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Lichtmond SeitenanfangSeitenanfangMax Raabe & Palast Orchester: Heute Nacht oder nieSeitenende

Das Komponistenduo Giorgio und Martin Koppehele, das auch schon für Produzent Michael Cretu ("Enigma") kreativ war, lotete mit dem Projekt "AMBRA" schon vor fast 10 Jahren die Grenzen des DVD-Machbaren aus und entführte damals den Surround-Fan in eine mit faszinierenden Naturfilmaufnahmen unterlegte Welt sphärischer Klänge.

Nun legen sie nach und beweisen erneut, dass die DVD ein beeindruckendes Medium für Musik sein kann. Diesmal verlegen sich die Münchner optisch zwar nur auf animierte Fantasiewelten aus dem Computer. Die zehn Songs jedoch öffnen nach wie vor ungeahnt weite Klangräume. Ein Chill-Out-Erlebnis der Sonderklasse.

Ob Wüstenlandschaften, bizarre Fischwesen oder Landschaften, die einem Dalí-Gemälde entstammen könnten: mit leuchtenden Farben, einem umfangreichen Kontrast, einwandfreier Schärfe und in nahezu rauschfreien Bildern entsteht für jedes Video eine einzigartige Traumlandschaft.

Kristallklare Stimmen, luftige Synthieklänge, satte Tiefbässe und eine präzise Ansteuerung jedes einzelnen Kanals lassen keine Wünsche eines Surround-Fans offen. Stimmen und Geräusche wandern um das Auditorium herum, wobei die Effekte nicht künstlich aufgesetzt wirken, sondern eine zu den Kompositionen passende Weiträumigkeit schaffen.

Als Bonus liegen der DVD und der Blu Ray jeweils eine CD mit 16 Songs bei.

P: Giorgio Koppehele, Martin Koppehele
Laufzeit: 50 Minuten
Laufzeit Extras: 73 Minuten Audio
Regionalcode: frei
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: deutsch / englisch DTS 5.1, PCM 2.0
FSK: frei


Max Raabe & Palast Orchester: Heute Nacht oder nie SeitenanfangLichtmondRosenstolz - Die Suche geht weiterSeitenende

Während Deutschland unzählige Male den Superstar sucht, an den sich Monate später kaum jemand erinnern kann, tourt Max Raabe seit mehr als zwei Jahren überaus erfolgreich mit zeitlosen Liedern aus den 20er und 30er Jahren um die Welt.

Und wer glaubt, dass Songs wie "Du bist meine Greta Garbo", "Veronika, der Lenz ist da", "Mir ist so nach dir" oder "Mein kleiner grüner Kaktus" nur noch ältere Semester begeistern, der irrt gewaltig. Das Publikum, das im Februar 2009 im Berliner Admiralspalast den Schlager-Klassikern lauschte, bestand zum großen Teil aus jungen Damen und Herren. Und die amüsierten sich köstlich über Max Raabes süffisante Kommentare zum anzüglichen oder auch unverfänglicheren Liedgut über Liebe, Triebe und die daraus erwachsenden Konsequenzen.

Mit unwiderstehlich rollendem "R" und schelmisch herauf- oder herabgezogenen Mundwinkeln plauderte er über Wildschweine in öffentlichen Ämtern, seine eigene Version von "Singin' in the rain" ("Nicht die wilde Big Band-Version!") oder lässt einen kleinen Zeppelin zu "Dream a little dream" über den Köpfen des Publikums kreisen.

Ein zauberhaftes Konzerterlebnis mit Klassikern zeitlosen Inhalts, die mit sarkastischen oder zweideutigen Texten auch heute noch bestens unterhalten - in Berlin wie in New York oder Tokio. Als künstlerischer Leiter fungierte Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus und rückte Max Raabe und sein Orchester ins rechte Licht.

Wer die Show live erleben will, der sollte sich sputen. Noch bis Mitte Mai 2010 tourt Max Raabe mit seinem 12-köpfigen Orchester durch deutsche Lande.

Strahlend weiße Hemden, schimmernde schwarze Sakkos und blitzende Trompeten: der umfangreiche Kontrast setzt im Zusammenspiel mit einer vorzüglichen Schärfe Orchester und Sänger bestens in Szene. Die Farben wirken ein wenig unterkühlt. Leichtes Hintergrundrauschen stört ab und an die Bildruhe.

Von Beginn an füllt der voluminöse Klang den Raum und verwandelt das Heimkino in einen Konzertsaal.

Die schwungvollen Bläser dominieren das musikalische Geschehen, lassen aber den seidigen Geigentönen und dem munteren Klavier ausreichend Raum zur Entfaltung.

Die Instrumente harmonieren mit dem klaren Gesang von Max Raabe. Der sauber aufgelöste Applaus klingt derart lebhaft, dass man sich selbst direkt mitten im Publikum wähnt. Einziger Abstrich: Der Center bleibt nahezu stumm, sodass es sich eher um Quadrophonie als um einen Fünfkanalton handelt.

Das schön gestaltete Box-Set enthält neben der Konzert-Disc eine zweite Disc mit einem Making Of, eine CD mit 10 Live-Songs und ein Booklet mit Fotos und Infos zur Tour.

D: Max Raabe, Palast Orchester
R: Michael Beyer
Laufzeit: 122 Minuten
Laufzeit Bonusmaterial: 34 Minuten Video und 30 Minuten Audio
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: deutsch/englisch Dolby Digital 5.0 und PCM 2.0

Clint Metzger


Rosenstolz - Die Suche geht weiter live SeitenanfangMax Raabe & Palast Orchester: Heute Nacht oder nieAnthony Monthomery – A.T.Seitenende


Es gibt viele Bands, die plötzlichen Ruhm erlangen und nach denen kein Hahn mehr kräht, wenn sie nach einigen erfolgreichen Jahren in der Versenkung verschwinden. Es gibt aber nur wenige Bands, die von Jahr zu Jahr oder gar Jahrzehnt zu Jahrzehnt erfolgreicher werden. Rosenstolz gehören dazu.

Nach 18 Jahren im Musikgeschäft belegen ihre Platten Spitzenplätze in den Charts. Die kleinen Clubauftritte sind Konzertevents in großen Hallen gewichen. Die Fangemeinde wird größer. Geblieben sind die Verbundenheit des Berliner Duos mit den Fans und die Mischung von eingängigen Schlagerpopsongs mit banal anmutenden Texten.

Mit Klassikern wie "Schlampenfieber" oder "Lachen", aber auch neuen Songs wie "Blaue Flecken" oder "Gib mir Sonne" unterhielten die beiden Musiker das Publikum in der Olympiahalle über zwei Stunden lang bestens.
(C) Universal Music

Peter schwenkte in gewohnter Manier Arme und Hüften und animierte nahezu pausenlos die Band sowie das Publikum gleichermaßen. AnNa R. pflegte den Dialog mit den Fans und zog diese mit ihren Kostümen in ihren Bann.

Nachdem Rosenstolz aufgrund eines Schwächeanfalls von Peter während der Tour die übrigen Termine absagen musste und auf unbestimmte Zeit eine Pause einlegt, ist dieses DVD eine angemessene Entschädigung für alle Fans, denen ein Live-Auftritt nicht mehr vergönnt war. Und für den Rest der Fangemeinde, die während der 24 Songs begeistert mitsangen und -feierten ist es eine Erinnerung, die sicherlich erneut die erlebten Emotionen weckt.

Das Bühnengeschehen wirkt ein nahezu rauschfreies Bild mit kräftigen Farben und hohem Kontrastumfang sehr lebendig und plastisch. Die Schärfe könnte besser ausfallen. In Bewegungen stören leicht verwischende Konturen.

Der DTS-Mix gibt die Atmosphäre der Münchner Olympiahalle ungemein lebendig wieder. Die Tonkünstler haben es allerdings ein wenig zu gut mit der Räumlichkeit gemeint und den Lärm der Fans auf den Surround-Kanälen zu sehr betont. Da hört man nicht nur jeden Klatscher, sondern sogar ganz deutlich einzelne Rufe heraus. Und wenn die Sammelbüchsen zugunsten der AIDS-Hilfe herumgereicht werden, ist das Klappern der eingeworfenen Münzen ebenfalls nicht zu überhören. Dennoch: das Heimkino verwandelt sich schon nach wenigen Minuten in ein Konzerthaus und die Begeisterung der Fans überträgt sich im Nu auf das Auditorium. Der Gesang und die Musik klingen klar und kräftig. Ein wunderbares Konzerterlebnis.

Als Extra gibt es wie auf der vorangegangenen Live-DVD leider nur ein kurzes Making Of. Darin wird zwar der enorme technische Aufwand des Konzerts beschrieben. Aber dann fragt man sich schon, warum dieser nicht für die Extras in Form von einer Multi-Angle-Funktion, Fotogalerien, zusätzlichen Szenen oder ausführlicheren Statements der Fans genutzt wurde.

D: AnNa, Peter Plate
R: Nilo Neuenhofen
Laufzeit: 153 Minuten
Laufzeit Extras: 19 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: deutsch Dolby Digital 5.1 und 2.0, DTS 5.1
FSK: frei
V: Universal Music 

Clint Metzger


Anthony Monthomery – A.T. SeitenanfangRosenstolz - Die Suche geht weiterOryon - BounceSeitenende


Vier Jahre lang saß Anthony Montgomery in der Rolle des Fähnrich Mayweather am Steuer des Raumschiffes "Enterprise" und manövrierte sicher durch manch' brenzlige Situation. Nun kehrt er zurück zu seinen musikalischen Wurzeln und legt ein HipHop-Album vor, das positiv überrascht.

Musik liegt ihm im Blut. Er ist Urenkel von Wes Montgomery, einem der einflussreichsten Jazzgitarristen. In den 60er Jahre schuf er mit einer ganz eigenen Spieltechnik einen wunderbar weichen Sound, der bis heute imitiert wird. Und Anthony versucht nun die ersten Schritte in diese Richtung.

Nachdem er als Tänzer, Stand Up-Comedian und Schauspieler bereits unterwegs war, versucht er sich nun als Sänger. Und das nicht einmal übel. Auf den 12 Stücken seines Debut-Albums pflegt er einen klassischen, ja fast schon eleganten Rap-Stil, den er mit funkigen Beats und einer Prise Soul würzt. Sämtliche Stücke sind eingängig, tanzbar und dürften auf einer Party problemlos für gute Stimmung sorgen.

Nebenbei hebt er sich noch positiv von der Vielzahl an Rappern ab, die sich ohne Kraftausdrücke aus der Gosse anscheinend nicht mehr verständigen können. Und damit beweist er, dass Themen wie Kindheit, Familie und Karriere auch mit ganz einfachen Mitteln unterhaltsam behandelt werden können. Ein Album für Freunde des gepflegten HipHops und R&B-Fans der 90er Jahre.

Clint Metzger


Oryon - Bounce SeitenanfangAnthony Monthomery – A.T.Stephan Runge - SonneSeitenende


Das Cover liefert bereits erste Hinweise auf den Inhalt: Ein junger Mann mit lässiger Kleidung, pinkfarbener Brille Größe XL und im Hintergrund Laserstrahlen. Da fehlt nur noch die Discokugel.

Und tatsächlich: Das Debutalbum des Jungstars reiht einen tanzbaren Song nach dem anderen.

Mit 12 Jahren begann der junge Mann aus Wisconsin das Modeln. Fünf Jahre später gründete er seine eigene Modelagentur.

Nachdem der Name Craig nicht sonderlich werbewirksam war, legte er sich den Künstlernamen Oryon zu und geizte nicht mit seinen jungenhaften Reizen.

 Prompt bekam er erste kleine TV-Auftritte als Schauspieler und vertrieb in Eigenregie fast nebenher seine erste CD.

Als Künstler ist Oryon also in nahezu jeder Sparte engagiert. Und nun soll sein erstes Album auch in Europa einschlagen. Doch die 14 Songs hinterlassen leider keinen bleibenden Eindruck. Oryons glattgebügelte Stimme offenbart weder technische Raffinesse noch echte Emotionen. Die eingängigen Discorhythmen bieten keine Überraschungen. Und wenn man die CD aus dem Player nimmt, hat man die Titel auch schon fast wieder vergessen. Einzig die Ballade "I Will", die es in die US-Hitparade geschafft hat, verfügt über Hit-Potenzial.

Wer jedoch auf blonde Burschen und Club-Sounds der einfachen Machart steht, kann durchaus 45 Minuten lang seinen Spaß haben. 

Clint Metzger


Stephan Runge - Sonne SeitenanfangOryon - BounceFury in the Slaughterhouse - Dont’ Look BackSeitenende

Am 05. Mai war die offizielle Veröffentlichung von Stephan Runges neuem Radio-Titel "Sonne".

Auf CD zu kaufen sein wird der Titel jedoch erst im Herbst auf Runges neuem Album. Solange solltet ihr allerdings nicht warten, denn in diversen Radio-Programmen könnt ihr euch "Sonne" schon wünschen oder einfach anhören. Dafür ist jetzt auch genau die richtige Zeit, denn wie der Titel vermuten lässt, hat der Song enormes Sommerhit-Potenzial. Mit seiner eingängigen Melodie und gefühlvollem Text ist Runge ein sonniges Liebeslied voll von Lebensfreude gelungen.


Fury in the Slaughterhouse - Don't Look Back (2008) SeitenanfangStephan Runge - SonneErasure - Light at the end of the worldSeitenende

Clicksongs and Peppermintstories / Especially Ordinary (1991 / 1996)

Die Furies sind eine der erfolgreichsten und langlebigsten deutschen Rockbands.
20 Jahre kreativen Schaffens feiert die Band mit einer Tournee und einem audiovisuellen Rundumschlag, bestehend aus der Veröffentlichung eines CD/DVD-Sets, das 17 neue oder rare Tracks und alle Videos beinhaltet sowie einer DVD, die zwei bislang nur auf VHS erhältliche Tour-Dokumentationen vereint.

Die Band aus Hannover erspielte sich bereits in den Anfangsjahren eine kleine, aber treue Fangemeinde. Lange galten sie als Geheimtipp. Mit Produzent Jim Rakete wurden sie Anfang der 90er Jahre auch einem breiteren Publikum bekannt. Der Schritt über den großen Teich wurde gewagt. Dieser misslang jedoch. Die Furies sind und waren eine bodenständige Band, die den Kontakt zu den Fans braucht und von der Interaktion mit diesen lebt. Für große Stadien sind sie im Gegensatz zu den Scorpions oder Rammstein einfach nicht gemacht. Und so machten sich bald Frust und Grabenkämpfe unter den Bandmitgliedern breit. Daher erstaunt es umso mehr, dass in und kurz nach dieser kritischen Zeit zwei der erfolgreichsten und besten Alben entstanden: "The Hearing and the Sense of Balance" und "Brillant Thieves".

Der Erfolg ließ das Sextett jedoch nicht abheben. Während auf den Musiksendern Clips liefen, die Millionen Dollar teuer und zunehmend auswechselbar waren, gaben die Jungs dem Nachwuchs eine Chance:

Für das Album "The Color Fury" ließen sie von Nachwuchsregisseuren Kurzfilme drehen, die eine weitaus längere Halbwertszeit als herkömmliche Clips haben.

Die vorliegende DVD beinhaltet nun 25 Clips aus den Jahren 1988-2008, welche von den Bandmitgliedern mit amüsanten Einleitungen kommentiert werden. Auf der CD sind 17 Songs versammelt, die bislang unveröffentlicht waren, auf B-Seiten erschienen oder verschollen geglaubt waren. Somit ist "Don't look back" mehr als ein Rückblick sondern ein eigenständiges Album. Mit Klassikern wie "Won't Forget These Days" oder "Radio Orchid" und ihrer unverwechselbaren Mischung aus melancholischen Melodien und Gute-Laune-Nummern haben sie die deutsche Musikszene bereichert und geprägt. Bleibt zu hoffen, dass in Zeiten von Castingshows und eintönig klingender Retortenbands diese gradlinige Band auch weiterhin von sich hören lassen wird.

Die Dokus sind meist in grobkörnigen schwarz-weiß-Bildern aufgenommen worden. Auch bei den Videos ist ein Grossteil in schwarz-weiß gehalten. Unschären ziehen sich leider durch alle Filme und Clips. Immerhin wirken die Videos dank geringen Rauschens recht ruhig.
Der Ton ist einwandfrei. Kommentare und Musik klingen klar und sauber. Trotz Stereotons klingen die Gitarren sauber aufgelöst und voluminös /z.B. bei „Radio Orchid“ oder „Fly Sadness Fly“).

Extras bieten die DVD leider keine. Den Ausstattungspunkt gibt’s für die CD/DVD-Kombi.

D: Kai Wingenfelder, Thorsten Wingenfelder, Christof Stein, Christian Decker, Gero Drnek, Rainer Schumann, Hannes Schaefer
R: Jim Rakete, Martin Weisz und andere
Laufzeit „Don’t Look Back“: 128 Minuten Video und 69 Minuten Audio
Laufzeit „Clicksongs…/Especially…“: 148 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 4:3 und 1,78:1 Letterbox
Tonformat: deutsch/englisch Dolby Digital 2.0 (“Clicksongs…“) und
PCM 2.0 („Don’t Look Back“)
FSK: 6 (Don’t Look Back“) und frei („Clicksongs…/Especially…“)
V: SPV

Clint Metzger


Erasure - light at the end of the world SeitenanfangFury in the Slaughterhouse - Dont’ Look BackRosenstolz - Das große Leben liveSeitenende

Mit dem fast magisch klingenden Titel "light at the end of the world" und einem ebenso wirkenden Cover, lassen Vince Clarke und Andy Bell passend dazu auf ihrem aktuellem Werk auch die Magie ihrer alten Hits wiederaufleben.

Das ist vielleicht nicht übermäßig innovativ, aber was soll's, wo Erasure draufsteht, ist eben auch Erasure drin. Bei mehrmaligem Hören wirst du aber trotzdem immer wieder Neues entdecken. Der typisch elektronische Sound des Duos kommt mit großer Leichtigkeit daher und die persönlichen Texte geben den Songs Gefühl. Die eingängigen Melodien gehen schnell ins Ohr. Dies ist nicht nur bei der ersten Single "I Could Fall In Love With You" der Fall, sondern sowohl bei den Balladen wie "Darlene", als auch bei den rasanteren Dance-Songs.
Eine fast zeitlose CD auf der die einzelnen Tracks trotz des Erasure-typischen Sounds jeweils einen eigenen Charakter haben.


Rosenstolz - Das große Leben live SeitenanfangErasure - Light at the end of the worldBrokeback Mountain SoundtrackSeitenende

Vor 15 Jahren begann das Berliner Duo seine Karriere. Sie pendeln zwischen Schlager, Chanson, Pop und Rock. Eine Mixtur, mit der die deutsche Fachwelt kaum etwas anfangen konnte.

Banal scheinende Texte über Liebe, Leid und Alltagssorgen, die in einfache Melodien verpackt wurden - wer braucht so etwas? Scheinbar eine wachsende Anzahl von Fans, denn mittlerweile füllen AnNa und Peter Plate große Konzerthallen und beherrschten mit ihrem aktuellen Album vier Wochen die deutschen Album-Charts. Klassiker wie "Perlentaucher" oder "Die Schlampen sind müde" in neuem Gewand oder aktuelle Hits wie "Ich bin ich" brachten die Arena Leipzig am 06.05.2006 zum Kochen.

Auch wenn das Duo aus Berlin auf der Bühne stand, so fragt man sich doch, wer an diesem Abend im Mittelpunkt stand, denn das Publikum sang mindestens genauso viel wie Frontfrau AnNa. Die pflegt durch das wechselseitige Spiel einen aus den Jahren entstandenen Dialog mit ihren Fans, der selbst in einer so großen Halle erstaunlich gut gelingt. Peter Plate dagegen sprintet und hüpft wie ein Duracell-Häschen fast pausenlos über die Bühne. Eine Band, die Erfolg hat, weil sie authentisch ist und sich nicht hinter bombastischen Computereffekten und Shows verstecken muss.

Die technische Qualität ist top: Rauscharmes Bild mit lebendigen Farben, schöner Schärfe und einem Kontrast, der jederzeit noch Feinheiten aus den schwarzen Kostümen von AnNa herauskitzelt. Lediglich in Bewegungen kommt leichte Unruhe in Form von Nachzieheffekten und verstärktem Grießeln auf.

Das Test-Muster wies leider nur einen Stereo-Ton auf. Dieser klingt aber sehr filigran und räumlich, sodass auch akustisch ein echtes Konzerterlebnis garantiert zu sein scheint. Leider gibt’s als Extra nur ein Making Of.

D: AnNa, Peter Plate
R: Nilo Neuenhofen
Laufzeit: 150 Minuten
Laufzeit Extras: 17 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  deutsch Dolby Digital 5.1 und 2.0, DTS 5.1
FSK: frei
V: Universal Music

Clint Metzger


Brokeback Mountain - Soundtrack SeitenanfangRosenstolz - Das große Leben liveBenjamin Britten – The Rape Of LucretiaSeitenende

Ein Asiate (Ang Lee) tummelt sich auf uramerikanischem Terrain (Western) und verfilmt die Kurzgeschichte einer Pulitzerpreisträgerin (Annie Proulx). Doch meist sind es eben jene seltsam anmutenden Konstellationen, die Erfolg versprechen.

So wurde der Film über zwei schwule Cowboys, die ihre Leidenschaft nur geheim ausleben können und sich aus Furcht vor den Repressalien der Gesellschaft hinter Scheinehen verstecken, zum Abräumer bei den „Golden Globes“ und ist mit acht Nominierungen in den wichtigsten Kategorien heißester „Oscar“-Anwärter

Unter anderem ist der Soundtrack für einen Goldjungen nominiert. Die wehmütigen Kompositionen von Gustavo Santaolalla stehen ganz im Zeichen traditioneller Countryklänge. Leider sind die Stücke auf der CD aber sehr kurz geraten, sodass sie eher wie eine Momentaufnahmen wirken und weniger wie ein Thema mit eigener Dramaturgie.

Die kann man dem Soundtrack aber insgesamt nicht absprechen. Statt eines rein orchestralen Scores (wie z. B. Thomas Newmans „Pferdeflüsterer“) oder einem Sampler mit bekannten oder auch neuen Songs, die im Film verwendet werden oder als „Lückenfüller“ herhalten müssen, macht der Reiz dieses Soundtracks die Mischung aus beidem aus.

Die instrumentalen Stücke bringen Emotionalität und auch Ruhe zwischen die Songs und Country-Klassiker („He Was A Friend Of Mine“, King Of The Road“, „It’s So Easy“), die unter anderem von Größen der Szene wie Willie Nelson, Linda Ronstadt oder Emmylou Harris interpretiert werden.

Für alle Fans von bodenständiger Musik und melancholischen Gitarrenmelodien.

Clint Metzger


Benjamin Britten – The Rape Of Lucretia SeitenanfangBrokeback Mountain SoundtrackGiuseppe Verdi – La TraviataSeitenende

Benjamin Brittens Oper, die nicht unumstritten ist, erfuhr am 12.07.1946 ihre erfolgreiche Uraufführung und stellte eine Art Initialzündung für die klassische Musikszene der Briten dar.

Die Handlung spielt einige hundert Jahre vor Christus: Die Römer leiden unter der Herrschaft der Etrusker. Im Rahmen einer Wette prüfen die römischen Soldaten die Treue ihrer Frauen. Lucretia soll die einzige Frau gewesen sein, die ihrem Gatten treu blieb. Dies stachelt den Sohn des Etruskerfürsten an. Er besucht Lucretia und vergewaltigt sie, nachdem sie seinen Verführungskünsten widerstanden hat. Vor Schmach erdolcht sie sich und wird damit zur Symbolfigur für die Römer, die nun den Aufstand wagen.

Ein karger Holzboden und weiße Leinwände, hinter denen sich die Personen als Schattenfiguren agieren - dies bildet die spartanische Bühnenkulisse der zweiteiligen Oper.

Die Kamera passt sich den physisch ebenfalls zurückhaltend agierenden Solisten an und verharrt häufig starr in einer Einstellung. Der Fokus liegt auf dem Seelenleben der Figuren. Und das transportieren die Solisten mit einer fast spürbaren Intensität und Inbrunst, sodass die Kammeroper auch ohne Glanz und Gloria eine deutliche Wirkung entfaltet. Sicherlich ist das Werk nicht einfach zugänglich. So ist die vermittelnde Rolle der zwei Erzähler, die auf der Brüstung eher wie Beobachter wirken, gewöhnungsbedürftig.

Doch erlebt man selten eine Oper, bei der die Äußerlichkeiten nicht vom wesentlichen Kern ablenken.

Altersbedingt mangelt es dem Bild an Schärfe. Besonders der Hintergrund wirkt häufig verwaschen. In Nahaufnahmen dagegen zeichnet sich so manche Stirnfalte erstaunlich gut ab. Die Farben wirken recht blass. In dunklen Szenen macht sich Rauschen bemerkbar. Der Kontrast macht eine gute Figur und hebt die grauen Anzüge der beiden Erzähler einwandfrei vom schwarzen Hintergrund ab.
Der Gesang klingt leider recht dumpf, so als ob er sich durch eine Watteschicht kämpfen müsste. Selbiges gilt für die Orchestermusik. Die Streicher tönen sehr weich. Die Bläser und Pauken durchbrechen mit manch kräftigen Tönen die ansonsten eher andächtige Stimmung.
Einziges Extra: Infos zum Werk, dem Bühnenregisseur und der Solistin im Booklet.

D: Russell Smythe, Jean Rigby, Anthony Rolfe Johnson, Kathryn Harries
English National Opera Orchestra unter der Leitung von Lionel Friend
R: Michael Simpson (TV), Graham Vick (Aufführung)
Laufzeit: 109 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat: englisch in PCM 2.0
Untertitel: deutsch, englisch, spanisch, französisch
FSK: frei
V: Naxos Deutschland

Clint Metzger


Giuseppe Verdi – La Traviata SeitenanfangBenjamin Britten – The Rape Of LucretiaHector Berlioz – La Damnation de FaustSeitenende

Die Oper, welche Julia Roberts als "Pretty Woman" im gleichnamigen Film zu Tränen rührte, erwies sich bei der Uraufführung zunächst als Flop. Doch der Komponist ahnte bereits, dass sich der Erfolg mit der Zeit einstellen würde, sobald das Opernpublikum auch für sozialkritische Stoffe bereit war.

Verdi erzählt die Geschichte einer todkranken Frau, die ihr Leben in vollen Zügen genoß und auf einer Party in Alfredo die große Liebe trifft. Alfredos Vater jedoch, der das Verhalten von Violetta in der Vergangenheit als anstößig empfindet, legt der Dame aus der "Halbwelt" nahe, sich von ihm zu trennen.

Violetta gibt dem Drängen nach und trennt sich von Alfredo. Als dieser die wahren Gründe der Trennung erfährt, ist es bereits zu spät. Violetta liegt im Sterben.

Der tragische Stoff mit seinem Fokus auf die Entwicklung und dem Seelenleben der Figuren wird in der Aufführung im Rahmen der Zürcher Festspiele aus dem Jahre 2005 wird in der Version von Bühnenregisseur Jürgen Flimm mit international erfahrenen Solisten und einer Ausstattung inszeniert, die modern und doch zugleich klassisch anmutet.

Rauscharmes Bild mit klaren Farben. Leider fehlt dem NTSC-Bild die Schärfe, sodass sich Konturen nicht deutlich abzeichnen und Gesichter leicht verschwommen erscheinen. Der Kontrast wirkt recht hart.

Faszinierend weiträumiger und doch feiner Ton, der schon während der Einstimmungsphase des Orchesters für echte Konzertstimmung sorgt. Der Gesang der Solisten tönt klar aus dem Center.

Die Streicher schmeicheln sich mit weichen und luftigen Klängen in den Gehörgang ein. Die Pauken und Bläser dagegen packen mit voluminösen, lebendigen Klängen richtig zu. Die Surround-Boxen liefern eine schöne räumliche Atmosphäre. Und wenn mal ein Räuspern oder Husten aus einem Lautsprecher ertönt, ist man fast versucht, den Sitznachbarn zur Ruhe zu ermahnen.
Als Bonus gibt’s Infos zum Werk, dem Dirigenten und den Solisten im Booklet.

D: Eva Mei, Piotr Beczala, Thomas Hampson,
Orchestra of the Zurich Opera House unter der Leitung von Franz Welser-Möst
R: Felix Breisach
Laufzeit: 128 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: italienisch in DTS 51, Dolby Digital 5.1 und PCM 2.0
Untertitel: deutsch, englisch, spanisch, französisch, italienisch, japanisch
FSK: frei
V: Naxos Deutschland

Clint Metzger


Hector Berlioz – La Damnation de Faust SeitenanfangGiuseppe Verdi – La TraviataErasure – Live in CologneSeitenende

Um seine große Liebe vor dem sicher geglaubten Tod zu retten, geht Faust einen Pakt mit dem Teufel ein. Goethes bahnbrechendes Werk als musikalische Bearbeitung in Konzertform.

Beeinflusst von Goethes legendärem Werk, begann Berlioz um 1828 mit der musikalischen Weiterentwicklung des literarischen Stoffes. Nach einer ablehnenden Haltung eines Musikerfreundes von Goethe, ließ er das Projekt enttäuscht fallen, machte sich aber rund 20 Jahre später erneut an die Arbeit.

Er schuf keine Oper im klassischen Sinne, so wie "Damnation" im Laufe der Jahre immer wieder aufgeführt wurde, sondern ein konzertantes Stück in vier Teilen.

Dies und die Tatsache, dass Kritiker und Publikum sein Werk nicht als eigenständig ansahen, sondern als Versuch, Goethes Werk musikalisch zu vertonen, bescherten den ersten Aufführungen einen Misserfolg nach dem anderen. Im Laufe der Jahre jedoch wusste das Publikum das Werk zu schätzen.

Der Konzertmitschnitt aus der Royal Albert Hall zeigt die renommierten Solisten von Otter und Lewis, die konzentriert und emotional unter der Leitung von Sir Georg Solti, einem der bedeutendsten Dirigenten des vergangenen Jahrhunderts, als Marguerite und Faust brillieren.

Leider mangelt es dem ruhigen Bild an Schärfe, sodass Konturen häufig weich erscheinen. Die Farben wirken ein wenig blass. Am stärksten sticht noch das herrlich blaue Kleid von Anne Sofie von Otter hervor.

Der Kontrast wirkt hart. Die weißen Hemden der Orchestermusiker scheinen mitunter gar ein wenig deren schwarze Sakkos zu überstrahlen. Leichtes Flächenrauschen ist erkennbar, stört die Bildruhe aber kaum
Leider ist die hervorragende Akustik der Royal Albert Hall nur zu erahnen. Der Gesang klingt distanziert und gedämpft. Die Streicherklänge tönen recht schwammig. Einzig die kräftigeren Bläsersätze vermitteln etwas von der einmaligen Konzertatmosphäre. Da klingt die Aufnahme aus dem Jahre 1999 im Rahmen der Salzburger Festspiele, die Naxos Mitte des Jahres 2000 veröffentlicht hat, altersbedingt besser.
Als Bonus gibt’s Infos zum Werk, dem Dirigenten und den Solisten im Booklet.

D: Anne Sofie von Otter, Keith Lewis, José van Dam, Peter Rose
R: Rodney Greenberg
Laufzeit: 134 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat: französisch in PCM 2.0
Untertitel: deutsch, englisch, spanisch, französisch
FSK: frei
V: Naxos Deutschland

Clint Metzger


Erasure – Live in Cologne SeitenanfangHector Berlioz – La Damnation de FaustDuran Duran - Live From LondonSeitenende

Nicht viele Künstler halten sich 20 Jahre im Geschäft. Das Duo Erasure dagegen bezaubert seine Fans auch heute noch. So geschehen am 28.03.2005 im Kölner E-Werk.

Vor dem Hintergrund eines Zauberwaldes, der ein wenig an Tim Burtons schaurig-schöne Märchenfantasien erinnert, intoniert ein Andy Bell in weißen Schlaghosen und Glitzerhemd Hits wie "Victim Of Love", "Drama!", "A Little Respect" oder "Sometimes" (zu diesem späten Zeitpunkt hat er allerdings mit Ausnahme eines goldfarbenen Slips nichts mehr an) und sogar Bachs „Ave Maria“.

Während Andy Bell über die Bühne schwebt, stolziert, tänzelt oder stakst, spielt Vince Clarke mit ausdrucksloser Miene seine Gitarre oder Keyboards. Manches ändert sich also nie.

Mit Songs und Clips wie "Oh l'amour" (Andy Bell in schwarzer Strapse), "Sometimes" (Andy Bell im klitschnassen T-Shirt), oder "Take A Chance On Me", welches das ABBA-Revival in Gang setzte, das bis heute anhält, wurden Erasure zu Pop-Ikonen der Schwulenszene. Wen wundert's, dass in Deutschlands heimlicher Schwulenhauptstadt deren Anteil am Publikum überproportional hoch war? Feiern können Sie in jedem Fall: Wenn Songs wie "A Little Respect" oder "Sometimes" angestimmt wurden, hätte Bell das Mikro getrost zur Seite legen können. Das Publikum sang lautstark und hemmungslos jede Note mit. Wo ein wenig Platz im dichtgedrängten Saal war, wurde getanzt und geschunkelt. Das Konzert war eine einzige große Party mit einem Querschnitt aus 20 Jahren tanzbarem Synthie-Pop. Was will der Fan mehr?

Leider mangelt es dem Bild an Schärfe. Da kommen die Details der Kostüme nicht ideal zum Tragen. Dafür entschädigt die Rauschfreiheit und satte Farben, die dem Bühnengeschehen seinen eigenen Zauber verleihen. Der Kontrast wirkt ein wenig hart. In Bewegungen verschwimmen Konturen leicht.

Vom ersten Takt an ist man mittendrin: Der Ton wirkt ungeheuer luftig und offen. Die Synthies klingen klar und schweben förmlich durch den Raum. Der Gesang wirkt sehr präsent.

Die Surround-Boxen sorgen für Leben in der Bude: Neben der sorgfältig verteilten Musik ertönt der Applaus der Fans deutlich von hinten. Dieser klingt derart fein, dass man jeden einzelnen Klatscher und Zwischenrufe deutlich vernehmen kann. Man fühlt sich nach wenigen Minuten selbst als Teil des Publikums. Die ausgelassene Atmosphäre vor Ort überträgt sich sofort auf das Auditorium. Beste Konzertstimmung im Heimkino.

Die Extras sind abwechslungsreich: drei Livetracks aus einem Konzert in Kopenhagen, Kurzbericht über die Konzertvorbereitungen, drei Musikvideos, Interview mit den Musikern, mit Musik unterlegte Zeitrafferaufnahmen vom Bühnenauf- und abbau bzw. dem Konzert, "Hidden Feature" (so gut versteckt, dass ich’s nicht gefunden habe).

D: Andy Bell, Vince Clarke
R: Uwe Flade
Laufzeit: 101 Minuten
Laufzeit Extras: 48 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  englisch Dolby Digital 5.1 und PCM 2.0
FSK: frei
V: EMI

Clint Metzger


Duran Duran - Live From London SeitenanfangErasure – Live in CologneDas Phantom der OperSeitenende

Aus den Glamour-Pop-Ikonen der 80er Jahre, die in pastellfarbenen Anzügen auf Yachten durch die Südsee schipperten oder mit Schweißband und Kajalstrich Teenies um den Verstand brachten, sind erwachsene Musiker geworden, die nach einer Pause und personellen Umbesetzungen im letzten Jahr ein erfolgreiches Comeback in Urbesetzung feierten.

Duran Duran nutzten schon zu Beginn ihrer Karriere das Medium Musikvideo und machten mit aufwändigen Clips wie "Girls on Film", "Rio" oder "Wild Boys" Furore. Es reihte sich Hit an Hit, bis sich die Band in zwei Hälften spaltete: Nach dem Ausstieg von Drummer Roger Taylor spielten LeBon und Rhodes als Arcadia und die beiden übrigen Taylors mit Robert Palmer als The Power Station im Musikzirkus aus. John Taylor kehrte zurück, und um es sich selbst zu beweisen, dass sie es noch können, schüttelten sie kurzerhand mit "Ordinary World" einen weltweiten Nummer Eins-Hit aus dem Ärmel.

Jetzt haben sie sich wieder zusammen gerauft und spielten im Rahmen ihrer Tour an fünf Abenden vor ausverkauftem Haus in der Londoner Wembley Arena. 14 Kameras und ein erfahrener Konzertregisseur fingen das visuell spektakuläre Konzert optimal ein.

Mitreißende Aufnahmen aus allen Perspektiven, nahe bei den Musikern oder mitten in der Masse der Fans transportieren die Stimmung vor Ort direkt ins Heimkino.

Der Konzertmitschnitt zeigt einen schwungvoll choreografierten Bilderreigen, der die DVD zu einem Highlight der Sparte „Musik-DVD“ macht. Zwar verlassen sich die Jungs während der fast zwei Stunden auf ihre alten Hits, doch bringen sie diese so souverän auf die Bühne, dass man sich das 80er und 90er-Revival gerne noch einmal ansieht.

Rauscharmes Bild mit intensiven, leuchtenden Farben, die einem förmlich ins Auge springen. Die Lightshow ist das große Plus des Konzerts und zaubert eine bombastische Stimmung in die Arena.

Der Kontrast verleiht selbst den schwarzen Bühnenklamotten der Musiker noch deutliche Feinheiten. Die Schärfe ist gut, sodass in Nahaufnahmen auch Details der Instrumente klar zu erkennen sind. Leider ist das Bild nicht frei von Artefakten. In Bewegungen kommt es zu verstärktem Grießeln. Immer wieder weist das Bild auch Verpixelungen wie bei 54:23 auf.

Luftiger Ton mit schwebenden Synthie-Klängen, dynamischen Drums und Gitarren sowie klarem Gesang. Die Begeisterung der Fans ertönt von allen Seiten. Es dauert nicht lange, bis man von der Stimmung in der Arena infiziert ist. Wunderbare Konzertatmosphäre.

Die Standard-Version bietet als Bonus einen Audio-Kommentar der Band-Mitglieder zu 10 Songs, eine mit Musik unterlegte Film-Fotogalerie und eine Konzert-Dokumentation. Die Deluxe Edition hat zusätzlich noch eine CD mit 10 Livetracks, ein 12-seitiges Booklet sowie einen Bonustrack an Bord, den man mit Hilfe einer 3-D-Brille in ungewohnter Perspektive ansehen kann. 

D: Simon LeBon, Nick Rhodes, Andy Taylor, Robert Taylor, John Taylor
R: Lawrence Jordan
Laufzeit: 112 Minuten
Laufzeit Extras: 28 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  englisch DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: frei
V: Soulfood

Clint Metzger


Das Phantom der Oper SeitenanfangDuran Duran - Live From LondonThe Boss Hoss - Internashville Urban HymnsSeitenende

Hollywood-Regisseur Joel Schumacher brachte das Musical, welches mehr als 100 Millionen Zuschauer weltweit begeisterte, in opulenten Bildern auf die große Leinwand.

In Paris anno 1870 treibt ein Phantom, welches in den Katakomben der Oper haust, sein Unwesen. Es droht, die Vorstellungen zu sabotieren, wenn seine musikalischen Wünsche und Vorstellungen nicht erfüllt werden. Das zehrt an den Nerven der Akteure, und so zieht am Vorabend der Vorstellung die Diva La Carlotta wutentbrannt von dannen. Für sie springt das junge Gesangstalent Christine ein, die mit ihrer lieblichen Stimme Publikum und das Phantom verzaubert.

Stets im dunklen Hintergrund weilend, fördert das Phantom Christine und lehrt sie, ihren Gesang zu verfeinern. Doch auch der Graf Raoul hat auf die hübsche Dame ein Auge geworfen und schürt mit seinen Avancen die Eifersucht des Phantoms. Eine Leidenschaft mit Folgen.

Schumacher, bekannt für bunte und aufwändige Inszenierungen ("Batman Forever"), schuf einen imposanten Bilderreigen, den man noch lange danach vor dem geistigen Auge hat. Pompöse Kostüme und detaillierte Kulisse erschaffen eine Welt, in die man nach kurzer Zeit völlig eintaucht. Waren die Verfilmungen bislang reine Horrorschinken, so gibt's nun die massentaugliche Romantikvariante, die schauspieltechnisch ein wenig zu theatralisch und altmodisch wirkt, aber dennoch die Fans in ihren Bann ziehen wird.

Plastisches und lebendiges Bild mit satten, leuchtenden Farben, welche die Kostüme in ihrer ganzen Pracht erstrahlen lassen. Rauschen ist ein Fremdwort.

Der umfangreiche Kontrast bewahrt Details auch in dunklen Szenen. Die wunderbare Schärfe bildet selbst zerzauste, abstehende Haare und feine Details der Kostüme sauber ab.
Der DTS-Mix klingt einen Tick voluminöser als die DD-Versionen. Die Musik klingt ausgesprochen luftig, die Trompeten akzentuiert und die Streicher schwebend leicht. Sie verteilt sich dynamisch auf alle Kanäle und sorgt dafür, dass das Auditorium förmlich darin eintauchen kann. Die Stimmen selbst klingen im Vergleich dazu allerdings eingeengt und gedämpft. Leider passt der deutsche Gesang nicht so recht zu den Originaltexten. In Kapitel 18 ist der Gesang dann nicht nur unpassend zu den Lippenbewegungen sondern zudem leicht asynchron.

In Sachen Extras muss sich der Fan in Verzicht üben: Man kann lediglich 17 Lieder in beliebiger Reihenfolge programmieren.

Darsteller: Gerard Butler, Emmy Rossum, Patrick Wilson, Miranda Richardson, Minnie Driver
Regie: Joel Schumacher
Laufzeit: 135 Minuten
Laufzeit Extras: - Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1.78:1 anamorph
Tonformat: deutsch und englisch in Dolby Digital 5.1, deutsch in DTS 5.1
FSK: 6
Untertitel: deutsch, deutsch für Hörgeschädigte
V: Concorde

Clint Metzger


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The Boss Hoss: Internashville Urban Hymns SeitenanfangDas Phantom der OperGeorg Friedrich Händel – Serse (Xerxes)Seitenende

Schon ein Blick auf das CD-Coverbild zeigt, hier sind richtige Kerle am Werk. Und wenn Du jetzt denkst "die kenn' ich nicht", dann hast Du Dich schon getäuscht. Zumindest wenn Du in letzter Zeit mal im Kino warst, denn die Neuinterpretation von "Like Ice In The Sunshine", zur aktuellen Kampagne von Langnese, läuft dort auf Hochtouren.

Damit hast Du schon einen guten Eindruck von "The Boss Hoss": Country meets Hiphop, Pop & Rock. Jetzt nicht erschrecken, denn die Jungs nehmen sich und ihre Musik nicht allzu ernst, verzichten aber zum Glück auf jede Art von Klamauk und sind mit viel Leidenschaft und Perfektionismus dabei ihren eigenen Sound zu entwickeln. Das dies bei Jimi Hendrix' "Hey Joe" funktioniert überrascht noch nicht, aber die insgesamt sieben Musiker machen auch aus Britney Spears' "Toxic", Outkasts "Hey Ya" und selbst aus "All The Things She Said" von den russischen pseudo Lesben T.a.T.U einen echten Country Song. Trotz der unterschiedlichen Stücke gelang "The Boss Hoss" mit ihrem Album "Internashville Urban Hymns" Dank der konsequenten Umsetzung der Originalversionen in moderne, eigenständige Country Classics eine CD aus einem Guss.


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Georg Friedrich Händel - Serse (Xerxes) SeitenanfangThe Boss Hoss - Internashville Urban HymnsBatman Begins Original SoundtrackSeitenende

Händels komische Oper trägt zwar den Namen des gefürchteten Perserkönigs, welcher im Jahre 480 v. Chr. auszog, Griechenland zu erobern, eröffnet aber inhaltlich einen ganz anderen Kriegsschauplatz.

Zwischen den Brüdern Xerxes und Arsamenes sowie den Schwestern Romilda und Atalanta dreht sich das Liebeskarussell. Mit Intrigen, Lügen und Eifersüchteleien versuchen die vier, sich das jeweilige Objekt der Begierde zu sichern. Ein munterer Reigen, den die vier Solistinnen in den Hauptrollen mit sichtlichem Vergnügen, Leichtigkeit und Augenzwinkern auf die Bühne bringen.
Nach vier wenig erfolgreichen Aufführungen in London erlebte das Werk eine Renaissance bei den Göttinger Händel-Festspielen anno 1924 und entwickelte sich zur zweitbeliebtesten Händel-Oper nach "Julius Cäsar". Die vorliegende Aufführung aus der Semperoper in Dresden vom 02. und 03.06.2000 inszenierte Komponist Christophe Rousset mit Frauen in den Männerrollen, der damit Händels Intention beim Schreiben der Partituren gerecht wird.

Schade, dass kein anamorpher Bildtransfer vorliegt. Das Vollbild schmälert die Wirkung der Bühnenbauten doch ein wenig, obwohl diese eher bescheiden und nüchtern in der Farbwahl ausfallen. Der Kontrast ist ein wenig hart. Die Farben wirken etwas blass. Dafür kann das Rauschverhalten vollauf überzeugen. Mitunter stört jedoch Flimmern und Pulsieren wie in Kapitel 18 im Bildhintergrund. Dieser wirkt auch immer wieder grob strukturiert. Bewegungen gehen jedoch ohne sichtbare Nachzieheffekte über die Bühne.

Die Streicher klingen wunderbar weich und getragen. Auch die weiblichen Stimmen tönen akzentuiert und luftig. Leider breiten sie sich aber nicht sehr weit aus. Man hat den Eindruck, die Bühne sei an beiden Seiten verbaut oder man sitze in einer hinteren Reihe. Erst in temperamentvolleren Passagen wie in Kapitel 14, wenn die Bläser kräftiger aufspielen, kommt Leben auf und wird das Auditorium richtig in das Geschehen einbezogen. Der Applaus tönt ein wenig plätschernd,  verteilt sich dagegen deutlich auf alle Kanäle, sodass man den Eindruck hat, mitten im Publikum zu sitzen.

Hintergrundinfos zur Oper und Produktion im Booklet sind die einzigen Beigaben der Disc.
 
Darsteller: Paula Rasmussen, Ann Hallenberg, Patricia Bardon, Isabel Bayrakdarian
Ludwigshafener Theaterchor unter der Leitung von Klaus Thielitz
Regie: Michael Hampe (Bühnenproduktion), Philip Behrens (TV)
Laufzeit: 156 Minuten
Laufzeit Extras: - Minuten
Bildformat: 4:3
Tonformat:  italienisch Dolby Digital 5.1 und PCM 2.0
FSK: frei
V: TDK

Clint Metzger


herrenausstatter.de

Batman Begins Original Soundtrack SeitenanfangGeorg Friedrich Händel – Serse (Xerxes)Jazzkantine – JK 10Seitenende

Kommt er noch mal, oder nicht? Wer wird sich in das Fledermauskostüm zwängen? Wie soll ein fünfter Teil aussehen?
Fragen über Fragen gab’s in den letzten Jahren bezüglich einer Fortsetzung der erfolgreichen Batman-Filme.

Was herauskam ist ein Prequel: In "Batman Begins" wird erzählt, wie der kleine Bruce den Mord an seinen Eltern mit ansehen muss, sich in fernöstlichen Kampftechniken unterrichten lässt und den Kampf gegen das Böse aufnimmt. Christian Bale ("American Psycho") wurde die Ehre zuteil, seinen gestählten Luxuskörper vor der Kamera zu präsentieren.
Nachdem die ersten beiden Teile von Tim Burton einen düster-skurrilen Ton anschlugen, verwandelte Joel Schumacher das Batman-Universum in eine quietschbunte Arena der Superhelden. Der fünfte Teil kehrt zu seinen düsteren Ursprüngen zurück.

Und das drückt sich auch in den Kompositionen aus. Für den Soundtrack zeichnen zwei der erfolgreichsten Komponisten Hollywoods verantwortlich: James Newton Howard schuf Melodien für "Pretty Woman", "The Village", "The Sixth Sense" oder "Auf der Flucht". Hans Zimmer gewann einen "Oscar" für seine Musik zu "König der Löwen". Das Werk des gebürtigen Frankfurters umfasst Hits wie "Gladiator" und "Rain Man".

Zusammen schufen sie 12 Instrumentalstücke, die die gesamte Bandbreite von unheimlichen, bedrohlichen Stücken bis zu temporeichen Percussion-Melodien. Eleganz, Action oder düstere Atmosphäre strahlen alle Kompositionen aus, die neben elektronischen Elementen natürlich auch klassische orchestrale Elemente enthalten und ganz in der Tradition der Vorgänger stehen. Nur eines sucht man vergeblich: einen romantischen Liebessong. (Mehr zum Film >> Kino)

Clint Metzger


Arcor

Jazzkantine – JK 10 SeitenanfangBatman Begins Original SoundtrackThe Human League – Live at the DomeSeitenende

Anlässlich des 10-jährigen Bandjubiläums gab die Formation ein Konzert im Staatstheater Braunschweig, der Heimatstadt der Combo.

Mit einer Mischung aus Jazz, HipHop, Rap und Soul enterte die Band 1993 gleich mit dem Debutalbum die Charts. Was folgte, waren sechs weitere Hitalben, umfangreiche Konzerttourneen, die sie unter anderem mit Bundespräsident Roman Herzog im Jahre 1998 nach Südafrika führte und Auftritte beim Empfang des Bundeskanzlers 2002 in Niedersachsen oder in zahlreichen Schulen anlässlich des Projektes "Futter für die Schulen". Die mit dem Jazz Award ausgezeichneten Jungs präsentierten sich in Bestform, groovten und rappten, was Stimmen und Instrumente hergaben. Das Publikum war sichtlich begeistert.

Kräftige Farben tauchen Bühne und Musiker in sattes Rot, Blau oder Grün, aus dem die Musiker manchmal mit Lampen auf dem Kopf ins Publikum strahlen. Der Kontrast ist nicht sonderlich fein. Schwarze Flächen wirken platt. Rauschen macht sich rar. Die Schärfe schwächelt. Die Aufnahmen wirken auch in Großaufnahmen weich. Bewegungen erscheinen leicht ruckelnd. Mitunter sind im Hintergrund wie auf den roten Flächen in Kapitel fünf feine Artefakte sichtbar.
Stimmen, Trompeten und Drums klingen durchweg kräftig und sauber. Die Surround-Boxen liefern eine dezente räumliche Unterstützung. Die Begeisterung des Publikums kommt zwar eher zurückhaltend rüber, bewahrt aber den eher intimen Charakter der Konzertstätte.

Die Extras sind nicht ohne: Neben gesprochenen und mit Musik unterlegte Hintergrundinfos zur Biografie und den einzelnen Musikern gibt’s Konzert- und Backstageaufnahmen aus den 10 Jahren der Bandgeschichte sowie als besonderes Highlight einen spektakulären Auftritt der Musiker beim TV-Sender VIVA, bei dem sich die Jungs splitternackt auszogen.

Darsteller: Dirk Erchinger, Christian Winninghoff, Tachiles, Cappuccino, Jan-Heie Erchinger und weitere
Deutschland 2005
Laufzeit: 70 Minuten
Laufzeit Extras: 34 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1.78:1 anamorph
Tonformat: deutsch Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: 12
V: Warner Home Video

Clint Metzger


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The Human League – Live at the Dome SeitenanfangJazzkantine – JK 10ERA – The Very Best Of ERASeitenende

Mitschnitt eines Konzertes aus dem Dome im ehrwürdigen Seebad Brighton während der Comeback-Tour 2003.

In den 80er Jahren gehörten sie zu den Top-Acts der elektronischen Musikszene.

In Europa landeten sie Hits wie "Louise", "Mirror Man" und "Don’t You Want Me". Die Zusammenarbeit mit dem genialen Produzenten-Team Jimmy Jam und Terry Lewis, welche unter anderem auch Janet Jackson zum Durchbruch verhalfen, bescherte ihnen dann auch in den USA einen No.1-Kracher mit der Ballade "Human". Danach wurde es allerdings still um das Trio. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger, und so feierte die Truppe im neuen Jahrtausend mit bewährten, eingängigen Tanznummern ein Comeback.

Auch wenn die Synthie-Ikonen nicht gerade begnadete Live-Künstler sind und auch nicht unbedingt jeden Ton akkurat treffen, so kann man dies angesichts von unzähligen Klassikern wie "The Lebanon" oder "Sound of the Crowd" doch verzeihen. Das Publikum macht zwar besonders in der ersten Hälfte des Gigs einen etwas phlegmatischen Eindruck, doch das mag an der typisch britischen Zurückhaltung liegen. Schaut man während der kurzen Einblendungen der Fans in deren Gesichter, so erhascht man nämlich meist ein seliges, fast verträumtes Lächeln. Die schrillbunten 80er - das waren eben noch Zeiten.

Die Lightshow wartet mit satten Farben auf und hüllt Bühne und Band bevorzugt in knalliges Blau. Davon heben sich die wein- und blutroten Kleider der beiden Sängerinnen ansprechend ab.

Der Kontrast kommt mit den wechselnden Lichtverhältnissen gut klar. Leider ist das Bild meist ein wenig unscharf. In Nahaufnahmen dagegen erkennt man selbst Details von Oakeys Sakko. Im Hintergrund zeigen sich immer wieder feine Artefakte, welche die Bildruhe aber kaum beeinträchtigen.

Der Gesang klingt zwar ein wenig dünn, kommt aber sauber und klar rüber. Der Applaus ist fein aufgelöst und verteilt sich stimmungsvoll auf die Surround-Lautsprecher. Die Synthies tönen luftig, die Drums dagegen ein wenig gedämpft. Alles in allem eine vielleicht etwas biedere Konzertatmosphäre. Aber dies ist ja schließlich kein bombastisches Rockkonzert, bei dem man satte Bässe und Gitarren erwartet.

Wem das Konzert nicht genügt, bekommt noch mehr von der Band: Die Extras beinhalten ein ausführliches Interview mit der Band (in englisch ohne jegliche UT), eine Musik unterlegte Film-Fotogalerie, ebenfalls mit Musik unterlegte Backstage-Aufnahmen von der Tour sowie eine Biografie der Band auf englischsprachigen Texttafeln.

Darsteller: Philip Oakey, Susan Anne Sulley, Joanne Catherall
Regie: Dave Meehan
Laufzeit: 95 Minuten
Laufzeit Extras: 75 Minuten
Regionalcode: frei
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  englisch Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: Nicht FSK-geprüft
V: SPV

Bericht: Clint Metzger


Traumkredit der SWK - Schnell und Direkt.

ERA – The Very Best Of ERA SeitenanfangThe Human League – Live at the DomeDe|Phazz – Onstage / Backstage: A RetrospectiveSeitenende

Was "Enigma" für Deutschland ist, ist ERA für die Franzosen. Mit eingängigen Melodien, simplen Refrains und der Mischung aus mittelalterlichen Chören und modernen Synthieklängen liefert die Band besten "Easy Listening"-Stoff ab.

Hinter der Band steckt der Autodidakt Eric Levi, der sich in seiner Anfangszeit (man glaubt es kaum) von der Musik solcher Rockgrößen wie den „Rolling Stones“, „Led Zeppelin“ und „Pink Floyd“ beeinflussen ließ. Nach der Trennung seiner eigenen Band hatte er zunächst die Nase voll von Gemeinschaftsprojekten und widmete sich somit der Musik in ihrer Funktion als Soundtrack. Dabei beeindruckte ihn Vangelis Komposition für den Film „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ besonders.

Kein Wunder also, dass Levi begann, seine Musik als Medium zu verstehen, die beim Hören Bilder erzeugen sollten.

Mit der Mischung aus Pop, Rock und Klassik (unter anderem griff er bei einem seiner Hits auf Carl Orffs „Carmina Burana“ zurück) gelang ihm das gleich auf Anhieb mit seinem Debut-Album von ERA anno 1998.

Man kann gar nicht anders, als sich bei diesen mystisch und heroisch anmutenden Klängen Ritter in schwerer Rüstung, düstere Burgen, elfengleiche Prinzessinnen und verwunschene Wälder vorzustellen.

Diese Wirkung entdeckte auch die Werbeindustrie, und so promotete ein Song von ERA die Marketing-Kampagne einer Kreditkartenfirma anlässlich der Fußball-WM 1998. Weitere Hit-Alben, die sich weltweit mehr als sieben Millionen Mal verkauften, folgten. Zeit also, um eine „Best Of“-Kompilation heraus zu bringen. Und dies ist keine gewöhnliche: Der SACD/DVD-Pack bietet 16 Songs, darunter den Hit "Ameno", der sich 1998 wochenlang in den deutschen Top 10 hielt, in bestechender Tonqualität und eine Bonus-DVD mit neun Videos.

Die Videos verfügen durchweg über einen umfangreichen Kontrast, satte Farben und wenig Rauschen. Der DTS-Klang der DVD ist dem kristallklaren Klang der SACD zwar ein wenig unterlegen, ist aber noch immer für eine wohlige Gänsehaut gut.

Die DVD enthält zusätzlich neben den Videos noch eine Fotogalerie.

D: Lee Sklar, Neal Wilkinson, Patrice Tison, Robbie McIntosh, Eric Levi
R: Michel Thibaud, Eric Levi
Laufzeit: 64 Minuten Audio
Laufzeit Extras: 33 Minuten Video
Regionalcode: frei
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch/latein DTS 5.1 sowie Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: nicht geprüft
V: Universal Music

Bericht: Clint Metzger


Fernsehcasting mit iLove

De|Phazz – Onstage / Backstage: A Retrospective SeitenanfangERA – The Very Best Of ERAVillaine - AdrenalinSeitenende

Mit Heidelberg assoziiert man vieles, aber nicht unbedingt groovige Lounge-Musik von internationalem Rang.

Seit 1997 hat die Truppe fünf Alben veröffentlicht, die mit Sampleexperimenten, Mambo-Rhythmen, TripHop und entspannten Lounge-Klängen mit humorvollen Untertönen den Erfolg mit immer höheren Chart-Platzierungen mehrten. Passend zum Release des neuen Albums "Natural Fake" erscheint nun diese DVD, die neben 10 Videos, darunter Hits wie "Mambo Craze" oder "No Jive" aus der "Mon Cheri"-Werbung, auch vier bislang unveröffentlichte Songs enthält.

De|Phazz liefern mit ihren Clips keine auf Hochglanz polierten Werbefilmchen mit aalglatten Models, Schwindel erregenden Schnitten oder pseudocoolen Trickanimationen ab

sondern präsentieren entsprechend ihren fröhlichen Songs verspielte, mitunter erfrischend einfach gestaltete Bildercollagen.

Unschärfen und Rauschen in unterschiedlicher Stärke weisen alle Clips auf. Meist sind die Farben verfremdet, jedoch stets von kräftiger Natur. Manchmal sind feine Farbversätze und Artefaktbildungen entlang der Konturen zu erkennen.

Äußerst klar und schwungvoll präsentiert sich der Stereo-Sound mit groovigen Rhythmen, bei denen man schnell alles stehen und liegen lässt und das Tanzbein schwingt.

Die Musik tönt luftig und kräftig aus den Boxen und schafft in Sekundenschnelle beste Lounge-Atmosphäre.

In Sachen Extras bekommt der Fan eine mit Musik unterlegte Fotogalerie sowie ebenfalls mit Musik unterlegte Backstage-Aufnahmen präsentiert.

R: diverse
Laufzeit: 58 Minuten
Laufzeit Extras: 7 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1
Tonformat:  englisch PCM Stereo
FSK: 12
V: Soulfood

Bericht: Clint Metzger


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Villaine - Adrenalin SeitenanfangDe|Phazz – Onstage / Backstage: A RetrospectiveMary J. Blige – Live From The House Of BluesSeitenende

Für viele Künstler bleibt es ein Traum einmal beim "Eurovision Song Contest" mit zu mischen, Villaine hatte jetzt die Möglichkeit ihren Song ganz Deutschland im Vorentscheid zum "Grand Prix" zu präsentieren.

Auch wenn es zum Sieg nicht gereicht hat, konnte die Sängerin der Nation zeigen, was für eine tolle Stimme und wie viel Power in ihr steckt.

Im Gegensatz zu manchen Klon-Superstars hat sie sich mit "Adrenalin" einen Song für sich selbst und ihre große Liebe auf den Leib geschrieben, der gefühlvoll, trotzdem rockig und vor allem authentisch rüberkommt.

Villaine ist nicht irgendwie "Bi", sondern steht voll und ganz zu ihrer Freundin Britta-Marie, mit der sie zusammen in Köln wohnt. Das die Künstlerin ganz gerne Erotik mit einem erfrischenden "gegen den Strom schwimmen" mischt, sieht man nicht nur am Cover ihrer aktuellen Single "Adrenalin", sondern kommt auch in ihrem Namen zum Ausdruck. Villaine ist ein Konstrukt aus dem englischen Villain ("Schuft") und dem französischen Vilaine ("böses Kind"). Zudem wurde ihr als Vera Viehöfer sowieso eine besondere Beziehung zum V quasi in die Wiege gelegt.

Wer jetzt auch einen Adrenalin-Stoß möchte, sollte sich unbedingt Villaines aktuelle Single zulegen! 4 x Adrenalin: In der Radio-Version, der ESC-Version, der Soft-Radio-Version und spätestens jetzt brauchst und bekommst Du auch noch die Karaoke-Version des eingängigen Songs.

Als Zugabe gibt es schließlich den Kölner CSD-Song 2004, "Die pure Lust am Lieben", der letztes Jahr bei den CSD-Veranstaltungen ein großer Erfolg war.

Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme wird Villaine 2005 sicher jede Menge neue Fans gewinnen und das nicht nur in der Gay-Szene.

Bericht: tom


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Mary J. Blige – Live From The House Of Blues SeitenanfangVillaine - AdrenalinPyotr. I. Tchaikovsky – Eugene OneginSeitenende

Es ist gerade mal drei Monate her, dass eine Live-DVD von Mary J. Blige erschien. Nun folgt schon die nächste mit dem Mitschnitt eines Konzerts, welches zwei Monate vor dem besagten Los Angeles-Konzert aufgenommen wurde.

Ebenfalls in L.A. lud die Soul-Diva im März 2004 zu einem intimen Konzert in das legendäre House of Blues. Dort verzichtete sie in ihrem Programm auf die unzähligen Tanz- und HipHop-Hits und ließ dafür ihrer R&B-Seite freien Lauf. Hits wie "Love No Limit", "No More Drama" oder "Not Gon' Cry" begeisterten die Fans. Puren Soul zeigt sie bei der Cover-Version des Philip Bailey-Klassikers "Children in the Ghetto".

Und bei zwei Songs wird sie gar von prominenter Seite unterstützt: Sting und Elton John ließen es sich nicht nehmen, die dreifache "Grammy"-Sängerin musikalisch zu begleiten.

So kam der Ex-„Police“-Sänger bei „Whenever I say Your Name“ auf die Bühne, während sich der britische Brillenexzentriker bei einer Neuauflage seines Songs „I Guess That’s Why They Call It The Blues“ ans Piano setzte.

Strahlend leuchtende Farben untermalen das Konzert in stimmungsvoller Weise und tauchen die Kulissen in traumhaft intensive Töne.

Rauschen ist ein Fremdwort. Der Kontrast beherrscht die gesamte Bandbreite von reinem Weiß bis tiefem Schwarz. Die Schärfe könnte ein wenig besser sein.

Auch der Ton spielt in der ersten Liga: Purer Soul strömt da aus jeder Box. Die kraftvolle und doch feine Stimme der Soul-Diva kommt mit jeder emotionsgeladenen Nuance voll zum Tragen und jagt dem Auditorium so manch wohligen Schauer den Rücken hinunter. Ein leichtes Echo von Musik und Gesang aus den Surround-Lautsprechern transportiert die intime Konzertstimmung direkt ins eigene Wohnzimmer. Der Applaus klingt wunderbar fein und versetzt das Auditorium scheinbar mitten ins Publikum. Ein faszinierendes Konzerterlebnis.

Das einzige Extra besteht aus einer Doku über die Konzertvorbereitungen.

D: Mary J. Blige, Sting, Elton John
R: J. Kevin Swain
Laufzeit: 65 Minuten
Laufzeit Extras: 19 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1
Tonformat:  englisch Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: frei
V: BMG

Bericht: Clint Metzger


Blumen schenken mit Kussgarantie

Pyotr. I. Tchaikovsky – Eugene Onegin SeitenanfangMary J. Blige – Live From The House Of BluesBob Marley and the WailersSeitenende

 

Schon kurz nach Fertigstellung des Werkes im Jahre 1878 erhielt die Oper mit den lyrischen Szenen Lob und Beifall. Das änderte sich auch mehr als 100 Jahre später nicht, als dieses am 18.10.2000 im Moskauer Bolshoi Theater in Erinnerung an eine Aufführung aus dem Jahre 1944 erneut aufgeführt wurde.

Die Geschichte einer unglücklichen Liebe hat mit der emotionalen Darstellung der Charaktere nichts an Faszination verloren:

Als die Familie einer Gutsbesitzerin Besuch des Großstädters Onegin erhält, verliebt sich deren Tochter Tatjana unsterblich in ihn. Doch Onegin weist sie zurück und flirtet lieber mit der Verlobten seines Freundes Lenski. Was nicht ohne Folgen bleibt: Lenski fordert Onegin zum Duell, was der Charmeur für sich entscheidet. Jahre später trifft er erneut auf Tatjana, die mittlerweile mit Fürst Gremin verheiratet ist. Diesmal erwacht in Onegin die Leidenschaft für die Schöne vom Lande. Doch obwohl Tatjana noch immer für Onegin schwärmt, muss nun sie den heimlichen Geliebten abweisen.

Eine Inszenierung mit aufwändigen Kulissen und Kostümen, mit charismatischen Solisten und der ewig jungen und tragischen Geschichte einer unerfüllten Liebe, die zugleich Freud und Qual bringen kann.

Die sehenswerte Aufführung erscheint auf dem Bildschirm in rauscharmen und kontrastreichen Bildern, die besonders den opulenten, weißen Ballkleidern der Damen schöne Feinheiten verleihen. Die Farben wirken leider ein wenig matt.

Das Orchester spielt mit raumgreifenden und klaren Tönen auf. Die Fanfaren der Trompeten und Paukenschläge anlässlich des Balls im letzten Akt oder feine Streichermelodien kommen schwungvoll und kräftig wie auch sauber und filigran aus den Lautsprechern. Die Surround-Boxen liefern dabei ein dezent abgeschwächtes Echo der Musik und erzeugen damit eine entsprechend zurückhaltende Räumlichkeit. Leider halten die Stimmen der Solisten da nicht immer ganz mit. Diese tönen ein wenig gepresst und dünn und drohen bei manch emotionaleren Passage gegenüber dem Orchester ein wenig unter zu gehen.
Das Booklet enthält Hintergrundinfos zum Werk und der Aufführung.

D: Irina Udalova, Maria Gavrilova, Yelena Novak, Vladimir Redkin,
Orchestra of the Bolshoi Theatre unter der Leitung von Mark Ermler
R: Boris Pokovsky
Laufzeit: 157 Minuten
Laufzeit Extras: - Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat:  russisch in DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und PCM Stereo
Untertitel: deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch
FSK: frei
V: TDK

Bericht: Clint Metzger


Bob Marley and the Wailers – Live at the Rainbow SeitenanfangPyotr. I. Tchaikovsky – Eugene OneginMetallica - Some Kind Of MonsterSeitenende

Nicht erst seit dem Hit-Soundtrack zum Kinofilm "50 erste Dates" ist Raggae wieder in: Der charismatische Bob Marley und seine Werke haben der Musikgeschichte ihren unauslöschlichen Stempel aufgedrückt.

Anlässlich seines 60.Geburtstages im Jahre 2005 wird ein Konzert aus London veröffentlicht, welches der legendäre Musiker auf der Höhe seiner Popularität gegeben hatte. Im Sommer 1977 stand sein Album "Exodus" auf Spitzenplätzen der Charts. Vor begeisterten Fans gab er im Londoner Rainbow Theatre eine Vorstellung, in der er Klassiker wie "I Shot The Sheriff", "War / No More Trouble" und "Get Up, Stand Up" zum Besten gab.

Das Bild zeigt eine beachtliche Qualität angesichts des Alters. Selbst nach mehr als 25 Jahren verfügt das rauscharme Videomaterial noch über leuchtende Farben, eine gute Schärfe, die selbst einzelne Schweißperlen auf Marleys Stirn deutlich abbildet  und einen ausgewogenen Kontrast. Lediglich in Bewegungen verschwimmen Konturen immer wieder leicht.

Der Ton zieht mit: Nach fast 30 Jahren klingen die Hits noch immer überraschend klar und flott. Die einzelnen Instrumente heben sich deutlich voneinander ab. Der Gesang kommt klar und kräftig rüber. Die Surround-Boxen liefern eine dezente, räumliche Unterstützung.

Das Bonusmaterial besteht aus Statements von zwei Museums-Führern über Marleys Lebensstationen und das Marley-Mauseoleum.

Die ebenfalls erhältliche „Limited Edition“ bietet auf einer zweiten Disc noch eine ausführliche, mehr als einstündige Dokumentation.

D: Bob Marley, Carlton Barrett, Aston Barrett, Marvin Marley, Rita Marley
R: Keef
Laufzeit: 71 Minuten
Laufzeit Extras: 20 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und 2.0
Untertitel: -
FSK: 6
V: Universal Music 

Bericht: Clint Metzger


Metallica - Some Kind Of Monster SeitenanfangBob Marley and the WailersMarianne Rosenberg – Für immer wie heuteSeitenende

"20 Jahre Hass haben 100 Millionen Platten verkauft. Warum etwas daran ändern?" Worte von Drummer Lars Ulrich, die die Geschichte der wohl größten Rockband aller Zeiten treffend zusammenfasst.

Nach dem Ausstieg von Bassist Jason Newstead stand die Band kurz vor der Auflösung. Die zu einem Trio geschrumpfte Supergruppe heuerte im Jahre 2001 einen Therapeuten an, um mit dessen Hilfe nicht nur ein neues Album auf die Beine zu stellen, sondern auch, um ungelöste Probleme und aufgestaute Aggressionen aus der Welt zu schaffen. Diese Dokumentation begleitete die Bandmitglieder auf dem Weg von der Vorbereitung, über die Proben, dem Casting des neuen Bassisten bis hin zur Präsentation des Comeback-Albums "St. Anger" und natürlich auch privat.

Selten gab sich eine Musikband derart offen. Die Künstler streiten sich vor laufender Kamera, offenbaren wunde Punkte, ihre Sturköpfigkeit, Eitelkeit und starken Egos.

Besonders Frontmann Hetfield und Drummer Ulrich geraten nahezu permanent aneinander. Gitarrist Hammett ist der ruhenden Pol und schlichtende Vermittler zwischen den Streithähnen. Als Hetfield mitten in den Aufnahmen der neuen Songs in einer Klinik zum Alkohol- und Drogenentzug verschwindet, sind sich die restlichen Beteiligten unsicherer denn je, ob es überhaupt eine Zukunft für "Metallica" gibt. Denn als Familienväter verschieben sich natürlich auch die Prioritäten.

Doch als Hetfield zurückkehrt und eine neue Offenheit präsentiert, mit Trujillo frischen Wind in die Band kommt, und die ganze aufgestaute Energie der letzten zwei Jahre in harte Riffs und Texte fließt, haben die Jungs es wieder einmal geschafft, werden als "MTV Icon" für ihr Lebenswerk geehrt und landen mit "St.Anger" ein weltweites No.1-Album, auf das eine Welttournee folgen wird. Eine Doku, die wahrlich unter die Haut geht und einen selten intimen Einblick in die Mechanismen und den kreativen Schaffensprozess einer Band gibt.

Das nahezu rauschfreie Bild verfügt über frische Farben und einen ausgewogenen Kontrast. Da gibt’s nichts auszusetzen. Der Ton lässt zwar nur während mancher Konzertausschnitte ein räumliches Gefühl aufkommen, wirkt aber authentisch wie das Leben selbst. Die Stimmen klingen jedenfalls kräftig und klar – da geht kein Schimpfwort unter.

Das Bonusmaterial kann sich sehen und hören lassen: Disc 1 offeriert Audio-Kommentare der Bandmitglieder und der Regisseure. Disc 2 enthält 39 zusätzliche Szenen – darunter 10 Szenen wahlweise mit Audio-Kommentar der Regisseure, die alternative Version einer Szene, ein Interview mit den Bandmitgliedern, ein Musikvideo, Aufnahmen von Premieren und Pressekonferenzen von diversen Filmfestivals und Biografien der Regisseure auf Texttafeln.

D: Lars Ulrich, James Hetfield, Kirk Hammett, Robert Trujillo, Jason Newsted
R: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky
Laufzeit: 141 Minuten
Laufzeit Extras: 189 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch, englisch, arabisch, bulgarisch, polnisch, rumänisch, tschechisch, türkisch, ungarisch
FSK: 6
V: Paramount

Bericht: Clint Metzger


Marianne Rosenberg – Für immer wie heute SeitenanfangMetallica - Some Kind Of MonsterKylie Minogue - Ultimate KylieSeitenende

Ohne es geplant zu haben, wurde sie zur Gallionsfigur der Schwulenszene. Mit romantischen Songs im Pop-Gewand über ewige Liebe, die sich nicht selten am Rand des Kitsches bewegen, machte sie als 14-jährige in den 70er Jahren steile Karriere.

In den 80er Jahren emanzipierte sie sich von der Musikbranche, freundete sich mit Rio Reiser an und genoss die Revoluzzer-Stimmung der Neuen Deutschen Welle. In den 90er Jahren nahm sie ihr erstes englischsprachiges Album auf und schaffte ein grandioses Comeback mit einer Coverversion von Chers Hit "Strong Enough".

Nach unzähligen Imagewechseln gibt sie sich im neuen Jahrtausend als selbstbewusste und vielseitige Blondine, die ihre Fans mit alten Klassikern, neuen Songs aber auch Jazz- und Chansoninterpretationen begeistert.

Die DVD zeigt den Mitschnitt der Premiere ihrer im April 2005 startenden Deutschlandtour aus dem ausverkauften Berliner Tempodrom vom 06.11.2004.

Sie bewies, dass sie nichts an Elan und Gefühl verloren hat und begeisterte ihre Fans natürlich mit Hits wie "Marleen", "Er gehört zu mir" oder "Lieder der Nacht".

Satte Farben, nahezu rauschfrei und ein wunderbarer Kontrast: die Bilder des Konzerts wirken plastisch und lebendig und bringen Marianne den Fans zu Hause fast zum Greifen nah.

Der Ton steht da nicht zurück: Die unverwechselbare, glasklare Stimme der Sängerin ist für die eine oder andere Gänsehaut gut. Der offene und lebendige Ton mit schwungvollen Musikklängen und dem feinen Applaus der Fans, welcher sauber aus den Surround-Lautsprechern tönt und für echte Konzertatmosphäre sorgt, lässt Klassiker wie „Marleen“ wieder aufleben.

Das Konzert wird durch ein Portrait der Künstlerin, einen Kurzbericht zum Konzertkonzept, einer Biografie und einer Fotogalerie sinnvoll ergänzt.

D: Marianne Rosenberg
R: Roger Bisson
D 2004
Laufzeit: 99 Minuten
Laufzeit Extras:  38 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  deutsch Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0
FSK: 6
V: SPV

Bericht: Clint Metzger


Kylie Minogue - Ultimate Kylie (DVD) SeitenanfangMarianne Rosenberg – Für immer wie heuteA Perfect Circle - aMotionSeitenende

Wer aus simplen Lauten wie "La La La" einen Welthit macht, muss was auf dem Kasten haben. Diese Clipsammlung beweist, warum Kylie Minogue im nunmehr dritten Jahrzehnt zu einer der erfolgreichsten Pop-Diven zählt.

Mehr als 15 Jahre umspannt nun schon die Karriere der wandlungsfähigen Pop-Diva, die einst als Soap-Star im australischen Fernsehen erste Erfolge feierte. Mit "I Should Be So Lucky" gelang ihr der erste Charthit.

Die kleine Blondine wandelte sich im Laufe der Jahre von einem stets lächelnden, immer fröhlichen Teenie zu einer lasziven Erotik-Queen, die in den meist knallbunten Videos nicht mit ihren Reizen geizte.

Nun gibt's 32 Clips auf einer DVD, darunter natürlich die Duette mit Jason Donovan, Nick Cave und Robbie Williams, die Cover-Version des "Kool & The Gang"-Klassikers "Celebration", kunterbunte 60's-Reminiszenzen wie "Step Back In Time", der Ohrwurm "Can't Get You Out Of My Head" oder das erotisch gehauchte "Slow".

 Als Bonus ist sogar der neueste Hit "I Believe In You" enthalten. Eine wirklich ultimative Hitsammlung für alle Fans.

Die Qualität der Clips schwankt aufgrund des unterschiedlichen Ausgangsmaterials. Allen Videos gemein ist die Farbenpracht. Satte Grundtöne und leuchtende Neonfarben zaubern ein wahres Feuerwerk auf die Mattscheibe. Rauschen macht sich meist rar. Die Clips aus den 90er Jahren verfügen zudem über eine knackige Schärfe. Obwohl der Ton nur auf zwei Kanäle beschränkt ist, klingen selbst die älteren Aufnahmen erfreulich frisch und schwungvoll. Da wird selbst der müdeste Partymuffel zum Tanzbären. An Extras enthält die Disc ein Bonusvideo, einen Livetrack, einblendbare Songtexte sowie ein Booklet.

Kylie Minogue - Ultimate Kylie
GB 1988-2004
D: Kylie Minogue
R: diverse
Laufzeit: 119 Minuten
Laufzeit Extras: 8 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 4:3 und 16:9 Letterbox
Tonformat:  englisch Dolby Digital 2.0
FSK: 6

 Bericht: Clint Metzger


A Perfect Circle - aMotion SeitenanfangKylie Minogue - Ultimate KylieFury In The SlaughterhouseSeitenende

Die Supergruppe vereint Mitglieder legendärer Alternative Rock-Bands wie "Smashing Pumpkins", "Marilyn Manson", "Tool" und "Guns 'N' Roses".

Ihre Rockopern begeistern Kritiker und Fans mit ausgefeilten, nicht immer sofort eingängigen Melodien, harten Gitarren, sphärischen Synthieklängen und einem mitunter schon fast hypnotischen Gesang.

Die erste DVD der Band beinhaltet neun Musikvideos, darunter der erste Hit der Band "Judith" welcher von David Fincher in gewohnt düsterer Stimmung eingefangen wurde, eine Live-Version von "The Noose", dem Siegerclip eines Internet-Wettbewerbs zum Song "Blue" (in dem eine Frau ihren verstorbenen Gatten aus dem Grab holt), sowie eine Coverversion von John Lennons Klassiker "Imagine", der mit blutigen Bildern von Kriegen und zynischen "Nachrichtenmeldungen" bebildert wurde.

Starker Tobak, der klar macht, dass die Band keine Probleme damit hat, Stellung in politischen Dingen zu beziehen und Kritik an Bush sowie massenmedialer Einflussnahme zu üben. Dies wird vor allem in der krassen Trickfilmfassung des Videos "Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm of The War Drums" deutlich. Kontrovers, radikal und abseits des kommerziellen Mainstreams - komplexe Rockmusik mit Hirn.

Die Bildqualität schwankt. Videos mit unterkühlten Farbtönen wechseln mit Clips wie „The Outsider“, deren knallige Neontöne die Farbröhre des Fernsehers so richtig zum Glühen bringt. Leider erklingen die Songs nur in Stereo. Dadurch geht ein mögliches, sattes Bassfundament und die krachende Energie von Songs wie "Judith" ein wenig flöten.

In Sachen Extras hat sich die Band nicht lumpen lassen: Zwei der Bandmitglieder kommentieren die Videos. Weiterhin gibt es die ungekürzte Fassung eines Videos und drei alternative Videos zu einem Song, drei Trailer, Backstage-Aufnahmen, eine CD mit neun Remix-Versionen und ein Booklet mit Songtexten.

D: Billy Howerdel, Maynard James Keenan, Josh Freese, Jeordie White, James Iha, Danny Lohner, Paz Lenchantin, Troy van Leeuwen, Tim Alexander
R: David Fincher, Mark Kohr und weitere
Laufzeit: 41 Minuten
USA 2004
Laufzeit Extras: 39 Minuten Video und 40 Minuten Audio
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch in Dolby Digital 2.0
FSK: ab 16
V: EMI

 Bericht: Clint Metzger


Fury In The Slaughterhouse -
Welcome To The Other World Nimby Live 2004
SeitenanfangA Perfect Circle - aMotionAlicia Keys – The Diary of Alicia KeysSeitenende

Nur wenige deutsche Bands haben es auch internationel zu Erfolg und Anerkennung gebracht. Die "Scorpions" und "Rammstein" gehören dazu. Und auch "Fury In The Slaughterhouse",

die seit fast 20 Jahren mit nur einer Ausnahme in Originalbesetzung spielen, bodenständige Rocksongs schreiben und alle paar Jahre Hits wie "Time To Wonder", "Won't Forget These Days", "Radio Orchid", "Every Generation Got It's Own Disease" oder "Riding On A Dead Horse" abliefern, die scheinbar für die Ewigkeit gemacht sind.

Eine Konstanz, die in der immer schnelllebigeren Musikszene kaum noch zu finden ist. Die Hannoveraner leben für die Musik und ihre Fans.

So touren die Jungs gerne durch die Lande und überraschten ihre Anhänger in diesem Jahr mit einer Akustik-Tour.

Frontmann Kai hat dabei keinerlei Berührungsängste und begibt sich in fast jedem Konzert ohne Bodyguards mitten ins Publikum. Eine Band, die aufrichtige Musik macht und buchstäblich zum Anfassen ist, was die Fans zu schätzen wissen.

Konstanz heißt bei "Fury" nicht gleich Stillstand. So suchen die Musiker bei jedem Projekt neue Wege zu gehen und verzichteten bewußt auf den Dreh von Videos. Beim letzten Album produzierten sie lieber aufwändige Kurzfilme. Und zum aktuellen Album entwickelten Studenten einer Kunstschule eine 360°-Show, die die Songs des Albums "Nimby" zu einem akustisch-optischen Gesamtkunstwerk macht. Bislang ist diese Show nur im Hamburger Planetarium und an einer Kieler Hochschule zu sehen.

Als Entschädigung zeigt die DVD den Mitschnitt eines Konzerts aus dem Kölner E-Werk, bei dem die Band in Bestform auftritt,

eine gelungene Mischung von Songs aus dem aktuellen Album und alten Hits präsentierte und das begeisterte Publikum damit voll im Griff hatte.

Das Bild wirkt dank satter Farben und wenig Rauschen klar und lebendig und die Jungs aufgrund der guten Schärfe zum Greifen nahe.

Obwohl der Gesang kräftig wirkt und zentriert ist, die Surround-Boxen eine dezente räumliche Unterstützung bieten und die Musik recht schwungvoll rüberkommt, wirkt der Ton insgesamt ein wenig weich gespült. Das vermisst man den letzten Pep. Trotzdem ist er immer noch gut genug, um echte Konzertstimmung im eigenen Wohnzimmer aufkommen zu lassen.

Das Bonusmaterial besteht aus einer ausführlichen Tour-Dokumentation, einem Hintergrundbericht zur Produktion des aktuellen Albums, zwei Musikvideos und Auszügen aller 175 Songs der bisher veröffentlichten Alben als Audio-Tracks.

D: Kai Wingenfelder, Thorsten Wingenfelder, Christof Stein, Christian Decker, Gero Drnek, Rainer Schumann
R: Peter Sommer
D 2004
Laufzeit: 109 Minuten
Laufzeit Extras: 64 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 4:3
Tonformat:  deutsch/ englisch Dolby Digital 5.1
FSK: frei

 Bericht: Clint Metzger


Alicia Keys – The Diary of Alicia Keys (DVD) SeitenanfangFury In The SlaughterhouseLater – Hip Hop SoulSeitenende

Mit ihrem Debut-Album und der Single "Fallin'" überraschte die stimmgewaltige Soul-Diva im Jahre 2001 die R&B-Welt.

Sie räumte einen Preis nach dem anderen ab, darunter fünf der begehrten "Grammys" und hielt sich wochenlang an der Spitze der Pop- und R&B-Charts.

Was folgte waren ausverkaufte Tourneen, auf denen sie bewies, dass sie auch zur Entertainerin taugt, und ein weiteres Album, welches erneut die Pole Position der US-Charts einnahm.

Dieser Dokumentarfilm begleitet die junge Künstlerin auf Tourneen in Afrika, Asien und Europa und geht bei einem Fotoshooting auf Tuchfühlung.

Dazwischen gibt das Musiktalent freimütig Auskunft über ihre Karriere, ihre Pläne und einen kleinen Einblick in ihr Seelenleben.

Ein Dokumentarfilm über eine sympathische Musikerin ohne große Starallüren, die sich selbst noch für einfache Dinge begeistern kann und ihre Fans nicht aus den Augen verliert.

Die Qualität schwankt aufgrund des unterschiedlichen Ausgangsmaterials. Die Aufnahmen aus Afrika (Kapitel 10) oder vom Fotoshooting in Kapitel 13 sind kristallklar, messerscharf, mit brillantem Kontrast und leuchtenden Farben. Dann wieder sind Interviewstrecken unscharf mit verwischenden Konturen in Bewegungen. Das Videomaterial löst sich mitunter in Artefakte auf, was in Standbildern deutlich wird. Die Stimmenwiedergabe des Stereo-Tons ist klar. Die Musik während der Konzertausschnitte macht einen braven Eindruck. Da kommt nur ansatzweise Stimmung auf. Als Bonusmaterial gibt’s nur ein Booklet.

Alicia Keys - The Diary of Alicia Keys
D: Alicia Keys
R: Jeff Robinson, Roderick Isaac, Lamont Burrell
Laufzeit: 82 Minuten
Laufzeit Extras:  -
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch Dolby Digital 2.0
FSK: frei
VÖ: 03.01.2005

 Bericht: Clint Metzger


Later – Hip Hop Soul (DVD) SeitenanfangAlicia Keys – The Diary of Alicia KeysGodsmack – ChangesSeitenende

Eine erstklassige Compilation mit Auftritten der ersten Garde von Hip Hop- und Soul-Musikern, an die kein Fan vorbeikommt.

33 Superstars der Hip Hop- und Soul-Szene finden sich auf dieser DVD vereint, die Mitschnitte aus der bekannten britischen TV-Show von 1995-2004 liefert.

Da ist für jeden etwas dabei: Ob schmusige Soulnummern, die zum Kuscheln und Träumen einladen oder tanzbare Rhythmusnummern, die das Blut anderweitig in Wallung bringen.

Mehr als zwei Stunden Hits am laufenden Band im intimen Rahmen des TV-Studios und mit Musikern, die durchweg entspannt und gut gelaunt auftreten.

Alle Mitschnitte können sich dank wenig Rauschen und knalligen, frischen Farben sehen lassen. Leider sind die Aufnahmen aus den 90er Jahren durchweg unscharf geraten, was den Sehgenuss etwas beeinträchtigt. Der Stereo-Ton wirkt doch ein wenig brav. Er lässt zwar Feinheiten der Gesänge von Stimmwundern wie Sade oder Alicia Keyes sauber zur Geltung kommen. Aber um echtes Konzertfeeling zu erzeugen, fehlt es am Bassfundament und der Dynamik.

Das Zusatzmaterial beschränkt sich auf Kurzinterviews mit 10 der auftretenden Künstler. Außerdem lassen sich sechs Tracks in beliebiger Reihenfolge programmieren.

D: Mary J. Blige, Fugees, Alicia Keyes, Blackstreet, India Arie, Craig David, Macy Gray, Sade, u. a.
R: Matthew Amos, Janet Fraser Crook, Phil Heyes
Laufzeit: 140 Minuten
Laufzeit Extras: 27 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: englisch Dolby Digital 2.0
GB 2004
FSK: frei
V: Warner Music

 Bericht: Clint Metzger


Godsmack – Changes  (DVD) SeitenanfangLater – Hip Hop SoulJanet Jackson - From janet. To Damita JoSeitenende

Ihre Musik ist hart, aggressiv und dennoch melodiös. Sie saufen, rülpsen und erfüllen fast jedes Klischee des typischen Rockstars.

Und doch unterscheiden sie sich von der meist oberflächlichen Musikszene: Sie haben bodenständige Werte und Ansichten, in die diese Tour-Dokumentation Einblicke gewährt.

In den Staaten füllen sie die größten Hallen und landeten mit ihrem letzten Album "Faceless" an der Spitze der Charts. "Changes" ist ein Dokumentarfilm, der nicht nur Ausschnitte eines Konzerts in Pennsylvania mit Krachern wie "Awake", "I Stand Alone", "Faceless" oder "Bad Religion" beinhaltet, sondern auch einen kleinen Einblick in das Leben des Quartetts abseits und hinter der Bühne zeigt.

Gitarrist Tony gesteht, dass er als Ausgleich zu seinem "lauten Job" die Abgeschiedenheit und Ruhe jedem Großstadttrubel vorzieht. Sänger Sully relaxt bei Meditationsübungen und denkt bei all dem Tour-Trubel doch immer an die Zukunft seiner kleinen Tochter. Außerdem liegt ihm bei jedem Gig das Wohl seiner Fans am Herzen. Er will eine echte Rockshow bieten, die jeden Dollar wert ist. Und das gelingt, wie die begeisterten Massen beweisen.

Das mit Handkamera gefilmte Doku-Material fällt qualitativ in Sachen Schärfe und Kontrastumfang natürlich ab. Der Konzertmitschnitt versöhnt dagegen mit kräftigen Farben und wenig Rauschen.

Der bombastische Mehrkanalton fegt einen dann so richtig vom Sofa. Die Explosionen der Pyrotechniker werden von satten Tiefbässen begleitet, die Gitarren krachen so richtig los, und die Drumbeats lassen die Membrane der Boxen heftigst erzittern. Da verwandelt sich das Heimkino in eine Konzertarena.

Das Bonusmaterial beschränkt sich leider nur auf eine Fotogalerie.

D: Sully Erna, Tony Rombola, Robbie Merrill, Shannon Larkin
R: Daniel E. Catullo III, Andrew MacNaughton
Laufzeit: 105 Minuten
Regionalcode: 2
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: englisch DTS 5.1, Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0, PCM Stereo
FSK: -
V: Soulfood

 Bericht: Clint Metzger


Janet Jackson - From janet. To Damita Jo (DVD) SeitenanfangGodsmack – ChangesCulture ClubSeitenende

Diese Videosammlung sollte eigentlich mit einem Warnhinweis versehen werden: So heiß, dass die Bildröhre durchbrennen kann...

Das Küken des Jackson-Clans ist längst erwachsen und aus dem Schatten des großen Bruders Michael getreten. Janet hat weltweit mehr als 50 Millionen Alben verkauft und präsentiert mit dieser Videosammlung einen Querschnitt ihres Schaffens von 1997 bis heute. 19 Clips aus den letzten vier Alben haben vor allem eins gemeinsam: Fantastische Tanzchoreografien, perfekt gestylte Optiken und vor allem eine Künstlerin, die in nahezu jedem Video mit ihrem scharfen Sexappeal kokettiert.

Vom souligen "That’s The Way Love Goes" aus dem Hitalbum "janet.", über "Got Til It’s Gone" aus "Velvet Rope", welches Janet selbst als eines ihrer schwierigsten und persönlichsten Projekte ansieht,

bis zu dem Spaß-Song "All For You" aus dem gleichnamigen Album und dem Dancefloor-Kracher "All Nite (Don’t Stop)" von der aktuellen CD "Damita Jo" reicht die abwechslungsreiche Zeitreise durch 8 Jahre JJ-Sound.

Die Clips bestechen durchweg durch geringes Rauschen und zumeist knackig frische Farben. Leider werden die Auf- und Abblenden im Video "Again" von starker Klötzchenbildung begleitet.

Hier wurde einfach schlampig gearbeitet. Der Ton dagegen ist ohne Makel und absolut partytauglich. Fette Bässe lassen die Wände beben. Die einzelnen Songs wurden bewusst für ein Mehrkanalsystem neu abgemischt. So wandern Stimmen oder einzelne Instrumente immer wieder durch den ganzen Raum. Satte Beats oder sanfte Streicher und Pianoklänge bei Balladen wie "Again" verbreiten in jedem Fall Gute-Laune-Stimmung.

Als Bonus gibt es ein Interview, eine mit Musik unterlegte Fotogalerie, das Making Of des Videos "All Night" sowie der Mitschnitt zweier TV-Auftritte.

D: Janet Jackson
R: Keir McFarlane, Dominic Sena, René Elizondo, jr., Mark Romanek und andere
Laufzeit: 87 Minuten
Laufzeit Extras: 42 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 4:3
Tonformat:  englisch Dolby Digital 5.1 und 2.0
FSK: 12
V: EMI

 Bericht: Clint Metzger


Culture Club  (DVD) SeitenanfangJanet Jackson - From janet. To Damita JoGioachino Rossini – Il Viaggio a ReimsSeitenende

Culture Club – 20 Year Anniversary Live at the Royal Albert Hall.
Das waren noch Zeiten, als Punkfrisuren, Raggaezöpfchen und Schlabberlook total angesagt waren. Auf DVD gibt’s nun ein Wiedersehen mit einer Band, die in den 80er Jahren musikalisch wie modisch Trends gesetzt hat.

Anno 1982 begann die Erfolgsgeschichte eines Quartetts, das mit seinem bunt schillernden Frontmann (Frontfrau?) Boy George, nicht weniger farbenfrohen Videos und einer Mischung aus fröhlichem Pop und Raggae weltweit die Charts eroberte. Boy George wurde zum Held der schwulen Pop-Kultur. Hit an Hit („Do You Really Want To Hurt Me?“, „Time“, „Move Away“ oder „Karma Chameleon“) reihte sich aneinander. Bis Streitereien und Drogenkonsum das Ende der Band einläuteten.

Auch wenn sich Boy George einst schwor, nie wieder mit den anderen Jungs zu touren, trafen sie sich anlässlich des 20-jährigen Bandjubiläums doch erneut auf der Bühne der berühmten Royal Albert Hall - und lieferten ein Konzert ab, das an alte Zeiten erinnerte und die Jungs in Bestform zeigte.

Das rauscharme Bild kann sich mit einem hohen Kontrastumfang, schöner Schärfe und vor allem den leuchtenden Farben sehen lassen, die die Bühnenshow äußerst lebendig und plastisch erscheinen lassen. Leider beeinträchtigen feine Klötzchen und digitale Artefakte in Bewegungen die Bildruhe.

Die Extras bestehen aus Interviews mit Boy George und Jon Moss sowie einer Fotogalerie mit begleitendem Text über die Bandgeschichte. Leider gibt es für die Interviews keine Untertitel und für den Text keine deutsche Übersetzung.

D: Boy George, Jon Moss, Mikey Craig, Roy Hay
R: Brian Wakerley
VÖ: 23.08.2004

Laufzeit: 94 Minuten
Laufzeit Extras: 36 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: englisch, DTS 5.0, Dolby Digital 2.0
FSK: 6
V: SPV

Bericht: Clint Metzger


Gioachino Rossini - Il Viaggio a Reims  (DVD) SeitenanfangCulture ClubKylie Minogue – Body Language liveSeitenende

Ein selten aufgeführtes Stück erfährt eine Wiedergeburt: Rossinis Stück um selbstverliebte Adlige des „alten Europa“ hat derzeit einen hohen Wiedererkennungsfaktor.

Rossinis komische Oper in einem Akt gehört sicher zu seinen unkonventionelleren und extravaganteren Werken. Er komponierte sie anlässlich der Krönung Karls des X. zum König von Frankreich im Jahre 1825, ist aber aktueller denn je: Eine Gruppe Aristokraten aus allen Teilen Europas findet sich in einem Kurhotel zusammen. Die letzte Etappe auf dem Weg zur Krönung des Königs kann aufgrund mangelnder Pferde nicht zurückgelegt werden. Die Adligen sind in erster Linie um ihr äußeres Erscheinungsbild und die bröckelnde Monarchie besorgt. Missgeschicke und amouröse Verwicklungen sind Anlass für dramatische wie komische Szenen. Die Inszenierung vom März 2003 aus dem Gran Teatre Del Liceu aus Barcelona glänzt mit einem homogenen Ensemble und aufwändigen Kostümen, die die Ironie des Stückes unterstreichen. Der deutsche Vertreter tritt mit typischem Hitlerschnauzbart, rundem Bäuchlein und züchtigem Badeanzug auf - natürlich mit Querstreifen in den Nationalfarben verziert. In Zeiten, wo das "alte Europa" in Frage gestellt wird, die Erweiterung der EU Chance und Risiko zugleich ist, und der Kontinent zusammenwachsen will, bekommt Rossinis selten aufgeführtes Stück um Nationalstolz und das Festhalten an alten Traditionen und Ordnungen wieder eine erstaunliche Aktualität.

Das nahezu rauschfreie und kontrastreiche Bild beider Discs wartet mit frischen Farben auf und ist nicht nur wegen der knackigen Bademeister in schicken Unterhemden eine Augenweide. Trotz leichter Unschärfen wirken die Kulissen ausgenommen plastisch. Auch der Ton kann überzeugen: Die Surround-Boxen liefern ein dezentes Echo von Musik und Gesang, sodass sich das Wohnzimmer im Nu in einen Konzertsaal verwandelt und die Akustik des Saales wunderbar nachahmt. Der nuancierte Gesang, weiche Streicherklänge und der fein aufgelöste Applaus harmonieren prächtig miteinander.
Einziges Extra: Infos zum Werk im viersprachigen Booklet.

D: Elena de la Merced, Paula Rasmussen, Kenneth Tarver, Simon Orfica, Symphony Orchestra and Chorus of the Gran Teatre Del Liceu unter der Leitung von Jesus Lopez Cobos
R: Toni Bargallo
E 2003

Laufzeit: 164 Minuten (2 DVDs)
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat: italienisch, DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 und PCM 2.0
FSK: frei
V: Naxos Deutschland

Bericht: Clint Metzger


Kylie Minogue - Body Language live  (DVD) SeitenanfangGioachino Rossini – Il Viaggio a ReimsStephan Runge - Ich kann nicht schlafenSeitenende

Zur farbenprächtigen Präsentation ihres neuen Albums „Body Language“ lud die Australierin ins Londoner Apollo Theater und gab den Fans ordentlich Futter für Augen und Ohren.

Klein aber oho: Die australische Sängerin meldete sich mit "Can't get you out of my head" nach mehrjähriger Hitparadenabstinenz eindrucksvoll zurück und wandelte sich vom Pop-Girlie zum Sex-Vamp. Inspiration für ihre neue Bühnenshow und das aktuelle Album "Body Language" war Brigitte Bardot, die Kylie als perfekte Synthese von Sex und Rock beschreibt. Die Songs des neuen Albums sind zwar nicht sonderlich rockig sondern eher eine Mixtur aus Funk, Pop und R&B.

Doch in Sachen Sex und Erotik sorgen nicht zuletzt die heißen Kostüme und die Tänzer für Höhepunkte. Da fühlt man sich an manche Live-Darbietungen einer anderen kleinen Blondine erinnert: Madonna.

Das knallig bunte Bild ist in der Totalen leider durchweg unscharf und wirkt in Bewegungen aufgrund flimmernder Konturen etwas unruhig. Ob Kylie ihre Songs sexy ins Mikro haucht, fröhlich trällert oder knackig interpretiert: Der DTS-Mix sorgt für luftig-temperamentvolle Stimmung. Ein echtes Konzertfeeling kommt aber leider trotzdem kaum auf, denn die Surround-Kanäle machen sich kaum bemerkbar.

Die Extras haben es aber in sich: Drei Musikvideos, eine Backstage-Dokumentation, Fotogalerie, ein Booklet sowie die DVD-ROM-Funktion bieten zusätzlichen Spaß. Und während zweier Songs kann man per Multi-Angle-Funktion wahlweise die Konzertbilder oder die auf die Bühnenscreens projizierten Bilder bestaunen.

D: Kylie Minogue
R: Russell Thomas

Laufzeit: 63 Minuten
Laufzeit Extras: 27 Minuten
Regionalcode: 0
Bildformat: 1,78:1 anamorph
Tonformat:  englisch, DTS 5.1, Dolby Digital 5.0 und 2.0
FSK: frei
V: EMI

Bericht: Clint Metzger


Stephan Runge - Ich kann nicht schlafen SeitenanfangKylie Minogue – Body Language liveMiss Wyoming: Frogs Never LieSeitenende

Der schöne Sommer ist vorbei und passend zum Herbst ziert ein Bild von einem nassen Straßenpflaster die neue Single von Stephan Runge.

Aber keine Angst, in depressive Novemberstimmung fällt man beim Hören von "Ich kann nicht schlafen" nicht und spätestens beim Dance Remix kann man sogar darauf tanzen. Dir kommt der Song irgendwie bekannt vor? Ja Richtig, es ist die deutsche Version des Rick Astley Hits "Sleeping" und Stephan Runge zeigt mal wieder, dass ein guter Popsong auch übersetzt funktioniert. Für melancholischere Stimmung sorgt dann "Du warst fort", große Emotionen und eine Situation, die sicher vielen so oder ganz ähnlich geschehen ist. Als Bonbon gibt's zum Schluss dann noch den großen Radioerfolg "Liebeslied" in französischer Sprache ("Chanson d'amour"). Dieser ist übrigens als Titelsong für den Kurzfilm "Valentinstag" entstanden.


Miss Wyoming: Frogs Never Lie SeitenanfangStephan Runge - Ich kann nicht schlafenStephan Runge: LiebesliedSeitenende

Frösche lügen nicht, aber wenn sich einer von ihnen erst einmal in einen Prinzen verwandelt hat, dann ist das durchaus möglich...

Miss Wyoming ist keine singende Schönheit aus den USA, sondern eine deutsche Band um Mastermind Olaf Römer. Und der hat mit seinem Debütalbum gleich ein ganzes Konzeptwerk abgeliefert, welches in 14 Titeln von den unterschiedlichen Phasen einer großen Liebe, vom Beginn bis zum bitteren Ende, erzählt.

Stimme und Sound erinnern etwas an Edwyn Collins, aber auch Einflüsse der Beatles und eine Prise Punk sind neben einer ordentlichen Portion Indi-Pop dabei. Das ist aber auch nicht ganz überraschend, denn die Stücke wurden z.T. im 2 KHz-Studio in London aufgenommen, das über eine weltweit einzigartige Technik der Abbey Road Studios aus den 60er Jahren verfügt: Das alte EMI-Mischpult von 1964 wurde schon von den Beatles genutzt und der einzige Coversong des Albums stammt von John Lennon/Paul McCartney ("Run for your Life"). Die meisten Stücke sind zudem von Dave Anderson (Blacks Album "Wonderful Life" / Edwyn Collins) abgemischt worden.

Vom leichten Popsong ("Sweet Thing") oder dem fröhliche Liebeslied "Opposites Attract" (Duett mit Rebecca Holland) bis zum punkigen "Breaking Up" finden sich hier ganz unterschiedliche Stücke. Dazwischen gibt es Balladen, Songs von Sehnsucht, Liebe, Zweifel, Lügen und Verlust. Auf diesem Album gibt es keine gesampelten Instrumente, alles wurde "echt" auf Tonbänder gebannt, so echt wie große Gefühle eben.

"Frogs Never Lie" ist ein Album, welches auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird. Jeder der Liebe und Trennung erlebt hat, wird sich mit den emotionalen Songs identifizieren können und immer wieder Neues entdecken.

Natürlich gibt's auch eine Maxi-CD mit der aktuellen Single "Run for your Life" (das dazugehörige Video läuft auf Onyx TV). Darauf befindet sich zudem noch die Pop-Arie "Angels never lie" (in der Band- und der Orchestra Instrumental-Version) sowie als Zugabe die "Disco Lovers".

Seit Kurzem gibt es auch eine limitierte Edition ("Comeback of the Frog"). Auf der CD-Rom findest Du das Video zu "Run for your Life", einige Fotos, die vier Songtexte und natürlich auch die entsprechenden Stücke zum Hören: Den Anfang macht, wie auch auf dem Album, "Comeback of the Frog". Was folgt ist aber aber auf "Frogs never lie" nicht zu finden. In "Indifference Kills" gehts es um die Gleichgültigkeit der Menschen, "Angels never lie - Part II" ist die Fortsetzung des zentralen Songs aus der Konzept-CD, den Schluß bildet der melancholische Song "Chinese Envoy".


Stephan Runge: Liebeslied SeitenanfangMiss Wyoming: Frogs Never LieMusical-CDs im VergleichSeitenende

Um die Liebe geht es in vielen Songs, ist doch Musik das ideale Transportmittel für Gefühle.

Und so hat Stephan Runge seine neueste Single ganz schlicht "Liebeslied" genannt. Der Titelsong ist aber keine kitschige Liebeserklärung, sondern ein leichter Popsong der schnell ins Ohr geht. Ein Prise französischen Flairs bringt das Akkordeon von Lydie Auvray sowie die Stimme von Céline Mathieu mit ein. Wer das Stück noch mal etwas rhythmischer hören möchte, kann sich über den Fox Club Mix freuen. Mit "Kannst Du mir folgen" befindet sich zudem noch eine romantische Ballade auf dieser Vorauskopplung von Runges viertem Album, welches erst im Herbst 2003 erscheinen wird. Den Abschluss bildet ein Stück über etwas das wohl jeder kennt, das "Hin und her" in einer Beziehung.


Musical-CDs im Vergleich SeitenanfangStephan Runge: LiebesliedTim Fischer: WalzerdeliriumSeitenende



"König der Löwen"
"Hakuna matata" und "Der ewige Kreis" haben auf der amerikanischen Weltpremieren-CD noch nicht so gut geklungen wie auf dieser CD zur Hamburger Aufführung (Neuerscheinung 2002) der Stage Holding mit allen Liedern vom König der Löwen. Das Musical bietet dem Besucher drei wunderschöne Stunden und genau das kann man auch von der CD sagen.

Kompliment an die Stage Holding! Endlich wurde einmal eine Musical CD auf den Markt gebracht, bei der das Orchester die Stimmen der Sänger nicht übertönt. Auch das beiliegende Booklet mit vielen Bildern der Aufführung, den kompletten Liedtexten und der Übersetzung der in Zulu gesungenen Lieder ist sehr gelungen. Um es kurz zu halten, es handelt sich hierbei um eine sehr empfehlenswerte CD, die den Preis von 16 Euro mehr als Wert ist.

"Titanic" (original CD)
Bei Titanic handelt es sich um ein sehr gutes Beispiel eines vollkommen durchkomponierten Broadwaymusicals. Das Musical kommt komplett mit klassischem Sound daher, passend größten Teils zur Zeit in der es spielt. Hier wird dem Zuhörer opulentester Chor und Orchestersound geboten. Ein Musical, das eindeutig was für Fans ist, da es für Musicalanfänger von der Musik her relativ schwer ist. Aber trotzdem hat die CD die Note eins verdient.

"Mamma Mia" (original CD)
Hier blühen die 70er Jahre mit 26 Abbaliedern, die in ein sehr witziges Musical eingebettet sind wieder auf. Diese CD kann man in kurzen Worten so zusammenfassen, dass sie voll Partytauglich ist und den Original ABBA's in nichts nachstehen. Kein Wunder, das dass Musical in Hamburg alle Rekorde schlägt, die Reservierungszentrale zum absoluten Zusammenbruch der Systeme geführt hat und auf Wochen ausverkauft ist. Wer aber dennoch eine Karte ergattern kann, dem steht ein phantastischer Abend bevor. Soviel lässt allein schon die CD erkennen.

Fazit: Diese drei CDs sind derzeit mit das beste was es am Musicalmarkt CD-mäßig gibt. Die dazugehörigen Produktionen dürften dem bisher erfolgreichsten Musical Cats sehr schnell den Rang ablaufen und Hamburg wirklich wieder zur deutschen Musicalhauptstadt werden lassen.

"Elisabeth"
Dagegen bin ich über die CD der zweiten Produktion der Stage Holding, "Elisabeth" in Essen, stellenweise weniger begeistert. Nicht nur das hier einige Lieder, wie zum Beispiel "Wie Du" und "Der letzte Tanz", im Gegensatz zu den beiden Wiener CDs viel zu schnell sind, auch die Stimmen der Sänger empfinde ich teilweise nicht gerade als hittauglich. Ein Pluspunkt an dieser CD ist die Aufnahme des extra für die Essener Produktion neu komponierten Liedes "Wenn ich tanzen will". Dieses Lied ist wirklich vom Feinsten und rundet das Musical sehr schön ab. Insgesamt würde ich aber jedem der "Elisabeth" noch nicht kennt eher die CD der Welturaufführung in Wien empfehlen, um einen Eindruck von diesem Musical zu erhalten. Die Essener CD ist eher was für Elisabeth-Fans und solche, die die Wiener CD schon kennen.

"Mozart"
Leider hat die Stella AG es immer noch nicht geschafft, eine CD zur Hamburger Aufführung von Mozart auf den Markt zu bringen. Deswegen wurden auch im Theater die CDs der Wiener Weltpremiere verkauft, was meiner Meinung nach ein Fehler war: Spätestens nach dem Hören der CD fragte man sich warum die Aufführung nicht so gut ist, wie es die CD verspricht. Lieder wie "Der rote Rock" und "Ein bissel fürs Hirn und ein bissel fürs Herz", die den langen ersten Akt ein wenig auflockern und besser zum Verständnis des Musicals beitragen, sind leider in Hamburg gestrichen worden. Vielleicht ein Grund, warum der große Erfolg in der Hansestadt ausblieb und das Musical bereits zum 30. Juni 2002 eingestellt wurde. Bei dieser CD ist es eben mal wieder so, dass die auf den Silberling gepresste Musik das Ergebnis der Show übertrifft. Wenn man auch zugeben muss, dass Angelika Milster in der Hamburger Version als Baronin von Waldstätten einfach nur Gänsehautverdächtig im positiven Sinn war.

"Oh! What a Night"
Anders verhält es sich da mit der Doppel-CD von Oh! "What a Night". Die CD umfasst außer den Liedern die im Stück vorkommen, wie Y.M.C.A., Celebration, Oh! What a Night usw., auch noch viele Lieder aus den 70ern. Der CD kann man nur die Note: Voll partytauglich geben. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich bei den eingespielten Titeln um Originalaufnahmen der Sänger und Bands der 70er. Nur sehr wenige Lieder wurden vom "Oh! What a Night" Ensemble selbst gesungen.

Insgesamt sind alle hier besprochenen CDs empfehlenswert, wenn man von den kleinen Hinweisen bei den Kritiken absieht. Die CDs können entweder direkt in den Theatern bzw. in den meisten CD-Geschäften erworben werden.

Bericht: Mathias Plös


Tim Fischer: Walzerdelirium SeitenanfangMusical-CDs im VergleichSimple Life: HeavenSeitenende

Da kommt er wieder, nicht nur der Frühling, sondern Tim Fischer mit Walzerdelirium. Ganze 27 Chansons im 3/4-Takt, da braucht man wirklich keine Drogen mehr, um berauscht zu sein.

Aber keine Angst, süßlichen Walzerkitsch sucht man hier vergebens. Tim Fischer zeigt vielmehr mit gewohnter Ironie die ganze Bandbreite seines Könnens. Von Georg Kreisler und Friedrich Holländer über Rio Reiser, Tom Waits, Filmmusik bis zu Freddy Mercury, Udo Jürgens' Merci Chéri und dem fetten Elvis. Es wird geliebt, gemordet, gefeiert, gefurzt, gesoffen, gestorben und manch' Pickel ausgedrückt. Das ganze Leben im 3/4-Takt eben. Ob im Wiener- oder Bayern-Dialekt in Deutsch, Italienisch, Englisch oder mit Ami-Slang, jeder Song scheint für Tim Fischer komponiert zu sein. Ein Album für alle, die bisher Walzer hassten oder schon immer liebten.


Simple Life: Heaven SeitenanfangTim Fischer: WalzerdeliriumStephan Runge - nimm mich mitSeitenende

Bernd Barano und James T. Jackson trafen sich 1998 bei einer Jamsession in New York. Zusammen mit weiteren Musikern entstand so die Gruppe "Simple Life".

Die ausdrucksstarken und sich ergänzenden Stimmen der beiden Frontmen, die von "handgemachter" Instrumentierung der Band unterstützt werden, geben den Stücken ihren unverwechselbaren Charakter.

Die Maxi CD beinhaltet drei Versionen des Songs "Heaven", dessen wunderbare Melodie zuerst ins Herz und dann ins Ohr geht. Im "Radiomix" spürt man die stilistischen Wurzeln der Folk- und Bluesmusik am deutlichsten. Da "Simple Life" auch auf Technik verzichten können, hört sich der Song genau so gut in der "Unplugged Version" an. Doch der Song über die Liebe funktioniert auch als "Club Mix", macht Lust sich auf die Tanzfläche zu begeben und wurde bereits erfolgreich in einigen schwulen Läden aufgelegt.


Stephan Runge - nimm mich mit Simple Life: HeavenSeitenende

"Nimm mich mit" heißt die neue CD von Stephan Runge und er schafft es damit auch den Hörer auf eine Reise mitzunehmen, auf der die Geschichte einer schwierigen Beziehung von Anfang bis zum Ende erzählt wird.

Das erste Konzeptalbum des Künstlers deckt die ganze Gefühlspalette ab: Liebe, Nähe, Lust, Zweifel, Entfremdung. Die emotionalen Songs werden durch die Streicher Arrangements unterstützt und wirken, nicht zuletzt der intelligenten Texte wegen, nie kitschig. Die CD zeigt die Vielfältigkeit von Stephan Runge, der auch in diesem Album wieder zwischen Chanson, Pop und Schlager seinem eigenen Stil treu bleibt. Ruhige Balladen ("Zum Glück") wechseln sich mit poppigeren Stücken ("Was willst Du") ab und trotz des Gesamtzusammenhangs steht jeder Song auch für sich alleine.

"Erzähl die Geschichte noch einmal vielleicht wird sie anders sein..." heißt es da am Schluss und so geht es einem auch beim wiederholten hören, man entdeckt immer wieder etwas neues.