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Die Baja

Wildnis, Wind und Wüste


Die Baja
- Wildnis, Wind und Wüste

Heiß bläst uns der Wind aus der Wüste ins Gesicht. Mexiko zeigt auf der Baja ein ganz anderes Gesicht.

 Auf dem Festland wurden wir von einer tropischen Vegetation verwöhnt, aber hier fühlen wir uns wie auf einem anderen Stern. 

Auf den ersten Blick wirkt alles irgendwie abweisend. Gnadenlos brennt die Sonne von einem unwirklich blauen Himmel und verbrennt alles zu einem trostlosen Braun. Nur wo künstlich bewässert wird, blüht und grünt es - eine Wohltat für Augen und Seele. Aber wie gesagt, dass Alles ist nur der erste Eindruck. Bei näherem Hinsehen, entdeckt man die Reize der Baja.

Wir schlagen unsere Zelte in Cabo San Lucas auf. Von hier, dem südlichsten Ort der Halbinsel, wollen wir dann ein wenig die Gegend erkunden. 

Cabo San Lucas war einst ein beliebtes Piratenversteck. Hier versorgte man sich mit Frischwasser, erholte sich von den Kaperfahrten und plante gleich wieder neue Überfälle auf die spanischen Schiffe.

Cortes schickte auch Schiffe Richtung Baja, die er für eine Insel hielt. Schnell mussten die Spanier aber feststellen, dass es nichts zu holen gab. Und so wurde sie für Jahrhunderte wieder vergessen. Erst in neuerer Zeit ist es wieder entdeckt worden. Mittlerweile ist aus dem Dorf eine quicklebendige Stadt geworden

Es ist ein träger Nachtmittag, und wir sitzen in einem der vielen Cafés. Langsam geht die Sonne unter und die Temperaturen werden erträglicher. Im leichten Abendwind wird man auch wieder unternehmungslustig. Mit lauten Sirenen verlässt ein Kreuzfahrtschiff den Hafen. Noch lange sieht man die Lichterkette in der Dunkelheit. In Cabo selbst gehen jetzt auch überall die Lichter an. Fast schon aufdringlich gutgelaunte Amerikaner bevölkern die Strassen. Geschäfte, Boutiquen und Galerien haben alle geöffnet. Aus allen Gegenden Mexikos findet man hier Souvenirs. Mit etwas Stöbern, kann man ganz nette Sachen finden. Auch hier stellen wir wieder fest, dass eine andere Nationalität als die amerikanische, automatisch einen Preisnachlass bewirkt. Und dann erst wird um den Preis gehandelt.

Was aber die meisten Besucher nach Cabo lockt sind Sand und Meer. Auch wir legen einen Badetag ein. Geplant ist ein Abstecher zum Playa del Amor. Wir kaufen für den Tag ein, verstauen alles in einer Kühltasche. Am Strand selbst kann man nichts kaufen. Am Kai werden noch Schnorchel und Flossen gemietet, dann bringt uns ein Boot zum Strand. 

Wer früh kommt, findet noch ein schattiges Plätzchen zwischen den Felsen. Was den Strand so interessant macht, ist die Möglichkeit entweder im stillen, wärmeren Wasser der Cortez-See zu baden oder sich in der Brandung des Pazifik auszutoben, der hier mit voller Wucht gegen die Halbinsel donnert. Aber ganz ungefährlich ist die Sache nicht. Wir bleiben auf der anderen Seite und schnorcheln stundenlang. Unbeschreiblich ist das Gefühl in einem großen Aquarium zu schwimmen, denn es wimmelt nur so von bunten Fischen.

Nicht weit vom Strand ist es dann wirklich mit der Welt zu Ende. Auf kleinen Felsen sonnen sich Möwen, Pelikane und Seelöwen. Mit lautem Gebrüll verteidigen sie ihr Revier. Hinter dem "Arch" - einem Felsenbogen , ist dann Schluss. Die Brandung, die unablässig gegen die Felsen donnert, hat dieses Wahrzeichen von Cabo geschaffen.

Außer Playa del Amor gibt es noch jede Menge Sand und Strand in und um Cabo. Überall findet man Ruhe und Erholung, nur am Wochenende, kann es an einigen Stränden etwas voller werden.

Besonders gut gefallen hat uns Playa Bahia Santa Maria. Hier kann man sich auf weißem Sand, umrahmt von hohen Felsen die Nase verbrennen.

Nach ein paar Tagen in Cabo überfällt uns die Abenteuerlust. Viel zu sehen gibt es hier nicht, denn die Stadt ist vor allem ein moderner Badeort. Im Hafen ankern die Jachten der Reichen und Schönen, man spaziert entland der Marina mit Geschäften und Restaurants (nicht billig) und stöbert auf dem Markt nach Mitbringseln. 

Also die Röcke gerafft ! Wir mieten uns einen Jeep und erkunden die Gegend. Toll wäre es gewesen, die ganze Baja bis zur Grenze zufahren. So hätte man sich die verschiedensten Landschaften ansehen können. Aber für unseren Zeitplan bietet sich der Cape Loop an. Von Cabo San Lucas über Todos Santos, La Pas, Buena Vista zurück nach Cabo.

Schon nach wenigen Kilometern - Natur pur ! Um uns herum eine sandige, steinige Wüste. Der seltene Regen und die sengende Sonne zwingen Pflanzen und Tiere zur extremen Anpassung. Bei einer Rast - Stille. Überall wachsen Kakteen, manche blühen sogar in leuchtenden Farben. Aber besonders beeindruckend sind die riesigen Säulenkakteen. Meist einzeln, stehen sie an einigen Stellen in kleinen Gruppen. Auf einem sitzt ein Raubvogel und benutzt den Kaktus als Ausguck. In dornigen Büschen hüpfen kleine Vögel auf der Suche nach Insekten herum. Das einzig größere Lebewesen ist ein Hase mit riesigen Ohren. Er hoppelt zwischen den Kakteen herum und knabbert an vertrockneten Grashalmen. Siesta im Schatten eines Felsen. Diese mexikanische Sitte haben wir schnell übernommen. Die größte Hitze wird verschlafen, und man hat wieder Lust zu neuen Taten.

Eine längere Pause machen wir in La Paz. Die Stadt wurde zwar von Cortez gegründet, der aber schnell wieder aufgab.

Erst Missionare machten eine ständig bewohnte Siedlung aus dem Ort. Wir sitzen abends am palmenbestandenen Malecon. Nach der Einsamkeit und Ruhe fällt der Trubel besonders auf. 

Ganz gemütlich ist es in den Straßencafes, von denen es jede Menge gibt. Es ist sehen und gesehen werden. Aber besonders toll ist der Sonnenuntergang. Kurz vor dem Dunkelwerden, wird alles in ein lila Licht getaucht.

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung Süden. Wieder die Wüste. Wind, Regen und Hitze haben aus den Felsen Skulpturen geformt. Jeder kleine Farbtupfer fällt sofort ins Auge, so auch die leuchtend gelben Blüten der Aloen, die nahe der Straße wachsen. Ganz ungewöhnlich sehen auch die Blüten der Agaven aus. Schon halbvertrocknet, liegt die fleischige Rosette am Boden, und wie ein Telegrafenmast reckt sich aus der Mitte der riesige Blütenstiel. 

Wieder in Cabo! Trotz Hitze und Sand, sind wir froh, diese fast unberührte Landschaft gesehen zu haben.

Bericht: Mike Dojel

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