur wenige Emotionen weckt. „Tron“ spielte 1982 gerade mal seine Kosten von rund 17 Millionen Dollar ein. Das Publikum war damals scheinbar noch nicht reif für die Möglichkeiten der High-Tech-Industrie, die mittlerweile unser aller Leben durchdrungen hat. Umso erstaunlicher ist die Vision, die Disney damals entworfen hat und die bis heute nachhaltig ist. „Tron Legacy“ kostete mit 170 Millionen Dollar weitaus mehr, wird aber in 25 Jahren sicher nicht den Stellenwert erreichen, den „Tron“ heute noch immer hat.

Clint Metzger 
Bilder: Disney Enterprises, Inc.


The Green Hornet 3-D SeitenanfangTron - LegacyDreiSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Seth Rogen, Jay Chou, Cameron Diaz, Christoph Waltz u.w.

  Regie: Michel Gondry
  Film: USA 2010
Actionkomödie, ca. 119 Min.

Feiern ist sein Leben. Doch nach dem Tod seines Vaters muss Britt Reid nicht nur das Medienerbe seines Vaters erhalten, sondern macht sich als Feierabend-Superheld die gesamte Unterwelt von L.A. zum Feind.

Saufen, Tanzen, Mädchen: Das Leben von Britt Reid besteht aus einer Reihe schöner, aber anspruchsloser Aufgaben. Seitdem er gelernt hat, dass die Guten am Ende immer die Dummen sind, lässt er einfach gern die Sau raus. Sein Vater sieht das zwar nicht gern, stirbt aber eines Tages unerwartet an einem Bienenstich.

 Von da an sieht sich Britt nicht nur mit der Aufgabe konfrontiert, die Zeitung seines Vaters erfolgreich zu führen.

 

Er entdeckt mit Hilfe seines Angestellten Kato und dessen unglaublichen technischen Erfindungen die wunderbare Welt eines Amateur-Superhelden.

 Als Team vermöbeln sie nachts Gangsterbanden und Drogendealer und mischen dabei die Unterwelt der Stadt gehörig auf. Oberfiesling Chudnofsky sieht das gar nicht gern.

Nachdem ein Versuch fehlschlägt, die beiden ins Jenseits zu befördern, setzt er ein Kopfgeld auf Britt aus. Und dessen zunehmender Ego-Trip bringt auch bald seinen Partner Kato gegen ihn auf.

„The Green Hornet“ war einst die erfolgreichste Radiosendung im Amerika der 30er Jahre. Danach waren noch weitere Medien an der Reihe. Einer Comicreihe folgte in den 60er Jahren eine kurzlebige TV-Serie, die Bruce Lees Hollywood-Karriere richtig in Schwung brachte. Nun folgt der Sprung auf die große Leinwand. Herausgekommen ist ein technischer Abenteuerspielplatz mit infantilen Dialogen und populären Jungen-Fantasien, der zu vorhersehbar ist, um auf die Dauer von zwei Stunden durchweg zu unterhalten. Entsprechend oft treffen Hiebe und Tritte denn auch die Region unterhalb der Gürtellinie. Sehenswert jedoch ist der Auftritt von „Oscar“-Preisträger Christoph Waltz als eiskalter Bösewicht, dessen beständige Selbstzweifel und die Reaktionen darauf für mehr als einen Lacher sorgen.

Clint Metzger 


Drei SeitenanfangThe Green Hornet 3-DBurlesqueSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Sophie Rois, Sebastian Schipper, Devid Striesow u.w.

  Regie: Tom Tykwer
  Film: D 2010
Drama, Komödie, ca. 119 Min.

Tom Tykwer verzichtet auf Dramatik und inszeniert einen flotten Dreier mit Romantik und Humor.

Hanna arbeitet als Kulturjournalistin und liebt intellektuelle Diskurse. Simon ist Kunsttechniker, vermittelt die Arbeiten junger Künstler und baut diese. Dabei schert ihn weniger, wie es seiner Firma wirtschaftlich geht, als die Ideen der Kreativen. Zusammen sind sie seit 20 Jahren ein Paar. Ein kinderloses Paar, das keinen Sex mehr hat und eher nebenher als miteinander lebt.

Nachdem bei Simon Hodenkrebs diagnostiziert wurde, fragt er Hanna, ob sie nicht endlich mal heiraten sollten, was diese mit einem knappen "okay" quittiert.

In dieser Situation tritt der Stammzellenforscher Adam in beider Leben. Hanna begegnet ihm bei einem Vortrag und auf dem Fußballplatz. Sie lässt sich von dem lebendigen jungen Mann anstecken, der im Chor singt, ins Fußballstadion geht und beim Judo andere auf die Matte legt. Es dauert nicht lange, bis beide eine Affäre beginnen.
Simon trifft auf Simon im Schwimmbad.

Nachdem Adam ihm in der Umkleide zur Hand geht und einen ungeahnten Höhepunkt verschafft, entdeckt auch Simon neue, nicht gekannte Lebensgeister aufleben - und landet mit Adam ebenfalls im Bett.

Das Dreiecksverhältnis fliegt auf, als Hanna mit Zwillingen schwanger ist.

Es ist schon mutig, dass sich ein deutscher Regisseur dieser besonderen Konstellation annimmt. Jeder andere hätte daraus wahrscheinlich ein Drama gemacht, in dem entweder die jahrzehntelange Partnerschaft von Simon und Hanna mit einem Sorgerechtsstreit um die ungeborenen Kinder geendet hätte. Oder als moralische Variante, in dem das Paar seine wahre Liebe zueinander wieder entdeckt und den gemeinsamen Liebhaber, der ohnehin nur an sich denkt, abserviert. Doch Tom Tykwer ("Lola rennt") hat sich zum Glück für eine humoristische und durchaus romantische Variante entschieden, in der sich alle mit den entstandenen Beziehungen arrangieren, sie akzeptieren und einfach zu dritt Spaß haben. So geht’s auch. Und diese unkomplizierte Art vermittelt einfach ein gutes Gefühl.

Clint Metzger 


Burlesque SeitenanfangDreiThe Social NetworkSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Cher, Christina Aguilera, Stanley Tucci, Cam Gigandet, Eric Dane u.w.

  Regie: Steven Antin
  Film: USA 2010
Musikfilm, ca. 119 Min.

Glitzer, Glamour, ein Hauch von nackter Haut und viel Musik: die Standardzutaten eines Filmmusicals, das garantiert Erfolg verspricht.

Einfaches Mädchen vom Land ergattert nach zahlreichen Zufällen ihren Traumjob als singende Tänzerin (oder tanzende Sängerin?), angelt sich ihren Traumprinzen, sticht eine Rivalin aus (natürlich ohne sich dabei die blütenweiße Weste schmutzig zu machen) und rettet den Club ihrer Mentorin vor einem skrupellosen Geschäftsmann.

Die von Klischees überfrachtete Story ist so dünn wie die transparenten Glitzerkleidchen der Tänzerinnen. Regisseur Antin hat Erfahrung mit dem Dreh von Videoclips (u.a. Pussycat Dolls), was man an den rasant gefilmten Tanzszenen erahnt. Dennoch gönnt er sich unverhohlen die eine oder andere Anleihe. Ein bisschen „Showgirls“, eine Prise „Der Teufel trägt Prada“ und noch ein Schuss „Moulin Rouge“ – fertig ist die knallbunte Nummernrevue. Die erotische Unterhaltungskunst der 20er Jahre, die dem Film ihren Namen gab, ist Antin relativ egal. Er nutzt lediglich deren in den vergangenen drei, vier Jahren wachsende Popularität als Vehikel für die neuen Songs der Filmdebütantin Aguilera.

 

Stanley Tucci spielt wie schon in „Der Teufel trägt Prada“ erneut den schwulen Garderobier. Die glattgebügelte Cher darf sich freuen, dass ihr der Autor ein paar lässige Sprüche in den Mund gelegt hat,

die sie anbringen kann, ohne mit einer Augenbraue oder dem Mundwinkel zucken zu müssen, denn aufgrund ihrer zahlreichen Liftings hat die „Oscar“-Preisträgerin sichtlich an Möglichkeiten der Mimik verloren. Mit Ausnahme der aufgepolsterten Lippen bewegt sich im Gesicht nichts mehr.

Und Popstar Christina Aguilera blüht in ihrer ersten Kinorolle förmlich auf. Sie tut das, was sie am Besten kann: singen und tanzen.

 

Wer sich also auf einen zweistündigen Aguilera-Videoclip freut oder nach verpassten Showcastings den Traum des Popsternchens weiter träumen will, kommt hier auf seine Kosten.

Clint Metzger  


herrenausstatter.de

The Social Network SeitenanfangBurlesqueTwelveSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake u.w.

  Regie: David Fincher
  Film: USA 2010
Biographie, ca. 120 Min.

Der ehemalige Thriller-Spezialist David Fincher ("Sieben", "Panic Room") offenbart die Beziehungsgeflechte hinter dem sozialen Netzwerk Facebook.

MySpace, Xing, StudiVZ – sie nennen sich soziale Netzwerke. Irgendwie kennt jeder jeden und das Leben scheint ohne sie gar nicht mehr bestehen zu können. Dass es hinter den Kulissen nicht unbedingt so sozial zugeht, schildert David Fincher mit seinem neuen Werk, in dem er die Entstehungsgeschichte von Facebook erzählt.

Mark Zuckerberg ist ein wahres Computergenie. Doch wie es mit derart abstrakt denkenden Theoretikern meist so ist, scheitert er abseits von Algorithmen und Programmierbefehlen in der realen Welt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

 Aus Frust über eine gescheiterte Freundschaft, bringt er eines Abends den studentischen Server durch den Aufbau eines lokalen Netzwerkes zum Zusammenbruch. Die Idee dreier Kommilitonen, ein studentisches Netzwerk samt Profilen, Bildern und Biografien aufzubauen macht sich Zuckerberg zu Eigen. Finanziell unterstützt von seinem Freund und Geschäftspartner Eduardo programmiert er sein eigenes Projekt: Facebook.

Als er den Napster-Gründer Sean Parker kennen lernt, erkennt er in ihm einen Seelenverwandten. Dieser öffnet ihm mit seinen Kontakten die Tore zu Europas Universitäten. Das Netzwerk breitet sich weltweit aus. Das Leben der Studentengeneration spielt sich scheinbar nur noch in der virtuellen Welt ab.

Und der Erfolg ruft Neider auf den Plan. Bei Geld hört bekanntlich jede Freundschaft auf. Zuckerberg wird von seinen ehemaligen Kommilitonen und Eduardo verklagt. Doch was kümmern Zuckerberg zweistellige Millionenbeträge, wird er doch zum jüngsten Milliardär der Welt.

Fincher drehte keinen Wirtschaftsthriller. Wie schon in "Zodiac" verlegt er sich zunehmend auf die Darstellung der Charaktere und deren Beziehungen untereinander.

Er offenbart das Paradoxon, nachdem ausgerechnet eine beziehungsunfähige Person das größte soziale Netzwerk erfindet und karikiert seine Ankläger als Mitläufer, die unfähig sind, ihre Ideen in Taten umzusetzen. Mit dem Einzug der virtuellen Welt in unsere Realität geht auch ein Verlust traditioneller Werte einher. Da darf man sich dann nicht darüber beklagen, wenn andere eben schneller sind.

Clint Metzger  


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Twelve SeitenanfangThe Social NetworkPrince of Persia - Der Sand der ZeitSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Chace Crawford, Emma Roberts, Rory Culkin, Curtis Jackson (50 Cent), u.w.

  Regie: Joel Schumacher
  Film: USA 2010
Drama, Thriller; ca. 95 Min.

Joel Schumacher („Falling Down“, „Nicht auflegen“) adaptierte Nick McDonells gleichnamigen Kultroman und zeichnet das Portrait junger New Yorker, die ihren Frust durch Drogen, Parties, Designerklamotten, Sex und Waffen betäuben.

"Generation Sinnlos" könnte man die Teenager von der Upper West Side beschreiben, die den Spring Break im Rausch verbringen und das stets üppig vorhandene Geld ausgeben will. Dank wohlhabender Eltern besteht die größte Sorge der Mädels und Jungs meist nur darin, eine angesagte Party zu verpassen, den schicksten Designerfummel zu tragen, welches Körperteil man sich operieren lassen sollte oder welche Droge in andere Sphären entführt.

Orientierungslos taumeln sie durch ihr langweiliges Leben zwischen Smartphone und Ecstacy, vernachlässigt durch die Eltern, welche die Erziehung ihrer Sprösslinge längst durch schnöden Mammon ersetzt haben. Schuldlos schuldig übertreten sie Grenzen, da sie nie echte Werte vermittelt bekommen haben.

White Mike dealt seit dem Krebstod seiner Mutter mit Drogen. Claude kompensiert die fehlende Zuwendung seiner Mutter mit der Liebe zu Steroiden und Waffen. Sara manipuliert jeden, um das zu bekommen, was sie will. Die Feier zu ihrem 18. Geburtstag soll eine Party werden, von der man noch lange spricht. Damit hat sie Recht, allerdings auf eine Art, womit sie nicht gerechnet hat. Die Wege der frustrierten Youngster kreuzen sich dort auf fatale Weise.

Existenzängste sind den Highschool-Kids fremd. In einer oberflächlichen Welt, in der jeder irgendwie jeden kennt, die Dienstboten die Drecksarbeit erledigen und nur der Schein zählt, haben sie gelernt, wie man nach außen hin glänzt, um die Leere im Inneren zu übertünchen.

Sie haben alles und doch fehlt ihnen etwas: Zuneigung und Liebe, Vertrauen und elterliche Führung. Und weil ihnen diese verwehrt wird, sucht sich die wachsende Verzweiflung und Frustration ein Ventil.

Sehenswertes Generationenportrait von Joel Schumacher, der mehr als 20 Jahre nach "St. Elmo’s Fire" und "The Lost Boys" sein Gespür für ein junges Darstellerensemble unter Beweis stellt.

Clint Metzger 


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Prince of Persia - Der Sand der Zeit SeitenanfangTwelve2012Seitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Jake Gyllenhaal, Ben Kingsley, Gemma Arterton, Alfred Molina, u.w.

  Regie: Mike Newell
  Film: USA 2009
Abenteuer, Fantasy; ca. 117 Min.

Popcorn-Kino-König Jerry Bruckheimer ("Armageddon", "Fluch der Karibik") präsentiert sein neuestes Werk für die Fast Food-Generation: fett, rasant und ohne großen Nährwert.

In einer Zeit, als sich die Männer noch nicht das Brust- und Achselhaar rasierten, kämpft der adoptierte Prinz Dastan gegen eine mörderische Intrige seines machtgierigen Onkels Nizam und gewinnt im Wettlauf um einen magischen Dolch das Herz der widerborstigen Prinzessin Tamina.

Die dünne Story liefert die Vorlage für jede Menge rasanter Action- und Verfolgungsszenen. Der Film macht dabei nie einen Hehl aus der Tatsache, dass er auf einem Videospiel basiert.

Viele der von den Trendsportarten Parkour und Freerunning beeinflussten Szenen wirken, als ob das Spiel direkt auf die große Leinwand projiziert wurde.

Von der Suche nach möglichen Wegen bis zu den Jump’n’Run-Momenten huldigen sogar die Kamerafahrten dem erfolgreichen Spiel.

Regisseur Newell spult den Film demnach ebenfalls wie ein Videospiel herunter: ein Level folgt dem nächsten (Flucht vor den Häschern, Straußenrennen, Verfolgungsjagd über den Dächern, Kampf mit den Assassinnen etc.).

Und wie zufällig aktiviert man den magischen Dolch, indem man den Knopf am Griff drückt - wie eben bei einem Joystick.

Bei einer Bruckheimer-Produktion weiß man, was einen erwartet und wird auch hier nicht enttäuscht: eindimensionale Charaktere, rasante Actionszenen, die einem mitunter bekannt vorkommen ("Indiana Jones") und das eine oder andere Wortgefecht ("Die Maske des Zorro"). Die Halbwertszeit des Films tendiert allerdings gegen Null. So schnell wie Jake Gyllenhaal über die Dächer flitzt, so schnell hat man den Film auch schon fast wieder vergessen - trotz des attraktiven Hauptdarstellers, der sich vom blassen Buben ("Donnie Darco") in einen wuchtigen Kerl gewandelt hat.

Clint Metzger 


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2012 SeitenanfangPrince of Persia - Der Sand der ZeitDie Entführung der U-Bahn Pelham 123Seitenende
        
  Hauptdarsteller: 

John Cusack, Amanda Peet, Danny Glover, Woody Harrelson, u.w.

  Regie: Roland Emmerich
  Film: USA 2009
Action, Science Fiction; ca. 158 Min.

Der schwäbische "Master of Desaster" legt wieder einmal die Welt in Schutt und Asche - allerdings bombastischer und Furcht erregender als je zuvor.

In allen Weltreligionen ist früher oder später von einem Weltuntergang die Rede. Bei den Maya endet am 21.12.2012 ein Weltzeitalter. Umwälzende Prozesse sollen dann für eine Erneuerung der Erde sorgen. Und tatsächlich: Aufgrund einer überaus seltenen Planetenkonstellation und einer Sonneneruption nie gekannten Ausmaßes erhitzt sich die Erdkruste und wird instabil. Innerhalb von nur drei Jahren wird sich diese neu ordnen und die Magnetfelder völlig verändern.

Für die Menschheit bedeutet dies der Untergang: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Verschiebungen der Kontinente und Tsunamis löschen jegliches Leben aus.

Die Regierungschefs dieser Welt lassen in einer geheimen Aktion riesige Schiffe bauen, die einer Arche Noah gleich neben Vertretern aller Tierarten auch die Reichen und Mächtigen dieser Welt beherbergen soll. In das aufkommende Chaos der Naturgewalten, in das die ahnungslose Bevölkerung versinkt, geraten auch der leidlich erfolgreiche Schriftsteller Jackson und seine von ihm getrennt lebende Familie.

Bei Emmerich weiß man, was man bekommt: Atemberaubende Action, ein paar witzige Seitenhiebe und Kommentare, oberflächlich gezeichnete Charaktere und ein unvermeidlich optimistisches, bisweilen pathetisches Happy End. Hat Emmerich in "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" noch einzelne Gebäude und Wahrzeichen oder Stadtteile zerstört, so fährt er diesmal wahrlich schweres Geschütz auf: er lässt die Metropolen Kaliforniens in Erdspalten oder ins Meer versinken und überflutet den Himalaya.

Die gigantische und verblüffend detailliert animierte Zerstörungsorgie presst den Zuschauer aufgrund der Bilderwucht tatsächlich in den Kinosessel.

Wiedererkennungswert hat allerdings die Geschichte, dass Menschen angesichts einer Katastrophe ihre eigenen Differenzen überwinden und zueinander finden.

Aber wenn man solch drastische Effekte verwendet, muss wohl auch das Drehbuch manch Wink mit dem Zaunpfahl austeilen. Diesem geht in der letzten Stunde die Luft leider zusehends aus und die Unwahrscheinlichkeiten nehmen erheblich zu, doch der Dreh, dass einzig und allein Afrika die globale Katastrophe übersteht und die Gestrandeten dort um Asyl suchen müssen, tröstet dann wieder ein wenig über die etwas ärgerlichen Dialogzeilen hinweg, in denen die Darsteller rührselige Plädoyers für die Menschlichkeit halten.

Clint Metzger 


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Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 Seitenanfang2012PandorumSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Denzel Washington, John Travolta, John Turturro, James Gandolfini, u.w.

  Regie: Tony Scott
  Film: USA 2009
Action, ca. 106 Min.

Jetzt ist man nicht einmal in der U-Bahn seines Lebens sicher: Gangster kapern einen Zug und verlangen fast Unmögliches.

Jeden Morgen fahren rund fünf Millionen Menschen mit der New Yorker U-Bahn, die dank High-Tech-Technik in der Leitzentrale wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert. Ausgerechnet dieses Transportsystem unter der Erde des Big Apple sucht sich eine Bande von Gangstern für ihre Operation aus: Sie kapern einen Zug, koppeln ein Abteil samt Insassen ab und verlangen 10 Millionen Dollar Lösegeld innerhalb einer Stunde. Sonst sterben die Geiseln im Minutentakt.

Zwischen dem Kopf der Bande und dem Fahrdienstleiter Garber entwickelt sich ein Psycho-Duell. Und die Uhr tickt…

Die wahren Terroristen der modernen Zeitrechnung lauern nicht hinter Wüstenbunkern, sondern sitzen in schicken Büros der Welthauptstadt des Kapitalismus. Der Film ist daher kein exaktes Remake des Klassikers „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ aus dem Jahre 1974 mit Walter Matthau. Er ist eher eine zeitgenössische Adaption und erste Reaktion auf die Weltfinanzkrise.

Regisseur Tony Scott („Top Gun“, „Der Staatsfeind Nr.1“) kritisiert ansatzweise die Verlogenheit einer Gesellschaft, die genau das verehrt, was sie in den Abgrund stürzt.

Doch Scott wäre nicht Scott, wenn dies in seiner typisch brachialen Erzählweise unterginge: Schnitte im Millisekundentakt, Reißschwenks, eine wacklige Handkamera, Unschärfen und extreme Nahaufnahmen sorgen für eine Bilderflut, die alles überschwemmt. Action-Fans immerhin haben ihren Spaß und die beiden souveränen Hauptdarsteller umschiffen jede noch so heikle Drehbuchklippe.

Clint Metzger 


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Pandorum SeitenanfangDie Entführung der U-Bahn Pelham 123Selbst ist die BrautSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Dennis Quaid, Ben Foster, Cam Gigandet, Antje Traue, u.w.

  Regie: Christian Alvart
  Film: D / GB / USA 2009
Science-Fiction-Thriller , ca. 108 Min.

Finanz-, Wirtschafts- und Klimakrise lassen die Horror- und Katastrophenszenarien Hollywoods wieder auferstehen.

Noch bevor Roland Emmereichs „2012“ ins Kino kommt, entwirft sein deutscher Kollege Christian Alvart in seinem zweiten Hollywood-Film nach „Fall 39“ ein düsteres Zukunftsszenario.

Die Astronauten Bower und Payton erwachen ohne Erinnerung an ihre Mission aus dem Hyperschlaf. Das riesige Schiff scheint verlassen. Kampfspuren lassen nichts Gutes ahnen.

Bower erinnert sich langsam an seine Fähigkeiten als Ingenieur und versucht zu dem Reaktor des Schiffs zu gelangen, um das Energiesystem zu stabilisieren. Payton geleitet ihn per Funk durch die dunklen Gänge. Auf seiner Odyssee begegnen Bower Leichen, aggressive Besatzungsmitglieder und unheimliche Wesen – unmenschlich stark und tödlich schnell.

Mit der Zeit kehren die Erinnerungen zurück: Das Schiff ist nach dem Untergang der Erde als Arche Noah ins All geschickt worden, um auf einem weit entfernten, erdähnlichen Planeten eine neue Zivilisation aufzubauen.

Doch die lange Reise ging nicht spurlos an der Besatzung vorüber.

Christian Alvart schuf mit „Antikörper“ eine veritable Variante vom „Schweigen der Lämmer“. Auch in „Pandorum“ kommt dem Zuschauer vieles – zu vieles – bekannt vor: Man nehme düstere Raumschiffgänge à la „Alien“ und mixe sie mit mutierten Wesen aus „The Descent“. Dann fügt man ein paar Ideen von „Predator“ hinzu und würzt sie mit einer Prise Weltraumwahnsinn aus „Event Horizon“. Fertig ist der neue Horror-Thriller.

Dass der Film so viele bekannte Versatzstücke des Genres enthält, muss nicht wundern. Das liegt zu einem Großteil sicher an Produzent Paul W.S. Anderson, der bei „Event Horizon“ und „Alien vs. Predator“ selbst auf dem Regiestuhl saß. Anspruchslosen Actionfans wird’s gefallen. Originell ist das Werk allerdings nun wirklich nicht.

Clint Metzger 


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Selbst ist die Braut SeitenanfangPandorumDie GräfinSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Sandra Bullock, Ryan Reynolds, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Betty White, u.w.

  Regie: Anne Fletcher
  Film: USA 2009
Komödie, ca. 105 Min.

Um ihre Ausweisung zu verhindern, zwingt Karrierefrau ihren Assistenten zur Heirat. Das kann nicht gut gehen…

Wenn Margaret flotten Schrittes das Großraumbüro des Verlagshauses betritt, stehen alle stramm wie beim Militär. Mit ruhiger Stimme lässt sie Köpfe rollen und entscheidet über Karrieren. Seit drei Jahren führt ihr Assistent Paxton ein Leben als Leibeigener - immer in der Hoffnung auf eine Beförderung und dass sein Buch verlegt wird.

Eines Tages wird Margaret damit konfrontiert, dass ihr Visum nicht verlängert wird und ihr die Ausweisung nach Kanada bevorsteht. Kurzentschlossen zwingt sie ihren Untergebenen zur Scheinehe.

 Um den Ermittler der Einwanderungsbehörde von ihrer flammenden Liebe zu überzeugen, lässt sich Margaret auf einen Besuch zum 90. Geburtstag von Paxtons Großmutter nach Alaska ein. In den kommenden drei Tagen wird Margarets Welt völlig auf den Kopf gestellt. Und als das schmucke Paar dann endlich vor dem dorfeigenen Priester steht (der gleichzeitig als Shop-Verkäufer und Stripper die Damenwelt des Ortes betört), gibt’s den großen Knall.

Von Anfang an weiß man, wie sich der Film entwickelt. Aber langweilt man sich deshalb? Zum Glück nicht, denn mit leichter Hand setzt die Regisseurin ihre smarten Darsteller in Szene.

Sandra Bullock beweist einmal mehr ihr Talent für burschikose Komödien und sieht umwerfen aus. Und Ryan Reynolds, der bislang eher als harter Junge glänzte („Blade 3“, „Amityville Horror“) kann man kaum widerstehen. Dazu glänzt Ex-„Golden Girl“ Betty White in der Rolle als resolute Oma, die den Jungspunden zeigt, wo’s langgeht. Witzige Wortgefechte und manch umwerfend komische Szene (im wahrsten Sinne des Wortes) sorgen für einen vergnüglichen Filmabend.

Clint Metzger 


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Die Gräfin SeitenanfangSelbst ist die BrautTerminator – Die ErlösungSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Julie Delpy, Daniel Brühl, William Hurt, Anamaria Marinca, u.w.

  Regie: Julie Delpy
  Film: D / F 2009
Historien-Thriller, ca. 95 Min.

Die ungarische Gräfin Bathory erliegt aus Liebeskummer einem Schönheitswahn und wird zur Serienmörderin.

Legenden ranken sich seit Jahrhunderten um die Comtess Bathory. Was tatsächlich wahr ist, was erfunden oder als Teil einer Intrige inszeniert, das klärt sich mit diesem Film natürlich weiterhin nicht. Immerhin aber wird der Charakter der Gräfin näher durchleuchtet, als von manchen Eintrag in Geschichtsbüchern. Erzebet wächst in einer harten, unbarmherzigen Welt auf, die von Männern regiert wird. Dank ihrer Intelligenz, Schlagfertigkeit und ihres Selbstbewusstseins gilt sie bald als mächtigste Frau Ungarns. Während ihr Mann im Krieg mit den Türken steht, teilt sie das Bett mit ihrer lesbischen Dienerin und Vertrauten Darvulia. Im Hintergrund zieht sie geschickt die Fäden und sorgt dafür, dass sich der König bei ihr verschuldet.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, begegnet sie dem fast 20 Jahre jüngeren Istvan, Sohn des Grafen Thurzo, dem sie unlängst zuvor einen Korb gegeben hat.

Die Liebe der beiden ist dem Grafen ein Dorn im Auge und so spinnt er eine Intrige, die zur Folge hat, dass sich Erzebet zu unrecht von Istvan verschmäht fühlt und in einem Anfall von Jugendwahn Jungfrauen umbringen lässt, um durch deren Blut neue Schönheit zu erlangen. Die Taten lassen sich nicht lange verbergen und am Ende wird die Gräfin Bathory enteignet und lebendig auf ihrem Schloss eingemauert.

In keinem Buch über Serienmörder fehlt der Eintrag über Erzebet Bathory. Hat sie tatsächlich 600 junge Mädchen gefoltert und ermordet? Waren es "nur" 50?

 Oder ist das alles nur Teil einer Geschichte, die von machtgierigen Männern erfunden wurde, um die alte Hierarchie wieder herzustellen? Julie Delpy, die neben der Hauptrolle auch gleich noch die Regie, das Drehbuch und die Musikkomposition übernahm, zeigt die Hauptfigur zwar als widersprüchliche und vielschichtige Frau, die letztlich dem erliegt, was damals wie heute den Frauen gemeinhin als größte Schwäche nachgesagt wird: dem Herzen und den Gefühlen. Sie ist Täterin und Opfer zugleich.
Trotzdem bleibt am Ende ein leicht fader Nachgeschmack ob des erhobenen feministischen Zeigefingers. 

Clint Metzger 


herrenausstatter.de

Terminator – Die Erlösung SeitenanfangDie GräfinIlluminatiSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Michael Ironside, u.w.

  Regie: McG
  Film: USA 2009
Science Fiction, ca. 115 Min.

Nachdem die Maschinen die Herrschaft übernommen haben, setzen sie zum vernichtenden Schlag gegen die Menschheit aus.

Das Jahr 2018: Nach der nuklearen Apokalypse haben die Maschinen die Kontrolle übernommen. Weltmetropolen liegen in Schutt und Asche. Die Überlebenden rotten sich zusammen und leisten aus dem Untergrund heraus verzweifelten Widerstand.

Einer davon ist John Connor, der sich im Laufe des Aufstandes zu einem Anführer entwickelt. Als den Menschen ein Frequenz-Code in die Hände fällt, mit dem sie die vernetzten Roboter lahm legen können, formieren sie sich zu einem Großangriff gegen die Zentrale Skynet.

Doch dann taucht Marcus Wright auf. Ein Mann, der einst zum Tode verurteilt wurde und der Connor davon in Kenntnis setzt, dass ein gewisser Kyle Reese sich in den Händen von Skynet befindet.

Connor und Wright begeben sich hinter die feindlichen Linien – ein Schritt, auf den die Maschinen bereits gewartet haben.

Vor 25 Jahren inszenierte ein damals recht unbekannter James Cameron mit Mini-Budget einen Klassiker des Sci-Fi-Genres. 1990 ließ er eine grimmige Fortsetzung folgen, die nicht nur als bis dato teuerste Filmproduktion in die Geschichte einging, sondern auch wegen ihrer bahnbrechenden Morphing-Effekte für Aufsehen sorgte.

Jonathan Mostow inszenierte einen dritten Teil, der den spektakulären Vorgängern allerdings nicht ganz das Wasser reichen konnte.
Nun wagt Regisseur McG einen Neuanfang. Ausgerechnet der Mann, der durch bunte Musikvideos und Werbespots bekannt wurde und sich in der Filmszene mit den beiden ebenso knalligen Verfilmungen von „Charlie’s Angels“ einen Namen machte, soll nun das Erbe der einst düsteren Endzeitvision antreten?
Das Ergebnis kann sich erstaunlicherweise sehen lassen. Sieht man großzügig über die kratergroße Lücken in der Logik und simple Anschlussfehler hinweg, von denen sich der erste schon nach wenigen Minuten einschleicht, dann hat McG eine moderne, rasante und buchstäblich bombastische „Mad Max“-Version entworfen. Mit dem Entwurf des Titelvorspanns, in einzelnen Szenen, Gesten und Dialogen erweist er seine Referenz an die beiden ersten Teile der Saga.

Er begeht nicht den Fehler, die drei Vorgänger blind kopieren zu wollen. Der Film spielt erstmals nicht in der Gegenwart sondern in der Zukunft. Der Krieg hat erst begonnen. Die Figuren entwickeln sich.

Und auch die Zukunft steht nicht fest. Sie wird erst noch geschrieben. Passend zu der allgegenwärtigen Situation der Ungewissheit wählte McG den Soundtrack der Grunge-Generation und baute den Frankenstein-Mythos ein.
Der neue Terminator-Film wird sicherlich kein Meilenstein der Filmgeschichte werden. Aber als immerhin dritte Variation des bahnbrechenden Erstlings hat er das Zeug, die Serie neu zu beleben.

Clint Metzger


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Illuminati SeitenanfangTerminator – Die ErlösungSpiritSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgard, u.w.

  Regie: Ron Howard
  Film: USA 2009
Thriller, ca. 140 Min.

Zum zweiten Mal schlüpft Tom Hanks in die Rolle des Professors Langdon. Diesmal hetzt er durch Rom, um eine Bombe zu entschärfen, die das Ende des Vatikanstaates und damit der katholischen Kirche bedeutet.

Nach dem Tod des Papstes werden die vier Kandidaten für dessen Nachfolge entführt. Zu jeder vollen Stunde soll einer von ihnen sterben, bevor Punkt Mitternacht eine Anti-Materie-Bombe halb Rom pulverisiert

Hinter der Aktion scheinen die Illuminaten zu stecken - ein Geheimbund von Wissenschaftlern, die einst versuchten, das Weltgeschehen und deren Entstehung auf rationale Weise zu erklären.

Für ihren Unglauben wurden sie von der katholischen Kirche verfolgt, ermordet und in den Untergrund verdrängt. Daraufhin schworen sie Vergeltung.

Zusammen mit der Bio-Physikerin Vittoria Vetra begibt sich Symbolist Langdon auf eine atemberaubende Schnitzeljagd über die Plätze Roms, durch Kapellen und Kathedralen sowie verwinkelte, unterirdische Gewölbe.

Sie können die ersten Morde zwar nicht verhindern, entdecken aber, dass die wahre Gefahr nicht von dem Geheimbund ausgeht, sondern aus den Reihen der Katholiken selbst stammt.

Die Verfilmung des Beststellers von Dan Brown bedient sich jeder Zutat, die ein erfolgreicher Reißbrett-Thriller aus Hollywood benötigt: namhafte Darsteller, sehenswerte Kulissen, temporeiche Action und ein buchstäblich bombiges Finale. Trotzdem wirkt das Ganze wie die moderne Erwachsenen-Version eines Drei-Fragezeichen-Falls. Dass dabei die Glaubwürdigkeit mehr als einmal auf der Strecke bleibt, wird das Massenpublikum verzeihen. Schließlich sind wir alle nicht ohne Makel. Und das mag vielleicht das Einzige sein, was von den zwei Stunden Film etwas länger in Erinnerung bleibt: die leise Kritik an der Scheinheiligkeit der Kirche.

Clint Metzger


Spirit SeitenanfangIlluminatiTwilightSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Gabriel Macht, Samuel L. Jackson, Eva Mendes, Scarlett Johansson , u.w.

  Regie: Frank Miller
  Film: USA 2008
Action, ca. 102 Min.

Frauen und Katzen sind seine ständigen Begleiter, eine rote Krawatte, die Augenmaske und ein Filzhut mit Krempe seine Markenzeichen: Der ehemalige Polizist Denny durchstreift als Spirit die Gassen von Central City, um sie vor Bösewichtern und dem größenwahnsinnigen Ganoven Octopus zu beschützen.

Dieser hat es auf eine Amphore mit besonderem Inhalt abgesehen: dem Blut des Helden Herakles, das ihn unsterblich machen soll. Dumm nur, dass die Kiste mit dem begehrten Stück versehentlich von der Juwelendiebin Sand entwendet wurde, die es eigentlich auf einen Goldschatz abgesehen hatte.

Spirit gerät mehr als einmal zwischen die Fronten und erfährt, dass seine eigene Unverwundbarkeit das Resultat eines Experimentes ist, welches Octopus als Gerichtsmediziner an ihm vorgenommen hat, nachdem er im Dienst erschossen wurde.

.

Ein theatralischer, stellenweise fast schon hysterischer, absurd-komischer und wilder Mix aus unterschiedlichen Filmstilen und -epochen, die sich nicht immer zu einer Einheit zusammenfügen. Griechische Mythologie, Loreley-Saga, Nazi- und Gentechnikwahn verpackt im Gewand eines Film noir und dem Look eines modernen Comic-Strips – das war ein wenig zu viel des Guten. Die Sinnsuche des Helden verläuft weitaus oberflächlicher als in Christopher Nolans Batman-Filmen. Und die dünne Story selbst taugt eigentlich nur als Vorwand, um eine Menge hübscher, weich gezeichneter Frauengesichter und kernige Männer in Action zu inszenieren.

Clint Metzger


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Twilight SeitenanfangSpiritDer SternwandererSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Kristen Stewart, Robert Pattinson, Cam Gigadet, Jackson Rathbone, u.w.

  Regie: Catherine Hardwicke
  Film: USA 2008
Fantasy, ca. 121 Min.

Die junge (Isa)Bella verlässt die geliebte Hitze von Arizona und zieht zu ihrem Vater in ein Provinzkaff des ewig regnerischen Staates Washington. Doch schon nach kurzer Zeit taucht ein Lichtblick in Form des feschen Jungen Edward auf.

Dumm nur, dass sich dieser als blutsaugender Untoter entpuppt.

Bella ist von Beginn a fasziniert, hin- und hergerissen von dem blassen Typen. Er begegnet ihr mit äußerster Zurückhaltung und verblüfft mit unglaublicher Schnelligkeit sowie beeindruckender Kraft.

Nach und nach kommen sich die beiden näher und Edward offenbart sein Geheimnis: seit 1918 führt er im Kreise seiner untoten Familie ein Leben als Vampir – allerdings streng vegetarisch, das heißt es steht nur Tierblut auf dem Speiseplan.

Als wäre das alles für Bella nicht ohnehin schon problematisch genug, wird’s gefährlich als ein weiteres Trio von Vampiren auftaucht. Und diese dürstet es nach Menschenblut.

5,5 Millionen Exemplare hat Autorin Stephenie Meyer von ihrem gleichnamigen Vampirmärchen verkauft. Doch was in literarischer Form noch spannend und ergreifend wirken mag, kommt in diesen zwei filmischen Stunden eher unfreiwillig komisch oder befremdlich rüber. Subtil ist an dem „Romeo und Julia“-Thema im BRAVO-Fotoroman-Look jedenfalls überhaupt nichts. Die Maskenbildner haben ein wenig zu sehr in die weiße Puderdose gegriffen und den Untoten ein Antlitz verpasst, dem nur noch die rote Knollennase zum Clownsgesicht fehlt. Und auch die Darsteller halten sich nicht dezent zurück, sondern agieren allzu theatralisch. Aber was soll’s. Frisch verliebten Teenagern wird’s egal sein: in dem Zustand sieht man sowieso alles durch die rosarote Brille.

Clint Metzger


Der Sternwanderer SeitenanfangTwilightChuck und LarrySeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Charlie Cox, Robert De Niro, Rupert Everett, Claire Danes, Michelle Pfeiffer, u.w.

  Regie: Matthew Vaughn
  Film: USA, 2007
Fantasy-Komödie, ca. 127 Min.

In der Nähe des Dorfes Wall hat die unüberwindbare Mauer, die England von dem geheimnisvollen Königreich Stormhold trennt, eine bewachte Lücke. Doch der neugierige Dunstan überlistet den alten Wächter, lässt sich in dem Zauberreich verführen und bekommt neun Monate später ein Baby namens Tristan in die Hand gedrückt.

Die Jahre vergehen, Tristan ist inzwischen ein attraktiver Mann, allerdings unglücklich in seine Nachbarin Victoria verliebt. Eines Nachts sehen die beiden wie eine Sternschnuppe auf Stormhold fällt. Das ist Tristans Chance, denn Victoria verspricht ihn zu heiraten, wenn er ihr den Stern bringt. Tristan macht sich sofort auf den Weg, findet den Krater und stellt überrascht fest, dass der Stern eine hübsche Frau ist.

Jetzt fängt das Abenteuer erst an, denn an der Sternfrau Yvaine sind viele dunkle Gestalten interessiert.

Die böse Hexe Lamia will Yvaine das Herz herausschneiden um wieder jung zu werden, die skrupellosen Söhne des gerade verstorbenen Königs benötigen ihren Schmuck um die Nachfolge antreten zu können und diverse Händler wittern ein gutes Geschäft. Auf ihrer Odysee durch Stormhold geraten Tristan und Yvaine in die Fänge des berüchtigten Luftpiraten Captain Shakespeare.

Der entpuppt sich zum Glück als ziemlich tuntig, tanzt am liebsten in Frauenkleidern den CanCan, bringt aber auch dem tolpatischen Tristan das Fechten bei.

Ist unser Held nach diesen Erfahrungen bereit sich dem finalen Kampf zu stellen und für seine Liebe zu kämpfen...?

Fantasy-Filme werden zur Zeit fast wie am Fließband produziert und ähneln sich immer mehr. Der Sternenwanderer schafft es aber immer wieder neu zu überraschen. sowohl mit seinen fantastischen Einfällen, als auch mit seiner humorvollen, fast selbstironischen Art, die trotzdem die Atmosphäre nicht zerstört. Da zeigt sich eben auch dass man neben Computereffekten auch gute Schauspieler benötigt, denn so werden z.B.durch Robert De Niros Talent die tuntigen Seiten des Captain Shakespeare komisch und nicht lächerlich.


Chuck und Larry SeitenanfangDer Sternwanderer2:37Seitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Adam Sandler, Kevin James, Jessica Biel, Dan Aykroyd, Steve Buscemi u.w.

  Regie: Dennis Dugan
  Film: USA, 2007
Komödie, ca. 98 Min.

Zwei Feuerwehrmänner geben sich das "Ja"-Wort. Aber keine Angst: Einen Kuss zwischen harten Kerlen wird es nicht geben, denn mehr als Lippenbekenntnisse und kumpelhafte Umarmungen hat Hollywood nach wie vor nicht zu bieten.

Chuck und Larry sind Heteros in Reinkultur: Sie markieren als Feuerwehrmänner die starken Helden. Chuck genießt sein Singledasein und treibt’s auch mal mit fünf Mädels gleichzeitig. Larry dagegen trauert seiner verstorbenen Frau hinterher und versucht mehr schlecht als recht seine beiden Kinder durchzubringen. Als er feststellen muss, dass diese nur dann in den Genuss seiner Lebensversicherung kommen, wenn er eine eingetragene Partnerschaft vorzuweisen hat, ist guter Rat teuer. Doch wozu hat man Freunde? Zumal ihm Chuck noch einen Gefallen schuldig ist.

Nach anfänglichem Geziere willigt Chuck ein. Zwei Unterschriften später sind sie ein Paar. Und damit beginnen die Probleme. Die Behörden lassen die Turteltäubchen überwachen, um einen Missbrauch finanzieller Leistungen zu vermeiden. Was mit einfachen Befragungen beginnt, steigert sich bis zum Durchwühlen des auffällig "unschwulen" Mülls. Anwältin Alex hat eine einfache Lösung parat, um jeglichen Betrugsverdacht auszuräumen: Ab nach Kanada und offiziell heiraten.

Chuck und Larry geben sich das "Ja"-Wort. Und das bleibt nicht lange geheim. Plötzlich sehen sie sich offenen wie versteckten Anfeindungen im Beruf und Privatleben ausgesetzt.

Das bringt besonders Frauenheld Chuck auf die Palme, der sich fortan zu einer Art Vorkämpfer für die Schwulen und Lesben entwickelt – und so manches eindeutige Angebot ablehnen muss (genial: US-Popstar Dave Matthews als tuntiger Verkäufer, der auch ohne Worte überzeugen kann).

Nachdem die beiden sowohl ihre Anwältin als auch die Kollegen von ihren Neigungen überzeugt haben, gilt es nur noch, vor offizieller Seite (in diesem Falle Richard Chamberlain) zu bestehen. Alles scheint glatt zu laufen - bis Chucks und Larrys Chef den beiden scheinbar einen Strich durch die Rechnung macht.

Nach einem schwachen Beginn, der kaum ein Klischee auslässt und die Sandler-typischen Witze auskostet, die stets unter die Gürtellinie zielen, entwickelt sich der Film dank des munter aufspielenden Darstellerensembles zu einer lockeren Komödie mit einigen amüsanten Gags (die sicherlich auf das Konto des "Golden Girls"-Autoren Barry Fanaro gehen) und nachdenklichen Untertönen, die allerdings nicht thematisiert werden.

Viel Potenzial steckt in den 98 Minuten. Doch viele der angesprochenen Probleme, Missstände und in der Gesellschaft herrschenden Vorurteile werden einfach nur eingeworfen und mit einem Satz scheinbar wieder aus der Welt geschaffen.

Das ist zwar jenseits der Realität. Aber in diesem Falle wäre es dann auch ein völlig anderer Film geworden. So bleibt es am Ende gute Unterhaltung für Hetero-, Homo-, Bisexuelle und alles, was sich dazwischen befindet.

Bericht: Clint Metzger


2:37 SeitenanfangChuck und Larry300Seitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Joel Mackenzie, Sam Harris, Clementine Mellor, Teresa Palmer, u.w.

  Regie: Murali K. Thalluri
  Film: Australien, 2007
Drama, ca. 95 Min.

Genau um 2:37 Uhr wird die Leiche eines Teenagers in einer Blutlache auf der Toilette einer australischen Highschool gefunden. Wer ist es und wie konnte es dazu kommen? Dies versucht der Film in Rückblenden sowie mit Hilfe von Interviews im Doku-Stil zu ergründen.

Porträtiert werden ganz unterschiedliche Schüler, deren Wege sich an diesem Tag immer wieder kreuzen, die befreundet sind, oder sich nur vom Sehen her kennen.

Manche haben ganz offensichtliche Probleme, so wird der schwule Sean von einigen Jungs gemobbt, der körperbehinderte Steven sogar von Lehrern verspottet.

Andere, wie der strebsame Marcus, seine Schwester Melody, die hilfsbereite Kelly, der attraktive Sportler Luke und seine Freundin Sarah, geben in aufschlussreichen Szenen nur zögernd Preis was sie bedrückt oder versuchen dies absolut geheim zu halten.

Durch die Interviews, die ein Mitschnitt eines Schulpsychologen sein könnten und die Handlung immer wieder unterbrechen, erfährt man mehr über die Psyche und Gedankenwelt der Protagonisten.

Dabei übertreibt es Regisseur Murali K. Thalluri leider in verschiedener Hinsicht. Inzest und eine daraus resultierende Schwangerschaft, Gehbehinderung mit gleichzeitiger Inkontinenz, das sind nicht unbedingt die Standard-Probleme von Jugendlichen und so massiv muss es auch gar nicht kommen um selbstmordgefährdet zu sein. Zudem durchbrechen die Interviews zu oft die Handlung, hier wäre es besser gewesen mehr auf die talentierten Schauspieler und eine präzisere Darstellung der einzelnen Charaktere zu setzen.

Auch wenn die interessante Thematik nicht immer optimal umgesetzt wurde und einige Längen aufweist, so gelingt dem Regisseur doch ein packender Debütfilm jenseits des üblichen Highschool-Klamauks, der nicht Gefahr läuft in ein reines "wer ist der Selbstmörder"-Ratespiel abzurutschen. Die sich zeitlich überschneidenden, aus unterschiedlichen Blickwinkeln gedrehten Szenen verdeutlichen die persönliche Situation der Schüler, die mit niemandem wirklich über ihre Probleme sprechen können. Ein Drama, das vor allem durch das überraschende und drastische Ende zum Nachdenken anregt und zur Erkenntnis führt, dass man eben niemals einen Menschen wirklich kennt.


300 Seitenanfang2:37AlexanderSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Gerard Butler, Lena Headey, Dominic West, David Wenham, u.w.

  Regie: Zack Snyder
  Film: USA, 2007
Historien-Abenteuer, ca. 116Min.

Griechenland, vor rund 2500 Jahren, zur Zeit der Perserkriege: Unter der Führung des Gottkönigs Xerxes strebt das Persische Reich die Herrschaft über die damals bekannte Welt an. Die Spartaner mit ihrem König Leonidas denken aber nicht daran sich diesem zu unterwerfen und töten die Abgesandten des mächtigen Herrschers. Leonidas glaubt sich für einen Krieg gut gerüstet. Nirgends gibt es eine härtere und brutalere Militärausbildung, nirgends gibt es so bedingungslose Kämpfer wie in Sparta. Schwächliche Säuglinge werden gleich über die Klippe geworfen, Knaben ab 7 Jahren den Müttern weggenommen um sie für den Kampf zu drillen, die Elitekrieger bilden schließlich eine verschworene Gemeinschaft. Doch bevor er sein Heer in den Krieg schicken kann, muss Leonidas das Orakel befragen. Die Priester sind allerdings korrupt, von Xerxes bestochen und verweigern daher die Zustimmung.

Dem Spartaner König bleibt nur noch seine 300-Mann starke "Leibgarde" und sein Plan, die persische Übermacht an einem schmalen Pass, den Thermopylen, aufzuhalten. Das Gemetzel kann beginnen. Einfache Krieger, Reiterstaffeln, monsterhafte Tiere aus den entlegendsten Gegenden, die diabolische Elitetruppe Persiens. Leonidas trotzt mit seinen Mannen der Übermacht, werden ihm auch Verrat und Intrigen nichts anhaben können?

Der Film folgt konsequent seiner ganz eigenen Ästhetik: Grobkörnige, erdige Farben lassen viele Szenen fast wie Gemälde wirken, surreale Bilder sowie eine ungewöhnliche Kampf-Choreografie beeindrucken und die heldenhaften Posen der muskulösen Krieger, die allesamt mit freiem Oberkörper kämpfen, könnten auch aus einem schwulen Erotik-Photoband stammen.

Der Film schafft es somit sich von anderen Historienverfilmungen abzugrenzen. Insgesamt gesehen jedoch leider nicht nur positiv. Dies liegt im Zusammenspiel von Erzähler, Inhalt und Optik: Die Stimme aus dem Off fängt spätestens nach 15 Minuten mit dem sich ständig wiederholenden Gefasel von Ruhm, Ehre und Heldentod an zu nerven. Frauen dürfen nur stolz sein, wenn sie gesunde Kinder geboren haben. Passend dazu sind alle behinderten und (grotesk) entstellten Menschen charakterlos und feige, hier kann nur ein starker König mit seinen opferbereiten, durchtrainierten Getreuen pathetisch die Freiheit verteidigen.

Regisseur Zack Snyder gelingt es nicht diese Stimmung wenigstens einmal zu brechen, so entsteht zwar ein Film aus einem Guss, jedoch mit einer zweifelhaften Aussage. Eine allzu große Bedeutung sollte man dem Streifen aber nicht zu kommen lassen, sondern ihn als das sehen was er ist: Eine Comicverfilmung inspiriert von historischen Ereignissen.


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Alexander Seitenanfang300Männer wie wirSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer, Jared Leto, u.w.

  Regie: Oliver Stone
  Film: USA/D 2004
ca. 176Min.

In einer Zeit, als die Landkarte noch zahlreiche weiße Flecken aufwies und die Menschen nicht unter Arbeitslosigkeit stöhnten, war es noch einfach, die Welt zu erobern.

Und das gelang einem jungen Mann namens Alexander (Frauen- und Männerschwarm Colin Farrell als blonder Hengst) in eindrucksvoller Weise. Nachdem seine Mutter (Angelina Jolie als buchstäblich falsche Schlange) dafür gesorgt hat, dass Alexander den Thron besteigen kann, flüchtet dieser vor ihrer allzu großen Fürsorge gen Osten. Er kämpft gegen die Perser und erobert Babylon, kämpft an vorderster Front in Indien und wird letztlich von Verräter in den eigenen Reihen ermordet.

Oliver Stone schuf einen überwältigenden Bilderbogen (wie man es von ihm nicht anders gewohnt ist). Komponist Vangelis untermalt die grandiosen Aufnahmen mit heldenhaften Hymnen (wie man es von ihm auch nicht anders gewohnt ist). Was dem Epos allerdings fehlt, ist ein Kern und die Substanz.

Die Figuren wirken oberflächlich. Alexanders Mutter verschwindet einfach mal so für längere Zeit, ehe sie wieder plötzlich per Brief auftaucht. Alexanders immer wieder beschwörte Absicht von der Einigung der Völker Europas und Asiens wirkt wie eine leere Parole (und ähnelt damit immerhin dem Geschwätz mancher Politiker unserer Tage). Und eine Schauspielergröße wie Anthony Hopkins fungiert gar nur als Geschichtenerzähler, der die einzelnen Episoden zusammenhält.

Viele Fragen bleiben offen. Es ist absolut unklar, wie Alexander Hunderttausende von Männern für sein Ziel begeistern konnte. Wie errang er einen Sieg gegen die Perser, obwohl diese angeblich in die Flanken seiner Armee einfielen? Warum wird seine Zuneigung anderen Männern gegenüber nur mit Blicken und Worten angedeutet, während er mit einer Frau, die er nur aus politischen Gründen geheiratet hat, gleich heißen Sex hat?

Und nachdem er in der ersten Hälfte einer Chronologie der Ereignisse treu bleibt, blendet Stone mitten in der Geschichte urplötzlich zurück und liefert die Episode um die Ermordung von Alexanders Vater nach, was zu diesem Zeitpunkt weder dramatisch noch inhaltlich von Bedeutung ist und den Film nur unnötig in die Länge zieht. Ein bildgewaltiger Historiendrama, das unter der Oberfläche seiner schönen Bilder leider nicht viel zu bieten hat.

Bericht: Clint Metzger


Als ich diesen Film in meinem Weihnachtsurlaub ausgesucht habe, habe ich einen historischen Action-Film im Stil von Troja erwartet. Aber diese Erwartungen wurden nicht erfüllt. Stattdessen habe ich eine beeindruckende Geschichtsstunde erlebt, na ja, eigentlich drei Geschichtsstunden. Ein historisches Epos, mit dem Oliver Stone versucht hat, das Leben des Eroberers und Königs Alexander realistisch und glaubhaft wiederzugeben.

Liebe, Tragik, Spannung, blutige Feldzüge, opulente Kostüme, großartige Landschaften, faszinierende und fremdartige Orte mischen sich zu einem Bilderbogen, der mich niemals gelangweilt, und der mich nachdenklich gestimmt hat.

Neugierig haben mich auch die hier und da zu lesenden Kritiken und Interviews gemacht, bei der es um die homoerotische Beziehung von Alexander zu seinem Freund und Kampfgefährten ging. Oliver Stone hat diese Seite Alexanders realistisch wiedergegeben. Ich freue mich, dass es auch einmal einen Helden gibt, der, mit allen seinen Stärken und Schwächen, einen Mann liebte.

Wenn dir 170 Minuten Kinounterhaltung nicht zu lang sind und du Gefallen an einem historischen Stoff, politischen Intrigen und manchmal aufregenden und blutigen Schlachten hast, dann solltest du dir diesen Film nicht entgehen lassen.

Bericht: René Gäbler


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Männer wie wir SeitenanfangAlexanderAgnes und seine BrüderSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Maximilian Brückner, Rolf Zacher, David Rott, Lisa Potthoff, u.w.

  Regie: Sherry Hormann
  Film: Deutschland 2004
Komödie, ca. 106 Min.

In diesem Ruhrpott-Örtchen dreht sich am Wochenende alles um Fußball. Als Torwart Ecki, gelinkt durch einen gegnerischen Spieler, den entscheidenden Ball nicht hält, ist die Chance für den Aufstieg dahin.

In der anschließenden Feier kommt auch noch heraus, der junge Torwart steht auf Typen. Da ist das Getuschel im Dorf groß. Insbesondere Eckis Vater hat große Probleme mit der neuen Situation fertig zu werden.

Seine alten Kameraden vom Fußballverein schneiden ihn bei jeder Gelegenheit. Gekränkt und trotzig fordert Ecki seine alte Truppe zur Revanche!

Er wettet: Seine alte Mannschaft mit einer neuen Mannschaft, die nur aus Schwulen besteht, bei einem Spiel in vier Wochen zu besiegen.

Zusammen mit seiner Schwester macht er sich in Dortmund auf den Weg 'seine' Mannschaft zusammen zu suchen.
Doch das ist gar nicht so einfach... Zum Glück stehen ihm Karl, ein herunter gekommener Fußballprofi, und Elke zur Seite.

Die vier Wochen vergehen wie im Fluge und das entscheidende Spiel findet tatsächlich statt...
Wer wird gewinnen - die Heten oder die Gays?
Wird Ecki und sein Freund vom Dorf und seinen Eltern akzeptiert?

Erfolgsregisseurin Sherry Hormann (u.a. "Irren ist männlich") hat eine Komödie geschaffen, die frech, liebevoll und zum schmunzeln einlädt, der Humor wird jedoch nicht auf Kosten von Minderheiten erkauft.

Durch die 11 Spieler eine Fußballmannschaft konnte sie die verschiedenen Charaktere des "Schwulen Mannes" wunderbar darstellen.

Den Ungeouteten gibt's ebenso, wie den jungen türkischen Imbissverkäufer und den Bärentyp. Neben der guten Story, dürften bekannte Schauspieler wie Mariele Millowitsch und Rolf Zacher zum Erfolg des Films beitragen.

"MÄNNER WIE WIR" sollte sich jeder im Kino ansehen, der gerne lacht und auf Gefühle steht, naja und für Fußballfans ist er eh ein "Muss".

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a. M.


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Agnes und seine Brüder SeitenanfangMänner wie wirLa Mala Educatión - Schlechte ErziehungSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup, Martin Weiß, Katja Riemann, u.w.

  Regie: Oskar Roehler
  Film: D 2004
Familien-Drama, ca. 115 Min.

Eine schrecklich nette Familie: Drei Brüder plagen sich auf der Suche nach dem kleinen, privaten Glück mit Problemen aller Art und Größenordnung herum.

Und die führen zu absurden Situationen, die uns den alltäglichen Wahn unserer modernen Gesellschaft auf verblüffend einfache Weise vor Augen halten.

Da ist Bibliothekar Hans-Jörg, der noch als Kind ins Bett gepinkelt hat und jetzt als gehemmter Nachwuchsalkoholiker seinen gesteigerten Fortpflanzungstrieb in einer Runde anonymer Sexsüchtiger dämpfen will. Dann gibt es noch den Politiker Werner, der für die Einführung des Dosenpfands kämpft, während seine Ehe quasi nicht mehr existiert. In einem Haus mit der Nummer 13 kann es ja nur Unglück geben. Und so läuft Werner lieber eine Runde mit seinem Hund, als seinem Hasch anbauenden Sohn zu einem gewonnenen Preis zu gratulieren, und den nicht mehr stattfindenden Sex mit seiner Ehefrau versucht er durch das Grillen von Würstchen zu kompensieren.

Zu guter Letzt gibt es da noch Agnes, der früher einmal Martin hieß und sich jetzt als lasziv auftretende Tänzerin durchs Nachtleben schlägt.

Alle drei kämpfen mehr mit sich selbst als mit den Unwägbarkeiten ihres Alltags. Und zunächst scheinen sie alle zu scheitern. Hans-Jörg wird beim Spannen auf der Damentoilette erwischt und verliert seinen Job. Werners Frau schnappt sich den ältesten Sohn und zieht von jetzt auf nachher aus. Und Agnes Verwandlung zieht ernsthafte körperliche Komplikationen nach sich.

Doch letztlich reicht die Tragikomödie ihren Protagonisten und uns doch noch einen rettenden Strohhalm: Hans-Jörg findet seine große Liebe in einer Pornodarstellerin. Die gemeinsame Sorge nach dem ausgerissenen Sohn schweißt die Eheleute wieder zusammen. Und Agnes tritt in ein wahrscheinlich besseres Leben nach dem Tod ein.

Regisseur Roehler ("Die Unberührbare") treibt sicher so manchen Gag auf die Spitze (und lässt Werner während eines Telefonats mit Parteikollege Joschka auf dem Fußboden seine Notdurft verrichten). Doch niemals macht er seine Figuren lächerlich oder zielt unter die Gürtellinie. So wahnwitzig manch Szene und Dialog erscheinen mag - so bewusst wird einem mit dem Lachen, dass das Groteske gar nicht so weit von unserem heutigen, durch die Medien bestimmten Leben entfernt ist.


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La Mala Educatión - Schlechte Erziehung SeitenanfangAgnes und seine BrüderSommersturmSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Gael Garcia Bernal, Fele Martinez, Javier Camara, u.w.

  Regie: Pedro Almodóvar
  Film: Spanien 2004
Drama, ca. 98 Min.

Filmfestspiele von Cannes ist sein erzählerisch ausgereiftestes Werk, in dem er seinen Lieblingsthemen treu bleibt: Liebe, Lust und Leidenschaft.

Almodovars Filme sind schrill, tragisch, komisch, irritierend sexy und dramatisch. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen
Völlig überraschend erhält der erfolgreiche Regisseur Enrique Besuch von einem Jugendfreund. Ignacio, seines Zeichens Schauspieler, händigt ihm ein Drehbuch aus, das auf beider Kindheitserinnerungen beruht: Der gemeinsamen Zeit in einer Schule, die von der zart aufblühenden Liebe der beiden Knaben und der krankhaften Zuneigung des Priesters Manolo zu Ignacio geprägt war.

Enrique ist begeistert und will die Erzählung verfilmen. Doch bei der Umsetzung kehren nicht nur Erinnerungen aus der Vergangenheit zurück. Er entdeckt auch, dass Ignacio nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Enrique kommt einem tragischen Dreiecksverhältnis auf die Spur, das tödliche Konsequenzen hat.

Almodovar hat eine dramatische Thriller-Oper in drei verschachtelten Akten geschaffen. Dabei war ihm wichtig, dass die neu gewonnene Freiheit Spaniens nach der Franco-Diktatur sicht- und spürbar wird (ja, auch durch die Darstellung von heißem Männersex). Dies ist ihm dank überzeugender Darsteller, betörender Bilder und einer formalen Verpackung in der Tradition eines "Film noir" auch bestens gelungen.

Die Musik deckt die gesamte Bandbreite großer Gefühle ab; die Bilder umschmeicheln die Körper der erwachsenen Darsteller wie ein zärtlicher Liebhaber; und Jean Paul Gaultiers Kostümentwurf für den hautengen Dress der Zarah ist wie immer ein echter Hingucker.

Kein einfach zu konsumierendes, aber inhaltlich wie formal eindrucksvolles Kino großer Gefühle.


Fernsehcasting mit iLove

Sommersturm SeitenanfangLa Mala Educatión - Schlechte ErziehungDie Frauen von StepfordSeitenende
        
  Hauptdarsteller: 

Robert Stadlober, Kostja Ullmann, Alicja Bachleda-Curus, Miriam Morgenstern, u.w.

  Regie: Marco Kreuzpaintner
  Film: Deutschland 2004
Coming-Out, ca. 98 Min.

Ein Ruderverein in Oberbayern. Tobi und Achim sind beste Freunde und machen jede Menge Mist zusammen.

Achim hat sich in die hübsche Sandra verliebt, deren Freundin Anke will was von Tobi, doch der ist, was keiner weiß, total verliebt in Achim.

Ein Sommerzeltlager samt Wettkampf steht an, auf das sich alle freuen. Schließlich verspricht das eine Menge Spaß, die Möglichkeit sich näher zu kommen und eine Mädchenmannschaft aus dem "sündigen" Berlin wird auch erwartet.

Doch statt vollbusiger Mädels taucht die Jungs-Mannschaft "QueerSchlag" auf. Mit denen versteht man sich gleich prima, doch als klar wird, dass es sich um Gays handelt, ist die Irritation groß.

Manche reagieren cool auf die unerwartet unschwule wirkenden Typen, andere, wie Vereinspräsidenten-Sohn Georg, sind empört und lästern.

Achim und Sandra kommen sich immer näher, das "Erste Mal" steht unmittelbar bevor. Tobi reagiert immer eifersüchtiger, als er merkt wie aussichtslos seine Liebe zu seinem Freund ist.

Doch da gibt es auch noch den hübschen Leo von den "Queerschlägern", der Tobi mehr als nur sympathisch findet...

Kurz vor dem Wettkampf hat sich die Stimmung aus Lügen, Eifersucht und unterdrückten Gefühlen zugespitzt, als zusätzlich noch ein Gewittersturm über das Camp hereinbricht. Aber Gewitter haben ja schließlich auch eine reinigende Wirkung...

Was andere Länder schon vorgemacht haben, hat jetzt endlich auch mal Deutschland geschafft: Ein realistischer Coming-Out Film über einen ganz normalen Jugendlichen, jenseits aller Klischees. In der schwulen Sportgruppe sind vom feminineren Typ über "Normalos" bis hin zum muskulösen Casanova ganz unterschiedliche Jungs vertreten. Regisseur Marco Kreuzpaintner gelingt mit tollen Schauspielern eine Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Der Film ist weder Komödie noch Tragödie und trotzdem mit viel Witz, Dramatik und Erotik, schließlich gibt's jede Menge hübsche, sportliche Jungs (und Mädchen) zu sehen. Solche Filme, in denen Schwule und Heteros gemeinsam einen klasse Kinoabend verbringen können wünscht man sich!


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Die Frauen von Stepford SeitenanfangSommersturmMambo ItalianoSeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Nicole Kidman, Bette Midler, Matthew Broderick, Christopher Walken, u.w.
  Regie: Frank Oz
  Film: USA 2004
Grusel-Komödie ca. 90 Min.

Die ehrgeizige Joanna erleidet nach einem beruflichen Desaster einen Zusammenbruch. Jetzt möchte sie zusammen mit ihrem Mann etwas Ruhe in ihr Leben bringen, indem sie beide in den beschaulichen Vorort Stepfort ziehen.

Hier scheint die Zeit in den fünfziger Jahren stehen geblieben zu sein: Die Frauen sind alle adrett gekleidet und ihre ganze Fürsorge gilt ihren Göttergatten, die sich regelmäßig in einem sonderbaren Männerclub treffen.

Eigentlich möchte Joanna am liebsten schnell wieder verschwinden, doch mit zwei weiteren Neulingen, der chaotischen Autorin Bobbie und dem schwulen Roger freundet sie sich schnell an. Alle anderen Frauen wirken sehr mechanisch und versprühen schon mal Funken. Noch sonderbarer wird es, als der tuckige Roger plötzlich konservativer als sein biederer Freund wird und Joanna zur ordnungsliebenden Übermutter mutiert. Wird unsere Heldin das gleiche Schicksal ereilen?

In dem Remake von "Die Frauen von Stepford" verzichtet Regisseur Frank Oz weitgehend auf Horror und Grusel, dafür setzt er ganz auf Komik sowie auf die hochkarätige Besetzung. Auch wenn nicht alle Gags zünden und der Film manchmal so betulich wie ganz Stepford wirkt, bietet er doch einen unterhaltsamen Kinoabend inklusive einem humorvollen Plädoyer für mehr Individualismus.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex Mannheim.


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Mambo Italiano SeitenanfangDie Frauen von StepfordMonsterSeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Luke Kirby, Ginette Reno, Paul Sorvino, Mary Walsh, Peter Miller, Sophie Lorain, u.w.
  Regie: Emile Gaudreault
  Film: Kanada 2004
Coming-Out-Komödie, ca. 90 Min.

Angelo ist der Sohn italienischer Einwanderer in Montreal. Seine Eltern haben sich hier ihr "Little Italy" geschaffen, samt allen Eigenheiten, die eine richtige italienische Familie ausmachen.

Dazu gehört natürlich ein ausgeprägter Familiensinn inklusive Überfürsorge und Bevormundung. Als der hübsche Angelo es wagt, sich eine eigene Wohnung zu suchen, ist das eine mittlere Katastrophe und seine neurotische Schwester Anna muss nun den täglichen Wahnsinn alleine mit Mama Maria und Papa Gino aushalten.

Durch einen Zufall trifft Angelo seinen Jugendfreund Nino wieder, der inzwischen Polizist ist. Zwischen den beiden funkt es gleich, wenig später ziehen sie zusammen.

Doch während Angelo die Heimlichtuerei auf die Nerven geht, kommt für den Macho Nino ein Outing nicht in Frage.

Aber es kommt wie es kommen muss, die ersten Gerüchte, die plötzlich ins Zimmer hereinplatzende Anna und als Angelo seinen Eltern auch noch sagt was Sache ist, weiß es gleich darauf Ninos Mutter.

Dem wird das jetzt alles zu viel. Während sich die Mütter noch streiten, welcher Sohn wen besteigt, probiert es Nino mit dem anderen Geschlecht in Form von Ex-Mitschülerin Pina. Jetzt kann Angelo nur noch die Gay-Line helfen, aber wird er dort die Lösung seiner Probleme finden?

Mambo Italiano ist eine gelungene Komödie übers Coming-Out, die sich bei allem Witz nie über Schwule lustig macht und auf eine liebevolle Art auch die typisch italienische Familie karikiert. An manchen Stellen hat der Film einen leichten "Pedro Almodóvar-Touch", wenngleich nicht ganz so schrill und sicher auch etwas "braver" (FSK 6). Insgesamt ein absolut sehenswerter Film mit Humor, Dramatik und sehr attraktiven Hauptdarstellern!

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex
Mannheim.


Fernsehcasting mit iLove

Monster SeitenanfangMambo ItalianoL.I.E. - Long Island ExpresswaySeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Charlize Theron, Christina Ricci, Bruce Dern, u.w.
  Regie: Patty Jenkins
  Film: USA 2004
Drama, ca. 110 Min.

In einer Szenebar lernt die abgehalfterte Hure Aileen zufällig die lesbische Selby kennen. Für Selby ist es Liebe auf den ersten Blick, für die selbstmordgefährdete Aileen ist die junge Frau ein letzter Strohhalm, an den sie sich bald immer verzweifelter klammert. Doch die Beziehung steht unter keinem guten Stern. Selby lebt vorübergehend bei christlichen Verwandten, die sie von ihrer Homosexualität heilen sollen, Aileen ist psychisch am Ende und total pleite. Um an etwas Geld zu kommen, fährt sie mit einem Freier in ein Waldstück. Doch der will keinen schnellen Sex sondern entpuppt sich als völlig pervers. Durch die Liebe zu Selby wieder zu etwas Lebenswillen gekommen, erschießt sie den Typen in Notwehr und nimmt sein Geld an sich.

Doch das reicht natürlich nicht lange. Während Selby ihren Spaß haben will und immer neue Forderungen stellt, versucht Aileen einen Job zu bekommen. Aber niemand gibt ihr eine Chance und der Wunsch ein bürgerliches Leben mit ihrer Freundin zu führen wird zur Utopie. Einzige Geldquelle sind neue Freier. Durch die erste Tötung ist bei Aileen jedoch ein Damm gebrochen, ein Leben lang wurde sie missbraucht und gedemütigt, jetzt ist die Zeit der Rache gekommen und diejenigen, die es ihrer Meinung nach "verdienen", sollen nun mit ihrem Geld und Leben bezahlen. Ist es am Anfang noch ein (vermeintlicher) Kinderschänder, werden die Opfer bald immer "harmloser". Was mit Aileens Männern geschieht bleibt Selby nicht verborgen, sie ist schockiert, das Geld nimmt sie aber gerne. Als es die ersten Zeugen gibt, zieht sich die Schlinge immer enger um das ungleiche Pärchen...

In den Medien wurde Aileen nach ihrer Verhaftung nur als Monster bezeichnet. Regisseurin Patty Jenkins blickt jedoch tief in die Seele der Mörderin, lässt sie ihre Geschichte erzählen, die unweigerlich zur Tragödie wird. Trotzdem verharmlost der Film nicht die Taten, sondern zeigt diese in immer brutalerer Weise.

Das intensive Spiel von Charlize Theron, die mit Mut zur Hässlichkeit und großer Glaubwürdigkeit Aileen verkörpert, die auswegslos-stimmige Atmosphäre, sowie die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, lässt Dich diesen Film sicher nicht so schnell vergessen.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Cineplex Frankfurt.


L.I.E. - Long Island Expressway SeitenanfangMonsterFridaSeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Brian Cox, Paul Franklin Dano, Billy Kay, u.w.
  Regie: Michael Cuesta
  Film: USA 2003
Drama, ca. 97 Min.

Der 15 jährige Howie lebt in einem amerikanischen Vorort. Sein Vater ist zwar ein wohlhabender Unternehmer, doch emotional kann er seinem Sohn kaum etwas bieten und so vergnügt er sich auch schon kurz nach dem Unfalltod der Mutter mit seiner neuen Freundin, oder macht sich um einen drohenden Prozess sorgen.

Geborgenheit sucht Howie anderweitig. Er verliebt sich in seinen coolen Freund Gary, hängt mit dessen Freunden rum und bricht aus Langeweile in Wohnungen ein. Das Gary sein Geld auf dem Straßenstrich verdient, ahnt Howie nicht. Genauso wenig weiß er, dass der alte Big John zu seinen Freiern zählt. Nachdem die Jungs aus dessen Wohnung Pistolen geklaut haben, verrät Gary den ahnungslosen Howie an Big John und flüchtet selbst kurz danach aus der Stadt.

Der undurchsichtige Big John findet Gefallen an Howie, setzt ihn jedoch unter Druck die gestohlenen Sachen zurück zu bringen. Aber es kommt noch schlimmer: Howies Vater wird verhaftet. Ganz auf sich alleine gestellt ist jetzt nur noch Big John für ihn da, der auf seine ganz eigene Art auch ein cooler Typ ist. Howie merkt schnell, dass Big John mehr von ihm will und spielt mit seinen jugendlichen Reizen. Doch der Alte nutzt die Situation wider erwarten nicht aus, beide haben gemeinsame Interessen und er versteht den Jungen mit seinen Problemen. Doch Big John wohnt mit seinem jungen Freund zusammen und der möchte nicht einfach ausgetauscht werden...

Auch wenn die Geschichte ziemlich dramatisch klingt, sie wirkt nie konstruiert und kommt dankt der hervorragenden Schauspieler sehr authentisch rüber: Big John, dessen Neigungen sich hart an der Grenze zur Pädophilie bewegen, der pubertierende Howie, der auf der Suche nach Geborgenheit ist und der gerissene Gary sind ideal besetzt. Regisseur Michael Cuesta bewertet die Handlungen seiner Protagonisten nicht, er zeigt viel mehr ihre innere Zerrissenheit und überlässt es dem Zuschauer sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos
in
Frankfurt a. M.


Frida SeitenanfangL.I.E. - Long Island ExpresswayDem Himmel so fernSeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Salma Hayek, Alfred Molina, Ashley Judd, Antonio Banderas, u.w.
  Regie: Julie Taymor
  Film: USA / Kanada 2002
Biografie, ca. 120 Min.

Mexiko in den zwanziger Jahren: Die lebenslustige Frida wird bei einem Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt. Ihr Bein ist zertrümmert und ihr Körper wird von einer Eisenstange durchbohrt. Doch so schnell lässt sie sich nicht unterkriegen, malt Bilder, erst nur auf ihr Gipskorsett, dann, immer noch im Bett liegend, auf Leinwand. Mit eisernem Willen beginnt sie wieder zu laufen und das geradewegs zu Diego Rivera, Mexikos berühmtesten Maler, denn er soll über ihr Talent entscheiden. Diego ist begeistert und bald verlieben sich beide.

Obwohl nicht gerade mit Schönheit geschlagen ist der Künstler ein hoffnungsloser Frauenheld, der nichts anbrennen lässt. Trotzdem, was Frida möchte erreicht sie auch. Beide heiraten. Sie fordert Loyalität und Diego wird fortan immer zu ihr stehen, treu sein kann er aber nicht. Die Jahre vergehen Diego hat inzwischen auch Erfolg in dem USA, Frida begleitet ihn, doch als Kommunist eckt er dort bald an. Zwischen dem Künstlerpaar ist inzwischen eine Art Hass-Liebe entstanden, ihr "Fettwanst" hat ständig Affären, aber auch die bisexuelle Frida hat welche, manchmal mit den Ex-Geliebten ihres Mannes und später sogar mit Leo Trotzki, der vorübergehend bei ihnen wohnt.

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich Fridas Gesundheit zusehends, zahlreiche Operationen aufgrund ihres Unfalls, eine Totgeburt, Schmerzen und Amputationen, Befreiung findet sie nur in ihrer Malerei. Trotz ihres großen Talents steht sie aber künstlerisch immer noch im Schatten ihres Mannes. Erst am Ende ihres Lebens erhält sie ihre erste große Ausstellung...

In der beeindruckenden Biografie der berühmten mexikanischen Malerin Frida Kahlo überzeugt Hauptdarstellerin Salma Hayek in jeder Sekunde. Vom lebensfrohen Teenager bis zum von Krankheit und Leiden geprägten Ende spielt sie mit unglaublicher Intensität und wurde dafür zu Recht für den Oscar nominiert. Der üppig ausgestattete Film ist sehr emotional, nie rührselig und wird bei aller Tragik vom Lebenswillen Fridas geprägt. Er gibt einen faszinierenden Einblick in die (Gedanken)Welt der Künstlerin und die bekanntesten Bilder erwachen hier sogar zu Leben.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a. M.


Dem Himmel so fern SeitenanfangFridaWie die KarnickelSeitenende
        
  Hauptdarsteller:  Julianne Moore, Dennis Quaid, Dennis Haysbert, u.w.
  Regie: Todd Haynes
  Film: USA 2002
Drama, ca. 110 Min.

Eine amerikanische Kleinstadt in den 50er Jahren, die Häuser sind alle frisch gestrichen, die Vorgärten gepflegt und selbst das Herbstlaub strahlt hier in leuchtenden Farben. In dieser Spießeridylle, in der es schon als äußerst liberal gilt, freundlich zum schwarzen Personal zu sein, wohnt das Traumpaar Cathy und Frank. Sie kümmert sich um Haushalt, Kinder und diverse gesellschaftliche Verpflichtungen, er arbeitet erfolgreich in einer Firma und verdient das Geld.

Doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus. Sexuell läuft schon lange nichts mehr zwischen den beiden, denn Frank schaut lieber den Männern nach. Dabei bleibt es natürlich nicht und eines Tages erwischt ihn seine Frau mit einem anderen Typen im Büro. Cathy ist schockiert und drängt ihren Mann zu einem Psychiater der Es wegtherapieren soll.

Zwischenzeitlich freundet sich Cathy mit dem schwarzen Gärtner Raymond an. Beide haben die gleichen Interessen und bei ihm findet sie Verständnis. Doch ein gemeinsamer Restaurantbesuch wird von einer Lokalreporterin beobachtet. Skandal!

Um die Situation zu entspannen fahren Cathy und Frank in Urlaub, doch dort verliebt sich Frank in einen jungen Mann und auch Cathy kann Raymond nicht so einfach vergessen. Werden sie es wagen zu ihrer jeweiligen neuen Liebe zu stehen?

Todd Haynes karikiert in seinem Film die verlogene Spießerwelt, in der Freundschaft endet, wenn es einer wagt die ungeschriebenen Regeln zu brechen. Rassismus und Homophobie machen es fast unmöglich dem Himmel nahe zu kommen und der Preis für die Liebe, die nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht, ist hoch. Leider gibt es auf dieser Welt noch immer viel zu viel solcher Orte.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a. M.


Wie die Karnickel SeitenanfangDem Himmel so fernSommer wie Winter - Presque RienSeitenende
    
Hauptdarsteller:  Michael Lott, Sven Walser, Heinrich Schmieder, u.w.
Regie: Sven Unterwaldt jr.
Film: Deutschland 2002
Komödie, ca. 88 Min.

Der heterosexuelle Holger ist Musiker, tollpatschig und ziemlich triebhaft. Als seine Freundin durch Zufall ein Porno-Video bei ihm entdeckt, verlässt sie ihn entrüstet. Zu gleicher Zeit zieht in der Nachbarwohnung der schwule Sigi ein, der ist genauso rattig, aber im Gegensatz zu Holger lebt er seine Wünsche nicht in der Fantasie aus, sondern setzt sie bei jeder Gelegenheit gleich in Realität um. Davon wenig begeistert ist sein langjähriger Partner Hubert und so ist Sigi ebenfalls wieder solo. Es braucht nicht lange bis dessen lockerer Umgang mit dem Sex auf Holger abfärbt: Erst sind's Poster mit großbrüstigen Pornostars, bald hat der bis dahin eigentlich brave Musiker eine wilde Affäre mit einer extravaganten Operndiva.

Die Versuche sich wieder mit den Ex-Partnern zu versöhnen ist wenig erfolgreich. Bei Sigi und Hubert verhindert das der von beiden begehrte Möbelpacker Benno (Alfonso Losa, der "Carlos" aus dem Marienhof) nicht nur mit Muskelspielchen, bei Holger und Vera verfehlt die Reizwäsche ihre Wirkung und ein Artikel den Vera mit zwei Kampflesben (eine ist Frauenknast-Lesbe "Walter") über ihre Beziehung verfasst, ist auch nicht für eine Versöhnung förderlich. Kann es in einer Fernseh-Talkshow zur großen Aussprache kommen?

Nach dem "bewegten Mann" und "Kondom des Grauens" gibt es endlich wieder einen Kinofilm nach einem Buch des schwulen Kult-Comic-Zeichners Ralf König. Die Hauptdarsteller sind zwar nicht so bekannt, aber dafür bestens besetzt und in einer Nebenrolle kann man den muskulösen Alfonso Losa bewundern. Es gibt jede Menge Situationskomik, Klischees werden auf die Spitze getrieben und gleichzeitig wird aber auch klar: Männer denken halt immer nur an das Eine und egal ob schwul oder hetero, sie verhalten sich wie die Karnickel...

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos CineStar-METROPOLIS
in Frankfurt a. M.


Sommer wie Winter - Presque Rien SeitenanfangWie die KarnickelShadow of the VampireSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Jérémie Elkaim, Stéphane Rideau, u.w.
Regie: Sébastien Lifshitz
Film: Frankreich 2000
Drama, ca.100 Min

Der 18jährige Mathieu verbringt wie jedes Jahr mit seiner Familie die Sommerferien am Strand. Doch diesmal gibt es einen entscheidenden Unterschied: Mathieu verliebt sich in den attraktiven und erfahreneren Cédric. Natürlich bleibt dies der Verwandtschaft nicht verborgen, aber trotz der etwas schwierigen familiären Situation verläuft das Coming Out des eher verschlossenen Jungen ohne größere Probleme. Regisseur Sébastien Lifshitz gelingt es dabei völlig unverkrampft und mit vielen sehr erotischen Szenen die Liebe der jungen Männer darzustellen.

Viele Urlaubslieben enden genauso schnell wie sie begonnen haben, aber die beiden Jungs wollen Sommer wie Winter zusammenbleiben und ziehen nach Ende der Ferien gemeinsam in eine andere Stadt. Doch nach gut einem Jahr zerbricht die Partnerschaft und Mathieu muss auf schmerzahfte Weise erst einmal wieder zu sich selbst finden.

Der Film konzentriert sich vor allem auf seinen Hauptdarsteller Mathieu. In drei verschiedenen Zeitebenen erzählt Regisseur Lifshitz vom Beginn der Beziehung während der Ferien, von Mathieus Klinikaufenthalt nach seinem Selbstmordversuch und von seiner anschließenden Neuorientierung. Die äußeren Ereignisse sowie Mathieus innerer Zustand setzen sich so allmählich wie ein Puzzle zusammen, ein Puzzle, bei dem aber viele Teile bewusst weggelassen werden, sodass jeder die Möglichkeit hat die Geschichte selbst zu vervollständigen. Aber keine Angst, ganz so kompliziert wie es sich jetzt anhört ist der Film nicht und für manche Länge entschädigen die beiden attraktiven, überzeugend besetzten Hauptdarsteller.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Olympia Kinos
in Frankfurt a. M.


Shadow of the Vampire SeitenanfangSommer wie Winter - Presque RienDer Club der gebrochenen HerzenSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  John Malkovich, Willem Dafoe, Udo Kier, u.w.
Regie: Elias Merhige
Film: USA/Großbritannien 2000, 91 Min

Der Film "Nosferatu", den Regisseur F.W. Murnau in den zwanziger Jahren drehte, gehört zum Besten was das Vampir-Genre hervorgebracht hat. In "Shadow Of  The Vampire" sind wir bei den Dreharbeiten eines von Authentizität besessenen Murnaus dabei. Statt Studioaufnahmen gibt es Außendrehs in Osteuropa, die Statisten sind echte Bauern und der Vampir, ja auch der Vampir ist echt! Der schon damals berühmte Regisseur hat nämlich einen alten Blutsauger ausfindig gemacht und ihm als "Bezahlung" für seine Mithilfe die Schauspielerin Greta versprochen. Die Crew hat davon natürlich keine Ahnung und ist von diesem ungewöhnlichen Darsteller fasziniert. Doch leider hat der Untote schon vorher Appetit, sodass bald der Kameramann ersetzt werden muss. Auch den Filmleuten wird's langsam unheimlich und so manchem kommt ein furchtbarer Verdacht in den Sinn, aber schließlich muss man als Künstler auch bereit sein Opfer zu bringen...

"Shadow Of  The Vampire" ist durchaus als eine Hommage an die großen Filme der zwanziger Jahre zu verstehen. Geschickt mischt Regisseur Elias Merhige immer wieder grobkörnige Schwarzweiß-Sequenzen in den Farbfilm und zeigt nebenbei die technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Allerdings gelingt die Gratwanderung zwischen schwarzer Komödie und Horrorfilm nicht ganz. Trotzdem: Die eigentlich geniale Idee aus Nosferatu-Schauspieler Max Schreck einen echten Vampir zu machen, die schauspielerische Leistung der Darsteller und die perfekte Arbeit der Kostümbildner machen den Film sehenswert.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos Orfeos Erben in Frankfurt a. M.


Der Club der gebrochenen Herzen SeitenanfangShadow of the VampireNo One SleepsSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Timothy Olyphant , Andrew Keegan, u.w.
Regie: Greg Berlanti
Film: USA 2000, ca. 95 Min.
Komödie

Endlich mal ein Film über Gays, der nicht auf Klischees aufbaut oder sich über Schwule lustig macht.

Regisseur Greg Berlanti zeigt das Leben einer handvoll schwuler Freunde, die alle Gäste oder Mitarbeiter des Lokals "Club der gebrochenen Herzen" sind. Dabei beginnt der Film eigentlich auf der Geburtstagsparty von Dennis. Der feiert seinen 28sten und wie das halt so ist, es bahnt sich ein weiterer OneNightStand in seinem Leben an. Doch bevor es im Bett zur Sache geht, besinnt sich Dennis eines Besseren. Als er dann runter in die Küche geht wartet dort ein "Frischling", ein 23 jähriger Boy... Kann er Dennis aus seiner Melancholie reißen ?

Viel Humor mit einen Tropfen Drama macht den Film für Homos, Lesben und Heteros gleichermaßen interessant!

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos in Frankfurt a. M.


No One Sleeps SeitenanfangDer Club der gebrochenen HerzenTropfen auf heiße SteineSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Tom Wlaschiha, Irit Levi, Jim Thalman, Richard Conti, u.w.
Regie: Jochen Hick
Film: BRD 2000, ca. 108 Min.
Thriller

Der Berliner Medizinstudent Stefan wird zu einem Vortrag über Aids nach San Francisco eingeladen. Der attraktive schwule Mann ist der Sohn des Ostberliner Wissenschaftlers Jakob Segal. Dieser vertrat die umstrittene These, dass das HI-Virus in US-Genlabors erschaffen und an Häftlingen getestet wurde. Durch Unwissenheit soll sich so die Krankheit in der  Bevölkerung verbreitet haben. Stefan möchte nun seinen Aufenthalt nutzen, um die Theorie seines Vaters zu beweisen. Doch bald nach seiner Ankunft geschehen mysteriöse Morde an HIV-infizierten Männern...

Was weiß der Ex-Sträfling Jeffrey, in den sich Stefan verliebt? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Puccinis Oper "Turandot" und den Morden? Möchte die Kommissarin Louise Tolliver den Fall wirklich klären? Weiß der zwielichtige Dr. Burroughs mehr als er sagt? Stefan sieht sich plötzlich vielen Fragen ausgesetzt, kann niemandem mehr trauen und befindet sich mitten in einer undurchschaubaren Verschwörung...

Regisseur Jochen Hicks ist mit seinem Film ist ein spannender Mix aus Thriller, Lovestory und Schwulendrama gelungen, der zwar die Theorie von Jakob Segal in den Mittelpunkt stellt, trotzdem aber nicht belehrend oder besserwissend wirkt. Obwohl koproduziert mit arte und dem WDR, hat der Film nicht den typisch deutschen "Filmförderungs-Touch", sondern ist ungewöhnlich fesselnd, in sich stimmig und sehr authentisch.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos Orfeos Erben in Frankfurt a. M.


Tropfen auf heiße Steine SeitenanfangNo One SleepsGODS AND MONSTERSSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Bernard Giraudeau, Malik Zidi, Ludivine Sagnier, Anna Thompson, u.w.
Regie: François Ozon
Film: F, JAP 1999, ca. 90 Min.
Drama

Der junge Franz lernt den deutlich älteren Versicherungsvertreter Leopold kennen. Bald sind beide ein Paar und leben zusammen in Leopolds Wohnung. Doch der pedantische Versicherungsvertreter zeigt nach und nach sein wahres Gesicht und demütigt ständig den unsicheren Jungen, der immer mehr zum devoten Houseboy wird.

Als dann auch noch die reichlich naive Ex-Freundin von Franz, sowie Leopolds transsexuelle Ex-Geliebte auftauchen, eskaliert die Situation. Leopold vergnügt sich mit den beiden Frauen und Franz bleibt nur noch ein Ausweg...

Der französische Regisseur François Ozon hat ein fast vergessenes Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder wiederentdeckt und verfilmt. Er entwickelte daraus ein intensives Kammerspiel, man riecht förmlich den Mief der spießigen 70er Jahre Wohnung und obwohl der komplette Film nur in Leopolds Appartement spielt, vermag die Handlung zu fesseln. Bei aller Ausweglosigkeit lässt es Regisseur Ozon ("Sitcom") auch in diesem Film wieder nicht an ironischen und grotesken Situationen fehlen.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos Orfeos Erben in Frankfurt a. M.


GODS AND MONSTERS SeitenanfangTropfen auf heiße SteineHappy TexasSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Ian McKellen, Brendan Fraser, Lynn Redgrave, u.w.
Regie: Bill Condon
Film: USA 1997, ca. 105 Min.
Drama

Der Film zeigt die letzten Tage des in die Jahre gekommenen Hollywood-Regisseur James Wahle. In den 30er Jahren hatte er große Erfolge mit seinen "Frankenstein"-Filmen. Nach einem leichten Schlaganfall wird sein geistiger Zustand zunehmend schlechter. Immer wieder holen ihn Erinnerungen aus seiner Vergangenheit ein.

Das er homosexuell ist hat er in seinem Leben nie verheimlicht. Er bäumt sich noch einmal, auf als der attraktive Gärtner Boone bei ihm anfängt zu arbeiten. Wahle fühlt sich geradezu erotisch angezogen von dem jungen Mann. Doch der ist nicht schwul. Kann mehr zwischen ihnen entstehen als eine Freundschaft ?

Dramen haben naturgemäß etwas trauriges. Doch Regisseur Condon ist es gelungen eine gute Mischung zwischen Ernst und humorigen Einlagen zu kreieren. Dabei hat er die Materie  Homosexualität nicht in den oft üblichen Klischees aufgezeigt,  sondern stellt das Thema normal und mit Witz dar. Der sportliche Brendan Fraser (als Gärtner) zeigt viel Haut. Besonders amüsant ist die Szene in der Wahle einen jungen Reporter dazu bringt sich im Strip-Poker-Stil auszuziehen.

Wer die Gelegenheit hat den Film in Frankfurt am Main zu sehen, der sollte den Weg zu dem etwas abseits gelegenen Kino "ORFEOS ERBEN" nicht scheuen. Das Kino bietet eine besondere Atmosphäre durch seine Mischung aus Gastronomie und Lichtspielhaus. Die verstellbaren Kinostühle laden immer wieder zum Besuch ein.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Kinos Orfeos Erben in Frankfurt a. M.


Happy Texas SeitenanfangGODS AND MONSTERSGet Real - Von Mann zu MannSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Jeremy Northam, Steve Zahn, William H. Macy, u.w.
Regie: Mark Illsley
Film: USA 1999, ca. 98 Min.
Komödie

Durch einen Zufall können die Häftlinge Harry Sawyer und Wayne Wayne Wayne Jr. aus einem texanischen Gefängnis fliehen. Kurz darauf verschlägt es sie in das Provinzkaff  Happy. Dort hält man sie für das schwule Paar Steve und David, das die Dorf-Kinder für einen Tanzwettbewerb fit machen soll. Den beiden bleibt nichts anderes übrig als mit zu spielen. Die zwei Ganoven haben auch bald einen Blick auf die örtliche Bank und zwei jungen Frauen geworfen. Doch bald wird es kompliziert: Der Sheriff verliebt sich in "Steve" und ein weiterer Ausbrecher taucht in Happy auf...

Happy Texas lebt vor allem von der Situationskomik und schafft es, auf klischeehafte Schwulenwitze zu verzichten. Das manchmal die Mikrofone am oberen Bildrand zu sehen sind, sorgt allerdings eher für unfreiwilligen Humor. Die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller machen solche handwerklichen Mängel jedoch wieder wett, so daß der kurzweilige Film durchaus zu empfehlen ist.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos in Frankfurt a. M.


Get Real - Von Mann zu Mann SeitenanfangHappy TexasTrickSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Ben Silverstone, Brad Gorton, Charlotte Brittain, u.w.
Regie: Simon Shore
Film: GB 1998, ca. 110 Min.
Coming Out Film

Was gibt es für Möglichkeiten, wenn man in einer konservativen englischen Kleinstadt wohnt und merkt, daß man schwul ist? Sicherlich nicht viele und so pilgert der hübsche 16jährige Steven immer wieder zur einschlägigen Toilette im nahegelegenen Park. Hier die große Liebe zu finden ist natürlich nicht ganz einfach, doch eines Tages lernt er dort John, den attraktiven Sportler und Mädchenschwarm der Schule kennen. Beide verlieben sich ineinander.

John hat allerdings große Probleme sich seine Homosexualität einzugestehen und panische Angst davor, daß andere "etwas merken" könnten. Auch Steven hat außer der pummeligen Nachbarstochter Linad niemanden, dem er sich anvertraut. Als John eines Tages seine Liebe zu seinem Freund auf brutale Weise verleugnet, wird Steven klar, daß es so nicht weiter gehen kann...

Ein toller Film aus Großbritannien, der mit überzeugenden Schauspielern auf humorvolle und ernsthafte Weise glaubhaft von den Problemen des Coming-Outs erzählt.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Olympia Kinos in Frankfurt a. M.


Trick Get Real - Von Mann zu MannSeitenende
   
     Hauptdarsteller:  Christian Campbell, John Paul Pitoc, Tori Spelling, u.w.
Regie: Jim Fall
Film: USA 1999, ca. 90 Min.
Gay- Komödie

Der große Erfolg ist dem schwulen Musical-Komponisten Gabriel bisher nicht geglückt und so landet der hübsche, aber etwas schüchterne Single eines Abends mal wieder etwas gefrustet in einer New Yorker Szene Bar. Dort tanzt auch der muskulöse und wahnsinnig attraktive Gogo-Boy Mark. Gabriel verguckt sich sofort ihn den coolen Typen und als er Mark auf dem Weg nach Hause zufällig trifft ist eines klar: Beide wollen es und zwar sofort. Doch das ist gar nicht so einfach, denn in Gabriels Wohnung nervt erst seine chaotische "beste Freundin" Katherine und dann kommt auch noch sein Mitbewohner mit Partnerin. Damit beginnt eine Odyssee durch die Nacht, bei der sich die beiden immer besser kennen lernen...

Eine wirklich humorvolle und gelungene Komödie mit tollen (und attraktiven) Hauptdarstellern, schrillen Typen, Erotik und vielen originellen Einfällen. Ein Film nicht nur über, sondern auch für Schwule, bei dem aber alle, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Ausrichtung, ihren Spaß haben werden.

Dieser Bericht entstand mit freundlicher Unterstützung des Berger-Kinos in Frankfurt a. M.


Viel Spaß im Kino wünscht Euch TIM.  - Alle Angaben ohne Gewähr. -