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Siehe auch: >> PinkBOX - Mexico
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>> Zum Teil II >> Zum Teil III Mit einem Tusch der Kapelle beginnt das Tanzvergnügen. Nach karibischen und südamerikanischen Rhythmen tanzen ältere Paare unter schattenspendenden Bäumen. Rund um den Platz Santa Lucia sind Imbißbuden aufgebaut, Verkäufer tragen an Stangen Wolken bunter Luftballons. |
Es ist
Sonntag und Mérida stellt sich zur Schau. Hier gab es mehr
Dollarmillionäre als sonst wo. Sisal war unentbehrlich für die
Herstellung von Seilen und wurde gut bezahlt. Mit der Erfindung der Kunstfaser wurde dann der
Niedergang eingeläutet.Rund um Mérida findet man noch Spuren der
Agavenmonokultur - stillgelegte Haciendas. So richtig quirlig ist das Leben auf
dem großen Markt. Hier wird mit allem gehandelt, was Profit verspricht.
Maya-Frauen in ihren traditionellen weißen Kleidern mit bunter Stickerei
verkaufen Obst und Gemüse, man vergnügt sich. Die kleinen Restaurants und
Cafés am Plaza Major sind gut besucht: sehen und gesehen werden. Man
trinkt ein Bier oder einen Saft und ist einfach da. Eile gibt es nicht. Das gilt
auch für die Droschken. Mit ihnen zockelt man gemütlich durch die Stadt.
Der Passeo Montejo war eine der ersten großen Straßen in Mérida. Hier
stehen die Villen der einstigen Sisalbarone. Fisch von der Karibik-Küste wartet
auf Käufer, der Macho kauft hier Hut und Stiefel und zum Ausruhen seine
Hängematte.
Aber am interessantesten sind die Verkaufsstände der „Hexen“. Hier gibt es
gegen jedes kleine Wehwehchen und jedes große Liebesleid ein Mittel.
Heilkräuter liegen neben, in bunten Tütchen verpackten, mysteriösen
Pülverchen. Er liebt mich nicht? Man nehme… die „Hexe“ weiß Rat. Über
den Inhalt der bunten Tüten und Fläschchen wird geschwiegen, allein der Glaube
versetzt Berge!
Aber alle Tinkturen und Kräuter nutzten den Maya nichts, als Anfang des
16. Jh. die Spanier in Yukatán landeten. 1542 wurde Mérida auf den verlassenen
Resten der verlassenen Mayastadt Tiho gegründet. Für den Bau der wuchtigen Kathedrale
benutzte man einen Maya-Tempel als Steinbruch. Was die Spanier von den Maya
hielten, sieht man an einer Steinfigur: ein Konquistador steht auf den Köpfen
der Maya. Aus gleicher Zeit stammt das Casa Montejo, indem der spanische
Eroberer Yukatáns und erste Gouverneur lebte, sowie der Bischofspalast.
Von hier ging die Missionierung Yukatáns aus. Dem Land mußte der Teufel
ausgetrieben werden. Alles was den Maya heilig war, wurde systematisch
zerstört. Bischof Diego de Landa ließ 1562 die Heiligen Bücher der Maya sowie
Götterbildnisse öffentlich verbrennen. Höhnisch bemerkte er, daß die Maya
deshalb sehr betrübt waren.
Im Regierungspalast, dem Palacio Gobierno, kann man sich riesige
Ölgemälde ansehen, die Szenen aus der Geschichte Mexikos und der Maya
darstellen. Bevor man sich auf die Reise ins Innere Yukatáns begibt, sollte man
vorher noch einen Abstecher ins Museo Arqueológico machen. Hier sind wichtige
Funde aus der Maya-Zeit ausgestellt und man erhält einen guten Überblick.
Auf schnurgerade Straße verlassen wir Mérida mit seinen Arkaden und schattigen
Parks. Links und rechts undurchdringliche Wildnis. Hin und wieder ragt ein rosa
oder gelb blühender Baum aus dem Grün auf, oder eine Sisalplantage unterbricht
das Dickicht. Der Urwald gleicht mehr einem Dornengestrüpp, denn der
Wassermangel läßt nur widerstandsfähige Arten gedeihen. Der Untergrund der
Halbinsel Yukatán besteht aus porösem Kalkstein, indem der Regen sofort
versickert. Auch fehlen Bäche oder Flüsse. Schon die Maya mußten – und
wußten – mit dem Problem fertig zu werden. Die Straße führt nun hügelauf
und hügelab, wir sind im Puuc d.h. im Hügelland.
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Nach circa 80 km erreichen wir Uxmal, eine der größten Maya-Städte in Yukatán. Staunend steht man vor der Pyramide des Wahrsagers und lacht über die Touristen, die sich krampfhaft an einer Kette festhaltend, mühsam zur Spitze quälen – bis man selbst nach oben will. |
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Ein buckliger Zwerg soll die Pyramide in drei Tagen errichtet
haben, so jedenfalls berichtet es die Sage. Auf ovalem Grundriß steigt
sie 35 m hoch auf. Die Kette in der Mitte der Treppe ist
wirklich nützlich, und wer nicht schwindelfrei ist, sollte sich um Gottes
Willen nicht herumdrehen. Ich möchte nicht wissen, wie viele schon
heruntergefallen sind, denn die Stufen sind so schmal und hoch, daß sie von
oben wie eine geschlossenen Fläche wirken.Verziert ist die Pyramide mit
Ornamenten und Masken des Regengottes Chac, der hier im wasserarmen Land
besonders verehrt wurde. Aber die Quälerei lohnt sich, denn von hier oben hat
man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Anlage.
Auf einer aufgeschütteten Plattform erhebt sich der Gouverneurspalast
– Puuc-Stil pur. Dieser Baustil erreichte im 8. und 9. Jh. seinen Höhepunkt
und verdrängte die alten Stuckmauern. Das langgestreckte Gebäude hat einen
schmucklosen Unterbau, der durch Türen gegliedert ist. Darüber befindet sich
ein Mosaikfries aus ineinander verschlungenen Ornamenten und stilisierten
Schlangen. Ursprünglich war alles mit leuchtenden Farben bemalt. Die Gebäude
betritt man über eine breite Treppe. Die Türen öffnen sich zum Vorplatz und
konnten durch Vorhänge geschlossen werden. Gleich daneben liegt das sogenannte Nonnenkloster.
Das Gebäude hat den Namen von den Spaniern erhalten, obwohl niemals Nonnen dort
gelebt haben. Sie nahmen wohl an, daß in den kleinen zellenartigen Räumen nur
Nonnen gelebt haben können. Aber bedingt durch den Kragsteinbogen – der
freitragende Bogen war unbekannt – waren die Räume zwangsläufig klein. Innen
gab es gab nur Querbalken zum Aufhängen der Alltagsgegenstände und gemauerte
Sitz- und Schlafbänke. Auf mehr legte man auch keinen Wert, denn das Leben
spielte sich ja draußen ab. Schmuckbehangen und tonnenweise schrill-bunte
Federn auf den Köpfen, saßen die adeligen Männer vor den Palästen und
schauten schielend dem Treiben auf den Plätzen zu. Schielen galt als besonders
schick, und man hängte schon den Babys kleine Kugeln vor die Augen, um es zu
fördern. Als elegant galt auch ein spitzer Kopf. Dafür wurde der noch weiche
Schädel zwischen zwei Bretter geklemmt, bis er die gewünschte Form angenommen
hatte.
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Auch die Gebäude des Nonnenklosters sind mit Chac-Masken, Vögeln und gefiederten Schlangen dekoriert. Die Gründung von Uxmal schreibt man einer toltekischen Dynastie zu, die aus dem zentralmexikanischen Hochland eingewandert war. Die Anlage hat aber keinerlei toltekische Baumerkmale wie z.B. die Chac-Mool-Opfersteine oder auch Säulen. |
Lange vor Ankunft der Spanier wurde die Stadt von den Einwohnern verlassen – warum ? Heute stehen wir vor den Überresten der Paläste und den Tempelruinen. Aber wie lebte damals das einfache Volk, die Bauern, die Wesentliches zum Unterhalt der Gesellschaft beitrugen? An Hand von Fundstücken, kann man sich ein Bild der Bauernhäuser oder besser Bauernhütten machen. Aber es muß nicht bei den Funden bleiben. Auf dem Weg nach Chichén-Itzá machen wir eine Stop in einem der vielen kleinen Dörfern. Und stehen vor exakt dem gleichen Haustyp. In einem Oval werden Holzstangen in den Boden gesteckt, die dann anschließend mit Lehm verputzt werden. Der Rauch der offenen Feuerstelle zieht entweder durch das Dach, oder durch Ritzen in den Wänden ab. Tisch, Stuhl und Hängematte sind der Rest der Einrichtung. Das Dach ist aus Maisstroh oder Palmwedel. Seit über 1000 Jahren hat sich an der Bauweise nichts geändert. Für uns scheint es eine Idylle, denn es laufen Truthähne und Hühner herum, manchmal grunzt vor der Hütte ein Schwein. Viele der Bauern haben ein kleines Maisfeld und Obstbäume. Aber viel ist es nicht, es reicht gerade so zum Überleben. Wie schon während der klassischen Mayazeit krebsen die einfachen Leute am Existenzminimum herum.
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Bericht: Mike