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| Südsee auf den Spuren eines Traumes |
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Tahiti - auf den Spuren eines Traumes
Fallende Blätter, Nieselregen, ein Himmel in Grau. Fluchtgedanken! Das Ziel ist Tahiti, mitten im Zentrum der Inselwelt Ozeaniens. Schon vor Jahrhunderten entstand der Begriff "Paradies auf Erden". Heimkehrende Seemänner berichteten von weißen Stränden, blauen Lagunen und Südseeschönheiten. Nach langen und entbehrungsreichen Wochen auf See, kamen ihnen die Inseln mit den "glücklichen Wilden" wie ein gelebter Traum vor. Die Verlockungen der Südsee
waren so übermächtig, dass manche Schiffsbesatzungen nicht mehr nach Hause wollten. Ein weltbekanntes Beispiel hierfür ist die Meuterei auf der Bounty. Schriftsteller und
Maler werkelten eifrig am Mythos Südsee, heute haben Agenturen und Reisekataloge diese Aufgabe übernommen.
Es muss geregnet haben, in Pfützen spiegeln sich die Lichter des Flughafens. Im Gebäude gibt es Ukulele-Musik und duftende Blütenkränze zur Begrüßung. Nach dem langen Flug hat man aber nur einen Gedanken - ins Bett!
Wohnt man in der Stadt, wird man früh morgens vom Verkehrslärm geweckt. Papeete, die Hauptstadt Tahitis ist nicht gerade der Südseetraum. Hier leben die meisten der Einwohner Französisch-Polynesiens und die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum der Gesellschaftsinseln. Im Hafen werden Schiffe be- und entladen, die Fähre von Moorea spuckt ihre Pendler aus, auf den Straßen
staut sich der morgendliche Verkehr. Rush-hour! Abgase statt Tropendüfte. Das Wort rush-hour darf man aber nicht zu wörtlich nehmen, geht doch alles ziemlich gelassen zu. Die Atmosphäre ist eine gelungene Mischung aus französischem laissez-fair und polynesischer Heiterkeit.
Bei Kaffee und Croissant wird die Inselrundfahrt geplant.
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Geografisch gesehen besteht Tahiti aus zwei Inseln: Tahiti Nui und Tahiti Iti. Irgendwann sind die beiden Inseln dann durch die Vulkantätigkeit, bei der eine Landbrücke entstand, verbunden worden. Die polynesischen Siedler lebten an den Küsten der entdeckten Inseln. Daran hat sich bis heute wenig geändert. |
Auch auf Tahiti liegen alle Ortschaften auf dem schmalen Küstensaum, und sind durch eine gutausgebaute Ringstraße schnell zu erreichen. Das Inselinnere ist kaum erschlossen, nur mit dem Jeep oder zu Fuß zu erreichen.
Wir machen zuerst einen Sprung in die Geschichte Polynesiens und besuchen das Musée de Tahiti et des
Iles. Bilder und Schautafeln erklären die Entstehung der Vulkaninseln, Riffe und Atolle. Unter einem Vordach sieht man die verschiedenen Kanus, die die Ur-Polynesier benutzten. Ohne Kompass wurde die Inselwelt besiedelt. Sie schafften es, nur mit Kenntnis der Sterne und
Meeresströmungen, das riesige polynesische Dreieck von Fidschi bis Hawaii und Neuseeland zu erobern.
Mit den Entdeckern und Händlern kamen auch die Missionare nach Polynesien. Entsetzt von der Sittenlosigkeit der "Wilden" gingen sie daran, Götterfiguren zu vernichten und Kulthandlungen zu verbieten. Das gelang ihnen so gründlich, dass kaum etwas von der alten Kultur übriggeblieben ist. Im geheimnisvollen Halbdunkel sind Tikis aufgestellt. Halb Mensch halb Tier, mit riesigen Augen, waren diese Skulpturen die Mittler zwischen den Göttern und den Menschen.
Man erfährt Wissenswertes über die Tapa-Herstellung, den Bekleidungsstoff aus Baumrinde, die Ernährungsweise und die Schmuckherstellung. Am Ausgang kann man Tahitianerinnen beim Flechten von Hüten und Körben zusehen.
Weiter auf der Küstenstraße Richtung Süden. Etwas abseits liegt das restaurierte Heiligtum
Arahurahu. Der Ort hat noch immer etwas Geheimnisvolles! Leise rascheln die Blätter der Pandanussbäume, vereinzelt zwitschert ein Vogel. Ein Tiki bewacht den Tempel und sieht die Besucher durchdringend an. Auf dem Steinaltar stehen aus Holz gefertigte Statuen der Götter. Einmal im Jahr, im Juli während des Heiva-Festes, erwacht der Ahu zu neuem Leben. Es ist die Zeit, in der alte polynesische Riten vollzogen werden.
Kunst ist angesagt. Kurz vor der Landbrücke, die Tahiti Nui mit Tahiti Iti verbindet, liegt das
Gauguin-Museem. Leider sind von den vielen Bildern, die er auf Tahiti gemalt hat, nur Reproduktionen ausgestellt. Und noch nicht einmal die, sind von den Witterungseinflüssen geschützt. Die Farbe platzt und bröckelt ab. Vielleicht etwas wehmütig, zeigt eine Schautafel, in welchen Museen der Welt die Originale hängen. Dafür kann man sich aber an sich aber an den riesigen Blättern und Blüten der Tropenpflanzen sattsehen. Das Museum liegt nämlich in einem großen botanischen Garten. Farben und Formen findet man dann in den Gemälden wieder.
Überall an der Straße wachsen Papayabäume, Mangos und riesige Brotfruchtbäume. Wir sammeln einige der Papayafrüchte. Unvergleichlich das Aroma. Es ist meilenweit von den Supermarkt-Papayas zu Hause entfernt.
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Bei den Arahoho-Blaslöchern muss man sich vor einer unfreiwilligen Dusche in Acht nehmen. Die Brandung donnert gegen die Küste und wird durch zahlreiche Löcher in den Felsen nach oben gedrückt. Hohe Fontainen steigen in die Luft. Auf der kleinen Aussichtsplattform bleibt man trocken. Es gibt aber auch Blaslöcher auf der anderen Straßenseite, die nicht sofort zu erkennen sind.
Auf einer kleinen Seitenstraße geht es dann zu den Faarumai-Wasserfällen. Hier ist Mückenschutz keine schlechte Idee. Auf der Wanderung ist man allein mit sich und der Natur:
Üppige Vegetation, die Wasserfälle und der klare Fluss. Und immer wieder der Blick auf die dichtbewachsenen Berge.
Am Pointe Venus tobt das Strandleben. Hat man die Vorstellung von weißem Sand, muss man sich schnell umstellen:
Hier ist er rabenschwarz! Rund um den Leuchtturm gibt es kleine Restaurants und Geschäfte. Besonders an den Wochenenden, trifft sich hier halb Papeete zum Picknick und baden. Wellenreiter zeigen ihre Kunst, ist diese Sportart doch eine polynesische Erfindung.
Auf der Rückfahrt nach Papeete genießen wir die Aussicht auf das Diadem. Eine bizarre, dschungelüberwucherte Felsformation. Wie eine gezackte Krone erheben sich die Berge hoch über die Insel.
Inzwischen sind in der Stadt die Lichter angegangen. Rund um den Hafen haben jetzt die Imbiss-Buden geöffnet. In Pfannen und Töpfen wir gebrutzelt, was die chinesische und polynesische Küche zu bieten hat. Es wird gelacht, preiswert gegessen und sich amüsiert. Feierabendstimmung - und dazu verschwindet die Silhouette von Moorea langsam in der Dunkelheit.
Bericht: Mike
Dojel
Weitere Infos mit Daten und Kontakten gibt's
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