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Euro Pride 2009 in Zürich
Seit vielen Jahren vibriert die Gay-Szene in der grössten Schweizer Stadt: Zürich hat wohl eine der lebhaftesten Gay-Szenen Europas. Neben vielfältigen Gay-Events findet die Euro Pride 2009 in Zürich und damit erstmals in der Schweiz statt. Neben Gay-Bars und -Clubs bietet Zürich diverse Gay-Kultur-Happenings wie zum Beispiel Warmer Mai mit dem schwullesbischen Filmfestival Pink Apple. Ebenfalls ist Zürich bekannt für grosse Gay Parties, wie zum Beispiel die Black and White Party und im Hochsommer die Follies au Lac, welche jeweils tausende Besucher nach Zürich locken. Vom 2. Mai bis zum 7. Juni 2009 findet ausserdem die Euro Pride erstmals in Zürich statt: Die Euro Pride ist das grösste und gesellschaftspolitisch wichtigste Festival schwullesbischer Menschen in Europa. Während eines Monats wird jeweils eine Vielzahl von schwullesbischen Veranstaltungen mit kulturellem, politischem, wissenschaftlichem und sportlichem Inhalt durchgeführt. Angesprochen sind dabei nicht nur schwullesbische Menschen - der Anlass möchte vielmehr die ganze Bevölkerung begeistern, in Zürich und in der ganzen Schweiz.


Ungarn beschließt Homo-Ehe
Das ungarische Parlament hat jetzt mit deutlicher Mehrheit der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften zugestimmt. Sozialisten und Liberale stimmten dafür, die oppositionellen Konservativen lehnte den Gesetzentwurf ab. Die ungarische Version der Eingetragenen Partnerschaft soll ab dem 1. Januar 2009 sowohl Hetero- als auch Homo-Paaren im Standesamt offenstehen.


Uruguay
Die neue Mitte-Links-Regierung hat ihr Wahlversprechen gehalten und führt als erster südamerikanischer Staat landesweit die Eingetragene Partnerschaft ein. Dies war sicher auch deshalb in Uruguay möglich, da hier die katholische Kirche weniger starken Einfluss hat, als in anderen Ländern Südamerikas. Das nun vom Kongress beschlossene Gesetz sieht vor, dass sowohl Hetero- als auch Homo-Paare ihre Partnerschaft eintragen lassen können. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Paar bereits mindestens fünf Jahre zusammenlebt. Dafür erhalten sie dann fast die gleichen Rechte und Pflichten wie Ehepaare.


Gericht in Nepal tritt für Homorechte ein
Homosexuelle Handlungen können in Nepal immer noch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren bestraft werden. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof in Nepal in einem Urteil von der Regierung gefordert die Rechte für Homosexuelle zu stärken und Gesetze, nach denen Schwule und Lesben diskriminiert werden, zu ändern. Die Regierung plant nun eine Kommission einzusetzen, die entsprechende Empfehlungen aussprechen soll.


Ich will doch nur spielen…
In Stuttgart fand jetzt erneut Süddeutschlands größte Spielemesse parallel zu Hobby & Elektronik, der Modell Süd Bahn & Bau sowie der Kreativ- und Bastelwelt statt. Erstmals präsentierte sich die Ausstellung auf der Neuen Landesmesse Stuttgart.

Zeit war es dafür, denn eine Spielemesse lebt vom Mitmachen. Und der Platz dafür war auf dem alten Messegelände am Killesberg längst ausgereizt. Nun stand allen Spielebegeisterten in Halle 4 auf rund 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ausreichend Raum zur Verfügung, um die neuesten Spiele direkt vor Ort auf ihren Unterhaltungswert testen zu können.

Die Zeiten, in denen Spiele nur etwas für kleine Kinder und Familien waren, die ihre Zeit nicht vor dem Fernseher verbrachten, sind vorbei: Brettspiele erfreuen sich einer zunehmenden Popularität, was die wachsenden Marktanteile belegen.

Spiele wie "Siedler von Catan", "Carcassonne" oder "Zug um Zug" ziehen Jung und Alt in ihren Bann. Es werden gar internationale Turniere ausgetragen. Die Auszeichnung "Spiel des Jahres" (in diesem Jahr "Zooloretto") garantiert den Verlagen hohe Umsatzzahlen. Und auch das Videospiel ist längst zu einem Medium geworden, dessen Reiz nicht nur PC-Freaks erliegen. Die Entertainmentwelten verschmelzen: Kinofilme werden immer häufiger von entsprechenden PC-Spielen begleitet. Deren Qualität hinsichtlich Grafik und Inhalt hat nichts mehr mit den uns allen bekannten Linien und Pünktchen eines Pac Mans gemein.
Die gesellschaftliche Relevanz solcher Spiele ist unbestreitbar. Wer sitzt nicht gerne mit Freunden oder Familie in gemütlicher Runde an einem Tisch und taucht beim Wetteifern um Wegstrecken, Siegpunkte, Amulette oder Tierherden in fantastische Welten ein? Die Spielmesse bot jedenfalls Gelegenheit, sich stundenlang spielend zu betätigen und das eine oder andere Weihnachtsgeschenk auszusuchen.

Und wer danach so richtig Lust auf Spieleabende bekommen hat, aber keine Spielpartner zur Hand hat, dem sei die Stuttgarter Weissenburg empfohlen: Im Café der schwul-lesbischen Begegnungsstätte (Weißenburgstr. 28a, 70180 Stuttgart) trifft sich an jedem 1., 3. und ggf. 5. Sonntag im Monat von 16 Uhr an eine muntere Gruppe zum Spielen. Und am 24. November steht ab 19 Uhr die "Lange Nacht der Spiele" auf dem Programm.
Spielen, Basteln, Modelle bauen oder an einer der 50 Spielekonsolen daddeln: Auf der Süddeutschen Spielemesse ist für jeden etwas dabei. Und bei dem großen Angebot wird einem schnell klar: Beim Spielen vergeht der Tag viel zu schnell.


Berlin: Hat das Antidiskriminierungsgesetz noch eine Chance?
Nachdem das Antidiskriminierungsgesetz bereits am Bundesrat scheiterte, haben jetzt die Bündnisgrünen den Gesetzesentwurf erneut in den Bundestag eingebracht. Die große Koalition möchte laut Koalitionsvertrag aber nur eine 1:1-Umsetzung von EU-Richtlinien, der Entwurf der früheren rot-grünen Regierung ging deutlich darüber hinaus. Die Chancen für das Antidiskriminierungsgesetz sind daher nicht sehr groß.


Hohe Erbschaftssteuer bei Homo-Paaren
Eingetragene Homo-Paare müssen die gleiche Erbschaftssteuer wie Fremde bezahlen, obwohl sie wie Eheleute Anspruch auf das Erbe des Lebenspartners haben, stellte das Niedersächsische Finanzgericht fest. Ehepartnern steht im Erbschaftsfall ein Freibetrag von 307.000 Euro zu, Lebenspartnern dagegen nur 5.200 Euro. Dies kann zu sehr hohen Erbschaftssteuern im Vergleich zu Ehepartnern führen.


USA: Bush will Verbot von Homo-Ehe nicht weiter verfolgen
Präsident George Bush will in seiner zweiten Amtszeit nicht weiter aktiv das Verbot von Homosexuellen-Ehen betreiben. Ein Umdenken hat bei dem Republikaner aber nicht stattgefunden, ein Verbot findet er immer noch für richtig. Viele Senatoren halten jedoch die geltende Gesetzgebung, die Bundesstaaten die Nichtanerkennung von Homo-Ehen aus anderen Staaten erlaubt, bereits für ausreichend, sodass ein bundesweites Verbot nur schwer durchzusetzen wäre.


Italien: Gedenkstein für schwule Opfer
Im früheren italienischen Konzentrationslager San Saba in Triest erinnert jetzt ein Gedenkstein an die schwulen Opfer. In dem Todeslager wurden rund 5.000 Menschen umgebracht, neben Juden und Widerständlern auch Schwule. Der Gedenkstein ist aus schwarzem Marmor mit einem rosa Dreieck und der Aufschrift "Gegen alle Diskriminierungen". Am Tag des Gedenkens wurde in der KZ-Gedenkstätte zudem eine Ausstellung über die Verfolgung von Homosexuellen eingeweiht.


Niederlande: Standesbeamte dürfen verweigern
Bereits seit einigen Jahren ist die standesamtliche Eheschließung auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Sie sind anderen Ehepaaren fast vollständig gleich gestellt und können auch Kinder (allerdings nicht aus dem Ausland) adoptieren. Jetzt kam eine Regierungskommission zu dem Urteil, dass niederländische Standesbeamte aus Gewissensgründen die Eheschließung für homosexuelle Paare verweigern dürfen, ohne berufliche Konsequenzen fürchten zu müssen.


Schweden
Registrierte schwule und lesbische Paare dürfen in Schweden künftig Kinder adoptieren. Schweden wird damit das erste Land der Welt, in dem gleichgeschlechtliche Paare auch im Adoptionsrecht heterosexuellen Paaren ohne Einschränkung gleichgestellt werden.


Südafrika
Kapstadt: Ein schwulenfeindliches Buch darf in Südafrika nur an Erwachsene verkauft werden. Die Zensurbehörde befand, dass das Buch "The Pink Agenda: The Ruin of the Family" ungeeignet für Jugendliche unter 18 Jahren sei, weil diese möglicherweise Fakten und unbewiesenen Behauptungen nicht voneinander trennen könnten.


Schweiz
Der Kantonsrat in Zürich hat der Registrierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zugestimmt. Dies bringt schwulen und lesbischen Paaren Gleichberechtigung im Steuer- und Sozialwesen, im Straf-, Prozess- und Patientenrecht. Zudem sollen sie in Zukunft wie Ehepaare besteuert werden. Eine Entscheidung über das Recht zur Adoption muss aber auf Bundesebene entschieden werden.
Der Erlass eines Bundesgesetzes, das homosexuelle Paare der Ehe möglichst gleichstellt, ist in der Diskussion. Die evangelischen Kirchen der Schweiz haben die Einführung einer "registrierten Partnerschaft" für gleichgeschlechtliche Paare befürwortet. Eine Möglichkeit zur Adoption solle es allerdings nicht geben, heißt es in einer Erklärung des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK).


Finnland
Auch Finnland hat jetzt die Möglichkeit standesamtlicher Trauungen für homosexuelle Paare eingeführt. Gleichgeschlechtliche Paare sind danach heterosexuellen Ehen mit zwei Ausnahmen gleichgestellt. Sie dürfen keine Kinder adoptieren und nicht denselben Nachnamen tragen.


Litauen
Das Parlament des baltischen Landes hat ein Anti-Diskriminierungsgesetz verabschiedet, welches Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Nationalität, der Rasse, der Sprache, des sozialen Status, der Religion oder der politischen Überzeugung verbietet. Wer gegen das Gesetz verstößt kann sogar mit Gefängnis bestraft werden.


Lichtenstein
Lange Zeit war das Sexual-Strafrecht des Zwergstaates äußerst rückständig im europäischen Vergleich. Doch jetzt hat das Fürstentum mutig gehandelt und alle schwulenfeindlichen Gesetze abgeschafft, sodass es nach dem neuen Strafrecht keine Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Handlungen mehr gibt.